Donnerstag , 20. September 2018
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Pia und Meira sind „Spezialistinnen“, wenn es darum geht, Teig durch die Nudelmaschine zu drehen. Wie die Kinder der Pinguingruppe des Emmi-Senking-Kindergartens hat auch Spitzen-Nachwuchskoch Henrik Sudenfeld viel Spaß am gemeinsamen Kochen. Foto: t&w

Spitzen-Nachwuchskoch kocht mit Kita-Kindern

Adendorf. Pia weiß schon genau Bescheid: „Ihr müsst das ganz dünn machen“, gibt sie Meira und Greta einen Tipp, die den Teig durch die Nudelmaschine drehen. Kirsti, Joris, Christopher, Tim und Lea schnippeln währenddessen fleißig Gemüse. Es ist Kochtag für die Pinguingruppe des Emmi-Senking-Kindergartens in Adendorf. Und es ist ein ganz besonderer Kochtag: Zu Gast ist Henrik Sudenfeld, von 1997 bis 2001 selbst ein „Pinguin-Kind“ und jetzt einer der besten Jungköche Deutschlands.

„Dann wollen wir mal gucken, ob die Ravioli gut werden, oder ob wir uns am Ende im Supermarkt ein paar Dosen kaufen müssen.“
Henrik Sudenfeld, Nachwuchskoch

Der 23-Jährige war nicht der erste Ex-Pinguin, der viele Jahre, nachdem er den Emmi-Senking-Kindergarten besucht hatte, wieder dorthin zurückkam: Vor drei Jahren war Tom Peucker zu Gast, ehemaliger Weltklassesportler im Ropeskipping. Er und die Kinder hatten Spaß beim Zumba. „Das Motto der Pinguingruppe lautet: Einmal Pinguin – immer Pinguin“, erklärt Erzieherin Heike Manecke.

Alle mögen Ravioli

Henrik Sudenfeld hatte gestern eigentlich seinen freien Tag, aber nach Adendorf kam er gern, hatten ihm die Pinguinkinder doch schon nach seinen großen Erfolgen der letzten Monate herzlich gratuliert und ihn zum Kochen eingeladen.

Und der junge Meisterkoch hatte seinen Spaß mit den Kinden. „Habt ihr Lust zu kochen?“, fragt Henrik Sudenfeld die 25 Kinder in der großen Küche des Emmi-Senking-Kindergartens. Klar, haben sie. „Und mögt ihr alle Nudeln?“, fragt er dann. „Jaaaa…“, schallt es ihm lautstark entgegen.

Auf der Speisekarte stehen Ravioli mit Pilzfüllung aus Champignons, Kräutersaiblingen und Austernpilzen, dazu Ratatouille. Den Nudelteig, verfeinert mit würzigem Curcuma, dazu Paprika, Auberginen, Tomaten, Zucchinis und vieles mehr hatte Henrik Sudenfeld mitgebracht. „Dann wollen wir mal gucken, ob die Ravioli gut werden, oder ob wir uns am Ende im Supermarkt ein paar Dosen kaufen müssen“, unkt er.

„Für mich ist das positiver Stress“

Die Küche des Emmi-Senking-Kindergartens bot gute Bedingungen für die ungleichen Köche – auch wenn Henrik Sudenfeld, stattliche 1,94 Meter groß, so manches Mal in die Knie gehen musste, um den Kindern die Kniffe des Schnippelns und Kochens zu erklären.

Die waren, in Gruppen eingeteilt, mit Feuereifer bei der Sache. „Und für mich ist das positiver Stress“, erklärte Sudenfeld während der Arbeit mit den Drei- bis Sechsjährigen, von denen sich einige schon gut auskannten mit dem Kochen. Etwa Greta, die meinte: „Wenn man selbst kocht, schmeckt es auch besser.“ Oder Amira: „Schneiden kann ich schon lange.“

Nur zwei, drei Minuten kamen die 120 Ravioli zum Abschluss ins kochende Wasser, mit dem Ratatouille wurden sie gekonnt angerichtet. Das nach drei Stunden erzielte Ergebnis konnte sich dann sehen lassen – mit gutem Appetit ließen sich die Kinder, Henrik Sudenfeld und die Erzieher Heike Manecke, Christine Wagner, Daniel Bockstette und Laura Naylor das Essen schmecken, dessen Rezept sicher auch Eingang finden wird in das Kochbuch, das der Kindergarten in regelmäßigen Abständen zusammenstellt.

Von Soderstorf nach Tokio

Spannende Monate hat Koch Henrik Sudenfeld hinter sich: Er belegte beim bundesweiten Wettbewerb „Rudolf Achenbach Preis“ in Frankfurt/Main Platz drei.

Den Landesentscheid in Cuxhaven hatte er gewonnen (LZ berichtete).

Bei den Landesmeisterschaften der Nachwuchsköche, veranstaltet vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband in Göttingen, wurde Sudenfeld Dritter. Inzwischen hat das Kochtalent seine Ausbildung im Hotel Gut Thansen in Soderstorf beendet. Mit „sehr gut in Praxis und Theorie“, wie er berichtet.

Dafür wird er noch von der IHK Lüneburg-Wolfsburg geehrt – als zweitbester Prüfling im Kammerbezirk. Ende September geht Henrik Sudenfeld für ein Jahr nach Japan, wo er in Tokio bereits eine Stelle gefunden hat.

Von Ingo Petersen