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Der erste Teil des Rohbaus (l.) für den Erweiterungsbau der Klinik ist fertig, jetzt laufen die Arbeiten am zweiten Teil. Foto: be

Baulärm am Klinikum nervt Patienten

Lüneburg. Der Erweiterungsbau des Klinikums läuft auf Hochtouren, am 9. Oktober soll der Rohbau fertig sein und Richtfest gefeiert werden. Die Bauarbeiten sorge n allerdings auch für erheblichen Lärm, hat Anneliese Bringezu festgestellt. Ihr Mann war vom 23. Juli bis 7. August Patient im Klinikum und in einem Zimmer zur Bögelstraße untergebracht.

Nicht nur schwerkranke Patienten müssten den Lärm ertragen, „auch Schwestern, Pfleger und Ärzte leiden unter dem Zustand und sollen dabei verantwortungsvolle Arbeit leisten“, sagt sie. Ihr Appell an die Verantwortlichen: „Überlegt Euch Lösungen. Auch Ihr könnt schon morgen dort krank liegen.“

Tag und Nacht Lärm

Anneliese Bringezu schildert, dass die lauten Arbeiten von den frühen Morgenstunden bis 21 Uhr dauerten. Ventilatoren seien Tag und Nacht gelaufen und hätten einen monotonen Dauerton erzeugt, der trotz geschlossener Fenster zu hören gewesen sei. Zudem sei an einem Sonnabendnachmittag Metallschutt in Containern entsorgt worden. „Ich verstehe ja, dass so ein wichtiger Bau Termindruck hat und fertig werden muss, aber mit etwas Überlegung und Rücksicht könnte vieles leiser gestaltet werden.“ Auf den Stationen zur Seite der Baustelle seien schwerkranke Patienten untergebracht, „die in dieser Umgebung wenig Chancen auf eine stressfreie Genesung haben“. Auch von Mitarbeitern des Hauses habe sie gehört, dass sie unter dem Dauerlärm leiden würden.

Dr. Michael Moormann, Geschäftsführer des Klinikums, räumt ein: „Die Lärmbelästigung ist nicht zu leugnen – zumal die Arbeitszeit derzeit länger ist. Aufgrund des schlechten Wetters ist vieles nicht planmäßig gelaufen und muss jetzt aufgeholt werden.“ Generell seien aber alle am Bau beteiligten Firmen darauf hingewiesen worden, dass unnötiger Lärm und Staub zu vermeiden sei. Dass Metallschutt an einem Samstagnachmittag in Containern entsorgt werde, gehe gar nicht.

Klinikum Lüneburg will sich um Schutzmaßnahmen bemühen

Die Gründe dafür und den Verursacher kenne er nicht. Möglicherweise seien aber Arbeiten erst Freitagabend beendet worden, bevor die nächste Firma am Montag dort weiter arbeiten sollte, sodass der Schutt Samstag in die Container geschüttet worden sei. Zum Dauer-Brummton der Ventilatoren erläutert Dr. Moormann: „Auf dem Dach des Erweiterungsbaus wurde eine neue Kälteanlage installiert. Zur Überbrückung war eine Interimsanlage notwendig, deren Ventilatoren rund um die Uhr laufen mussten.“ Inzwischen sei das aber Vergangenheit.

Dr. Moormann bekräftigt: „Für Patienten tut es mir besonders leid, wir sind um möglichst großen Lärmschutz bemüht.“ Aber nicht immer sei der bei einem Bau zu gewährleisten. Die Alternative sei, nicht zu bauen. Doch nicht nur mit Blick auf die stetig steigenden Patientenzahlen war der Erweiterungsbau notwendig geworden. Gleichzeitig soll das Haus zukunftsfähig aufgestellt werden. Dazu wird eine interdisziplinäre Notaufnahme entstehen, außerdem im Erweiterungsbau die neue Intensivstation untergebracht werden sowie die IMC, Intermediate Care, zu Deutsch Zwischenpflege, die ein Bindeglied zwischen Intensiv- und Normalpflege ist. Konzen­triert an dem Standort wird auch die Radiologie.

Von Antje Schäfer