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Ursula von der Leyen im sechsten Stock des Audimax-Gebäudes bei ihrem Vortrag vor rund 100 Zuhörern. Foto: be

Libeskind-erfahrene Verteidigungsministerin

Lüneburg. Noch fünf Minuten vor dem Auftritt der Ministerin irrten Besucher über den Campus. Der Verantstaltungsort war kurzfristig geändert worden. So musste U rsula von der Leyen nicht in dem eher versteckten, halbdunklen Hörsaal 5 Wahlkampf führen, sondern im lichtdurchfluteten sechsten Stock des Uni-Zentralgebäudes. Das Upgrade freute die Verteidigungsministerin: „Ich bin Libeskind-erfahren, war vor kurzem im Militärhistorischen Museum in Potsdam.“

43 Tage vor der Bundestagswahl begann die CDU-Politikerin ihre Rede mit einem Loblied auf den Lüneburger Abgeordneten Eckhard Pols. „Als fünffacher Vater ist er sehr authentisch in seinem Einsatz in der Kinderkommission, wo er sich dafür einsetzt, das Los von Kindern psychisch kranker Eltern zu verbessern.“ Ein Lob, das Pols offenbar so zu Kopfe gestiegen war, dass er in seinen Dankesworten die siebenfache Mutter fragte: „Wie viele Kinder haben wir nochmal zusammen?“

Von der Leyen ging den SPD-Kandidaten Martin Schulz hart an

Gelächter konnte aber nicht jedes Wahlkampfthema hervorrufen. Von der Leyen ging den SPD-Kandidaten Martin Schulz hart an: „Wer trotz besiegter Jugendarbeitslosigkeit behauptet, hier wäre alles ungerecht, ist ein Populist.“

Die Chefin der Hardthöhe erneuerte trotz der Kritik vom sozialdemokratischen Koalitionspartner ihren Vorstoß, die Verteidigungsausgabe auf zwei Prozent des Bruttoinlandsproduktes zu erhöhen – also fast zu verdoppeln. „Dieses Versprechen wurde erstmals 2002 von einer rot-grünen Bundesregierung unterschrieben. Es ist nicht verlässlich, wie die SPD hinter verschlossenen Türen etwas zuzusagen, um dann vor der Tür im Wahlkampf das Gegenteil zu fordern.“ Angesichts vielfältiger neuer Aufgaben für die Bundeswehr zwischen Stabilisierung in Mali und Abschreckung im Baltikum sei man dies auch den Soldaten schuldig: „Wenn sie bereit sind, für uns im Notfall ihr Leben einzusetzen, haben sie Anspruch auf Material, das nicht älter ist als sie.“

Eine halbe Stunde lang schwor von der Leyen die rund 100 CDU-Anhänger auf den Wahlkampf ein, dann fuhr sie durch den Regen von der Baustelle Audimax Richtung Celle, nach Kiel und Lüneburg der dritte Wahlkampftermin.

Von Joachim Zießler

2 Kommentare

  1. Ach Uschi… Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr (http://www.mhmbw.de/), in dem Du gewesen sein willst, steht in DRESDEN, nicht in Potsdam! Und Dich soll ich wählen…?

  2. Wer nochmals CDU wählt kann eh nicht mehr klar denken.