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Sie freuen sich, dass der Checkpoint queer eröffnet (v.l.): Helene Gogolin, Pascal Mennen, Daniel Masch, Thorsten Warneke und Tommy Grimm. Foto. ca

Checkpoint queer: Ein Zentrum für Toleranz in Lüneburg

Lüneburg. Sie haben lange da­raufhin gearbeitet, jetzt hat der „Checkpoint queer“ mit einer Feier und lokaler Prominenz aus Politik, Verwaltung und Verbänden er öffnet. Unter queer versteht man Menschen mit unterschiedlichen sexuellen Ausrichtungen. Auf 100 Quadratmetern Beim Holzberg nahe dem Bahnhof ist ein Zentrum entstanden, dass zu einer Heimat werden soll. Das Land unterstützt das Projekt mit einer Anschubfinanzierung. Laut Trägerverein fließen in diesem und im kommenden Jahr jeweils 20 000 Euro.

Zentrum will zusammenführen

Thorsten Warneke gehört zum Vorstand des Trägervereins: „Das Zentrum ist wichtig, weil hier auch junge Leute herkommen können.“ Denn es gebe manche, denen es noch schwerfalle, zu ihrer Sexualität zu stehen. Auch sogenannte Transmenschen, also Menschen, die als Mann geboren wurden, aber sich als Frau fühlen und umgekehrt, befürchten Anfeindungen. Und das nicht zu Unrecht, unterstreicht Warneke: Nach einer aktuellen Untersuchung seien Gewaltdelikte, die sich gegen die sexuelle Orientierung von Menschen richten, von 2016 auf 2017 um 27 Prozent angestiegen.

Neben Vorträgen, Filmen und Beratungsangeboten soll es auch die Möglichkeit eines Aids-Schnelltestes geben. Und auch das Treffen mit Gleichgesinnten und Gästen sei wichtig: „Wir wollen die Räume mit Leben füllen.“

Hoffnung auf finanzielle Zuwendungen

Im Trägerverein haben sich verschiedene Gruppierungen von Schwulen-, Lesben- und Transgendergruppen zusammengeschlossen. Aktuell noch als Mieter ist auch die Infoline dabei, die Lüneburger Tochter der Landes-Aidshilfe. Das ist ein entscheidender Schritt, denn der Checkpoint will künftig selber die Trägerschaft für die Infoline übernehmen. Damit verbindet sich auch die Hoffnung, entsprechende finanzielle Zuwendungen über das Land Niedersachsen und die Aidshilfe zu erhalten.

Warneke sagt auch, dass der Faktor Geld eine große Rolle für das Bestehen des Zentrums spielt. Denn allein könne der Verein die Herausforderung nicht stemmen. Neben Landesmitteln und Spenden setze man auch auf Zuschüsse von Stadt und Kreis. ca