Mittwoch , 20. September 2017
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Wie beim ersten Mal stimmte die CDU erneut geschlossen für den Wiederaufbau – dieses Mal mit Erfolg. Foto: t&w

Ja im Rat zur Grundschule Echem

Artlenburg. Im zweiten Anlauf ist der Grundsatzbeschluss für den Wiederaufbau der Grundschule Echem gefallen. Bei 17 Ja-Stimmen, vier Enthaltungen und acht Nein -Stimmen hat sich die CDU im Samtgemeinderat Scharnebeck am Donnerstagabend im Gasthaus Nienau in Artlenburg mit ihrem Antrag durchgesetzt. Alternativen zum Aufbau der kurz vor Ostern abgebrannten Schule in Echem sind damit vom Tisch. Den Antrag der Gruppe FW-GUBS/Jackmann für den Bau einer zentralen Schule für alle betroffenen Gemeinden hat der Rat mit 20 Nein-Stimmen, vier Ja-Stimmen und vier Enthaltungen abgelehnt.

Mitte Juni hatte die Politik schon einmal über den Wiederaufbau abgestimmt und ihn bei einem Stimmen-Patt von 16:16 abgelehnt. Damals hatte die Verwaltung den Beschlussvorschlag auf die Tagesordnung gebracht, war an den Stimmen der SPD (außer Rolf Peters), Grünen und FW-GUBS gescheitert. Dieses Mal sorgte CDU-Fraktionschef Harald Heuer für eine erneute Ratssitzung zu dem Thema – und erntete aus den Reihen von SPD, Grünen und FW-GUBS/Jackmann heftige Kritik: Heuer habe ausgenutzt, dass zwei SPD-Mitglieder im Urlaub seien, hieß es. Außerdem habe er mit seinem Vorstoß die Geschäftsordnung des Rates missachtet. Ratsfrau Sonja Jackmann beantragte die Streichung des Antrags von der Tagesordnung – vergeblich: Sie scheiterte bei 16-Nein- und 13-Ja-Stimmen.

Unter Tagesordnungspunkt 7 stimmte der Rat also erneut über den Wiederaufbau ab – und kippte wie erwartet den vorherigen Beschluss. Ein Ergebnis, das CDU-Chef Heuer nicht allein dem Fehlen von zwei SPD-Ratsmitgliedern zu verdanken hat. Auch SPD-Fraktionsvorsitzender Andreas Köhlbrandt stimmte dem Wiederaufbau dieses Mal zu, andere Ratsmitglieder, die zuletzt mit Nein gestimmt hatten, stimmten ebenfalls zu oder enthielten sich. Köhlbrandt erklärte sein Ja damit, dass ihn unter anderem die 1200 Unterschriften der Echemer überzeugt hätten, die nach wie vor ungeklärten Fragen vorerst hinzunehmen und den Wiederaufbau, für den er von Anfang an gewesen sei, nicht länger hinauszuzögern.

Andere Ratsmitglieder hingegen hätten nach wie vor gerne Alternativen zum Wiederaufbau in Echem geprüft. Aus wirtschaftlichen (Klaus Bockelmann, FW-GUBS), aber auch pädagogischen Gründen (Angela Lüttjohann, SPD). Eine Variante, die sowohl die Gruppe FW-GUBS/Jackmann als auch Teile der SPD favorisierten, wäre der Ausbau der Grundschule in Hohnstorf gewesen. Für die Außenstelle in Echem hätte das das Aus bedeutet, „stattdessen müssten wir dem Ort eine Alternative anbieten und den Bau einer Turnhalle oder ähnlichem prüfen“, erklärte Dirk Meyer (SPD).

Gedankenspiele, die nun obsolet geworden sind, denn der Beschluss der CDU ist eindeutig: „Die Außenstelle Echem der Grundschule Hohnstorf wird zukunftsgemäß als einzügige Grundschule mit Sporthalle am selben Ort wieder aufgebaut. Die Architektenleistung wird für die Leistungsphase 1 (Grundlagenermittlung) und Leistungsphase 2 (Vorplanung) an das Büro Meyer ARC, Lüneburg, vergeben. Die entsprechenden Haushaltsmittel sind dafür rechtzeitig bereitzustellen.“ Dass das Architektenbüro bereits ausgewählt wurde, irritierte Grünen-Chef Stefan Block. Weitere Erklärungen dazu lieferte die CDU allerdings nicht.

Erneut verfolgten die Sitzung Dutzende Bürger, überwiegend aus Echem, die sich während der Einwohnerfragestunde zahlreich zu Wort meldeten. Eine der Fragen brannte nicht nur den Bürgern, sondern auch vielen Ratsmitgliedern unter den Nägeln: Warum gibt es noch keine Antwort der Versicherung zu dem Fall? Aus den Reihen des Rates war mehrfach von einem Rechtsstreit zu hören, der Jahre dauern könne. Samtgemeindebürgermeister Laars Gerstenkorn (CDU) hielt sich bedeckt: „Uns wurde geraten, dazu keine Äußerungen zu machen.“

Von Anna Sprockhoff

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