Aktuell
Home | Lokales | Bardowick | Windkraft in Bardowick: Der erste Riese steht komplett
Das erste von acht rund 200 Meter hohen Windrädern des Bürgerwindparks bei Bardowick ist fertiggestellt. Im Hintergrund ist der Flecken Bardowick mit der Mühle, dem Dom und weiter links der Deponie zu sehen. Foto: hajo boldt

Windkraft in Bardowick: Der erste Riese steht komplett

Bardowick. Schon seit Monaten wachsen sie beständig in die Höhe, sind aus allen Himmelsrichtungen gut sichtbar: Die acht Windkraftanlagen, die im Nordwesten des Fleckens Bardowick entstehen. Anfang dieser Woche ist der erste Riesenquirl mit einer gewaltigen Gesamthöhe von 200 Metern fertiggeworden – die mächtigen Rotorblätter wurden mithilfe eines Krans in die Höhe gehievt und montiert.

„Nadelöhr“ bei Bremen verzögert Transport

„Die Montage hat sich etwas verzögert“, berichtet Arndt Conrad, allgemeiner Vertreter von Heiner Luhmann, Bürgermeister der Samtgemeinde Bardowick. Luhmann ist auch einer der Geschäftsführer der „Bürgerwindpark Bardowick Projektentwicklungsgesellschaft mbH&Co“.

Grund für die Verspätung war, dass Schwertransporte mit benötigten Bauteilen wegen eines „Nadelöhrs“ bei Bremen nach wie vor einen mehrere Hundert Kilometer langen Umweg über Nordrhein-Westfalen nehmen müssen, ehe sie in Bardowick ankommen.

Auch für die Arbeiten an den weiteren sieben Windkraftanlagen am Bardowicker Ortsrand, die den größten zurzeit entstehenden Windpark im Landkreis bilden werden, hat der Endspurt begonnen. Bis Ende September, so schätzt Arndt Conrad, sollen alle Anlagen fertiggestellt sein und dann auch ans Netz gehen.
„Fast vollständig“ seien auch die Leitungsarbeiten durchgeführt – entlang der Bardowicker Ortsdurchfahrt „Hamburger Landstraße“ liegt eine 20-kV-Leitung, die vom Windpark bis zum Umspannwerk Lüneburg Nord im Gewerbegebiet Goseburg führt.

Hier entsteht mehr Windkraft in der Region

Insgesamt entstehen auf dem Areal zwischen Autobahn 39, Bundesstraße 404 und Kreisstraße 46 acht Windräder mit jeweils 2,75 Megawatt und insgesamt 22 Megawatt elektrischer Leistung. Die Höhe der Türme beträgt 139 Meter, der Rotordurchmesser 120 Meter.
„Weitestgehend“ erledigt seien auch die im Zuge der Erstellung des Windparks notwendigen Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen, sagt Arndt Conrad. Am Ilmer Graben sind Nass- und Feuchtbiotope angelegt worden, durch die eine vollständige Renaturierung des Bereichs erreicht werden soll.
Betreiber des künftigen Bardowicker Windparks ist die „Bürgerwindpark Bardowick Projektentwicklungsgesellschaft mbH&Co. KG“, zu den Gesellschaftern zählen 14 Flächeneigentümer und der Bauernverband Nordostniedersachsen. Weiterhin aktiv ist die Bürgerinitiative „Windkraft in der Samba“, die das Projekt in der entstehenden Form ablehnt.

Von Ingo Petersen

Hochbetrieb im KreisBald drehen sich 114 Windräder

Von Amelinghausen bis Nahrendorf, von Lüdershausen bis Barnstedt – insgesamt 114 Windkraftanlagen sind im Landkreis Lüneburg in Betrieb, im Bau oder kurz davor. Zuletzt mit einer Höhe von meist 200 Metern fertiggestellt wurden und in Betrieb oder im Probebetrieb sind:

  • Sieben Anlagen der Betreibergesellschaft Bürgerwindpark Ehlbeck (19,25 Megawatt elektrische Leistung).
  • Fünf Anlagen des Bürgerwindparks Häcklingen-Melbeck (13,75).
  • Sechs Anlagen des Bürgerwindparks Wendhausen (16,5).
  • Zwei Anlagen der Heidewind GmbH Wetzen/Oerzen (6,6).
  • Vier Anlagen der Windpark Tellmer GmbH &Co. KG (12).
  • Sieben Anlagen der Windpark Wetzen GmbH (19,25). Im Bau sind neben der Anlage in Bardowick noch vier Anlagen der Windpark Etzen (12). Geplant, aber noch nicht im Bau sind je eine Anlage von Carsten Beecken in Südergellersen (3,3) und der Manzke Besitz GmbH &Co. KG in Volkstorf (2,3).

2 Kommentare

  1. Windkraft in Bardowick: Der erste Riese steht komplett

    Schon jetzt ist völlig klar, dass hier rein optisch industrielle Riesen entstehen, die die Landschaft verschandeln.
    Aber wer sich näher damit befasst, der merkt sehr schnell, dass es für die Windparkerbauer und die Landwirte nicht nur sehr viel Geld zu verdienen gibt, sondern dass der Bevölkerung auch Riesennachteile zugemutet werden:
    ==> gesundheitsgefährdender INFRASCHALL
    ==> Hohe Schallwerte, die die Bürger besonders Nachts belasten
    ==> Nächtliche Störungen durch Blinkfeuer an den Türmen
    ==> Ökologie, also Naturschutz und Vogelschutz werden ausgehebelt, es werden Rotmilane gefährdet
    ==> Preise für Häuser und Grundstücke werden sinken
    ==> Auch Ökonomisch macht diese Technik keinen Sinn, weil Strompreise drastisch steigen und wir Bürger auch für den Wegwerfstrom zahlen, wenn der erzeugte Strom „nicht mehr ins Netzt passt“, die Subventionen jedoch weiter laufen
    ==> Technisch gesehen ist Windkraft heute nicht die „einzig richtige“ Lösung, weil man weiter Kohle- und Gaskraftwerke braucht, damit der Strom immer verfügbar ist, wenn grad der Wind nicht weht.

    Kurzum: Ohne ausreichende Trassenführungen von Nord nach Süd und ohne großzügige Speichertechnik wird die Energiewende so nicht funktionieren, sondern bleibt noch auf Jahre eine „Krücke“ an der nur bestimmte Kreise zu Lasten der Normalbürger ihr Geld verdienen.
    Man kann nur hoffen, dass dem Spuk ab September durch eine neue Bundesregierung ein Ende gesetzt wird.

    • Jetzt, wo Angela Merkel den Verbrennungsmotor auf der Straße für Tod erklärt hat, wird es sicher nicht mehr lange dauern den Verbrennungsöfen im Keller (Gas- und Ölheizung) an den Kragen zu gehen.