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Der Bau eines Glasfasernetzes stößt in Bardowick und Gellersen auf ein breites Interesse. Auf dem Foto sind Leerrohre zu sehen, die im Tiefbau verlegt werden. Erst später werden die Glasfasern in einem speziellen Verfahren in die Leerrohre geblasen. Foto: A/dth

Ansturm bei Info-Abend

Handorf. Aus allen Nähten platzte am Dienstagabend der Saal im Gasthaus Benecke beim ersten Informationsabend zum Glasfaserausbau. Rund 350 Ha ndorfer drängelten sich dort, wo normalerweise 150 Menschen Platz finden. Selbst vor den geöffneten Terrassentüren und im Gang zum Saal war kaum ein Durchkommen. Aus allen Räumen des Gasthauses wurden Stühle zusammengetragen, aber selbst die reichten nicht aus, um allen Interessierten einen Sitzplatz zu bieten.

Eine ähnliche Resonanz fand der zweite Infoabend, der am Mittwoch in Kirchgellersen stattfand: 250 Sitzplätze in der Sport- und Begegnungsstätte waren besetzt, weitere Interessierte mussten stehen. Gestern Abend fand der dritte Informationsabend in Barum statt (die weiteren Termine: siehe unten).

Stichtag 20. Oktober

„Die ersten Handorfer waren bereits 45 Minuten vor Beginn der Veranstaltung hier. Als wir ankamen, um alles vorzubereiten, waren schon die ersten Plätze belegt“, war selbst Samtgemeindebürgermeister Heiner Luhmann, selbst Handorfer, überrascht von dem Riesenansturm. „Und das ohne Freibier“, schmunzelte Luhmann und freute sich riesig über das große Interesse. Denn um das Projekt realisieren zu können, müssen bis zum 20. Oktober 60 Prozent der Haushalte einen Anschluss in Auftrag geben. Nur wenn diese Zahl erreicht wird, ist das Projekt finanzierbar. „In Handorf dürften die Anwesenden ausreichen, um diese 60 Prozent zu erreichen“, so Luhmann.

Um die Handorfer über alle Einzelheiten des Glasfaserausbaus zu informieren, waren sowohl Vertreter der ElbKom, die Bau und Finanzierung des Netzes übernimmt, als auch Vertreter des künftigen Netzbetreibers, der NGN Telecom, vor Ort. Sie erklärten den Handorfern alle Details des Projektes, den zeitlichen Ablauf, die technischen Einzelheiten und vor allem die Preisgestaltung.

Barum, Wittorf, Handorf, Mechtersen, Radbruch, Dachtmissen, Südgellersen, Kirchgellersen, Westergellersen und Heiligenthal können dabei auf die Erfahrung der ElbKom zurückgreifen, die in den vergangenen zwei Jahren bereits in der Samtgemeinde Elbmarsch das Glasfasernetz realisiert hat.

Vorstand Uwe Luhmann berichtete über die Historie der ElbKom, die zwei Jahre nach dem ersten Spatenstich jetzt die letzten Haushalte in der Elbmarsch mit einem Glasfaseranschluss versorgt. 330 000 Meter Glasfaserkabel wurden dabei verbaut, knapp neun Millionen Euro investiert und 3600 Anschlüsse gelegt – rund 600 mehr als geplant. „Die aktuelle Quote in der Elbmarsch liegt bei 75 Prozent“, berichtete Luhmann.

„Situation zur Zeit untragbar“

Große Sorgen, dass die Quote in Bardowick und Gellersen nicht ausreichen könnte, haben die Glasfaser-Macher nach dem großen Ansturm in Handorf eigentlich nicht. Die Preisgestaltung für das Netz ist moderat und liegt für die ersten zwölf Monate nicht höher als das herkömmliche Angebot der jetzigen Versorger, bei wesentlich höheren Datenübertragungsraten. Dass die Handorfer schnelles Internet brauchen und wünschen, machten die Gäste des Informationsabends schnell klar. „Die Situation ist zur Zeit untragbar. Ich brauche schnelles Internet, um zuhause arbeiten zu können. Das ist im Moment einfach nicht möglich“, war mehrfach zu hören.

Wenn die Begeisterung auch bei den kommenden Informationsveranstaltungen, die bis Anfang September in allen betroffenen Dörfern stattfinden, anhält, werden die 60 Prozent Quote kein großes Problem sein. In allzu großen Optimismus wollen die Verantwortlichen aber noch nicht ausbrechen. „Wichtig ist, dass am 20. Oktober ausreichend viele Verträge vorliegen“, sind Heiner Luhmann und Uwe Luhmann gespannt, ob Bardowick und Gellersen tatsächlich demnächst ins schnelle Internet-Zeitalter aufbrechen.

Die weiteren Infoveranstaltungen:

▶ Montag, 21. August, 19.30 Uhr: Westergellersen (Mehrzweckhalle).

▶ Dienstag, 22. August, 19.30 Uhr: Wittorf (Festzelt).

▶ Mittwoch, 23. August: Heiligenthal (Wassermühle).

▶ Donnerstag, 24. August: Radbruch (Gasthaus Sasse).

▶ Montag, 28. August: Dachtmissen (Dorfgemeinschaftshaus).

▶ Dienstag, 29. August: Mechtersen (Feuerwehrgerätehaus).

▶ Dienstag, 5. September: St. Dionys (Restaurant Widukind).

▶ Mittwoch, 6. September: Südergellersen (Feuerwehrhaus).

Von Franzis Waber