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Jugendliche aus der ganzen Welt erneuern bei einem Workcamp die Stege an der Ilmenau – wie hier an der Roten Schleuse. Foto: t&w

Stegbau an der Ilmenau

Lüneburg. Das Naherholungsgebiet an der Ilmenau zwischen Bienenbüttel und Lüneburg steht unter Naturschutz. Dennoch kommt es dort regelmäßig zu Verstößen, vor a llem an Feiertagen. Es wird gegrillt, gezeltet, laut Musik gehört oder Müll hinterlassen – und das auf Bereichen, die nicht betreten werden dürfen. Auch für Paddler ist das Gebiet ein beliebtes Ausflugsziel. Doch nicht selten steigen diese in geschützten Uferbereichen aus, anstatt die offiziellen Stege zu benutzen. Mitunter verständlich, denn die Stege sind größtenteils so marode, dass ein Aussteigen dort gar nicht möglich ist. Um das zu ändern, erneuern die Landkreise Lüneburg und Uelzen derzeit Stege und Einstiegstellen – mithilfe von Jugendlichen aus der ganzen Welt.

Landkreis initiiert Runden Tisch Kanuwandern 

Um Naturschutz und Erleben besser miteinander in Einklang zu bringen und die Uferbereiche der Ilmenau zu schützen, hat der Landkreis Lüneburg in diesem Jahr den Runden Tisch Kanuwandern ins Leben gerufen. Dieser hat gemeinsam mit Kanuverleihern, Wassersportvereinen, Naturschutzverbänden, Wasserverband, Hansestadt Lüneburg und Landkreis Uelzen neue Wege für den Wassersport an der Ilmenau gesucht. Das Ergebnis: rund zwei Drittel der Anlegestellen zwischen Uelzen und der Roten Schleuse werden erneuert – mithilfe von insgesamt 15 Jugendlichen, die aus der ganzen Welt angereist sind, um mit anzupacken.

Über die Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) haben sich die 16- bis 26-jährigen Jugendlichen für das Ilmenau-Projekt angemeldet. Anfang August waren dann 15 junge Männer und Frauen unter anderem aus Äthopien, Spanien, Italien, Frankreich, der Ukraine und sogar Mexiko angereist. Insgesamt drei Wochen lang helfen sie nun bei der Instandsetzung und dem Neubau der Stege an verschiedenen Einstiegstellen entlang der Ilmenau, unter anderem in Bienenbüttel, Uelzen, Medingen, Emmendorf sowie gestern zum Beispiel an der Roten Schleuse in Lüneburg.

Internationales Projekt

Eine von drei ijgd-Gruppenleiterinnen, die für das Ilmenau-Projekt zuständig sind, ist Kimberley Vanessa Böder aus Wolfenbüttel. Für die 22-Jährige ist es das erste Workcamp, sie ist „positiv überrascht, wie gut das alles funktioniert“, sagt sie. „Wir sprechen alle auf Englisch mitein­ander und versuchen, uns auf Augenhöhe zu begegnen, zu kommunizieren und vor allem miteinander zu arbeiten. Dabei entsteht eine ganz andere Art von Gesellschaft.“ Montags bis donnerstags wird gearbeitet, von Freitag bis Sonntag stehen gemeinsame Ausflüge auf dem Programm.

Untergebracht sind die Jugendlichen im Jugendfreizeitheim in Bruchtorf im Landkreis Uelzen. Finanziert wird das Ganze über Spenden der Sparkasse Uelzen (1 250 Euro) sowie der Wirtschaftsförderung des Landkreises Uelzen (2 500 Euro). Die Jugendlichen zahlen einen Eigenanteil von 80 Euro sowie den Flug. „Das ist eine absolute Win-Win-Situation“, findet Stefan Bartscht von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Lüneburg. „Wir freuen uns, dass sich hier was tut und wir von einem so tollen Projekt profitieren können. Und die Jugendlichen haben eine gute Zeit zusammen.“

Umweltausschuss: Mehr Naturschutz

Zwei Naturwächter auf 450-Euro-Basis will der Landkreis Lüneburg von April bis Oktober beschäftigen. Die Ranger haben den Auftrag, Menschen im Naturschutzgebiet aufzuklären und bei Verstößen die Polizei zu rufen.

Über den Einsatz der Naturwächter berät der Umweltaussschuss des Landkreises Lüneburg morgen öffentlich um 15 Uhr im Sitzungssaal der Kreisverwaltung, Auf dem Michaeliskloster 4 in Lüneburg.

Böder und ihre Gruppe haben sich gestern den Holzsteg an der Roten Schleuse in Lüneburg vorgenommen. Auch den Uferbereich haben sie mit Steinen aufgeschüttet und so wieder für den Ausstieg befestigt. Für das Material wie Eichenbohlen, Pfähle und Steine kommt der Landkreis Lüneburg mit 2000 Euro auf. „Für die anderen Stege zahlen die jeweiligen Kommunen“, erklärt Ingmar Sannes vom Kreisverband der Wasser- und Bodenverbände Uelzen, der die Trägerschaft für das Projekt übernommen hat.
In der dritten Campwoche hilft die Gruppe bei Renaturierungsarbeiten an der Ilmenau: Durch Kieseinschüttung soll der natürliche Lebensraum für Bachforellen und Kleinstlebewesen wieder hergestellt werden. Am 25. August dann fliegen die Jugendlichen zurück in ihre Heimatländer.

Von Patricia Luft

2 Kommentare

  1. Norbert Kasteinecke

    Workcamp ?
    Bedeutet das nicht Arbeitslager?