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Das Comodo ist verwaist, der Pavillon auch. Nun hat die Stadt den Pachtvertrag um fünf Jahre verlängert. Anlieger wünschen sich hingegen, dass der Kiosk verschwindet. Foto: lkö

Stadtverwaltung verlängert Pachtvertrag für Pavillion

Lüneburg. Es ist nicht lange her, da war es der Platz an der Sonne: Wer eine Kneipe am Schrangenplatz führte, hatte ein volles Haus. Vor dem Mäxx und dem Comodo einen Stuhl und einen Tisch zu ergattern, war Glückssache. Vorbei. Inzwischen ist der Platz so belebt wie der Waldfriedhof um Mitternacht. Und jetzt gibt es eine Menge Gemunkel um den Pavillon.
Die Geschichte, die Wirte erzählen, geht so: Für den Pavillon hat die Familie Dovas einen Mietvertrag, die auch das Comodo betrieben hat. Bekanntlich hat das Lokal vor ein paar Wochen geschlossen und liegt öde da. Immer wieder wabern Gerüchte, dass eine Kneipenkette den Laden übernehmen möchte. Christos Dovas hat das in der Vergangenheit im Ungefähren gelassen.

Angeblich soll ein Imbiss eröffnen

Nun wollen andere Kneipiers gehört haben: Der Kiosk könnte Teil der Verhandlungsmasse sein. Angeblich soll ein Imbiss eröffnen – Pommes- und Dönerbude?
Wie gesagt: Gerüchte. Dovas war trotz mehrerer Versuche nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Fakt ist: Die Stadt hat den Pachtvertrag für den Pavillon mit Dovas um fünf Jahre verlängert. Das bestätigt im Rathaus Suzanne Moenck. Die Sprecherin sagt: „Das hat der Verwaltungsausschuss mehrheitlich beschlossen. Das Papier ist mittlerweile unterzeichnet.“ Die Spekulation, dass dort ein Imbiss einziehen soll, kennt auch Suzanne Moenck: „Wir wissen das aber nicht.“ Anträge lägen nicht vor. Zur Erinnerung: Jahrelang wurden bis in die 90er-Jahre in der Vorgängerbude Currywurst und Pommes serviert.

Wirte wünschen sich Brunnen oder Grünanlage

Die anderen Wirte, die darüber eher hinter vorgehaltener Hand sprechen, freut das ganz und gar nicht. Sie hätten sich gewünscht, dass das „hässliche Ding verschwindet“, ein Brunnen oder Grün wären schön gewesen. Selbst an der Spitze der Bauverwaltung soll man dieser Meinung gewesen sein. Doch, so heißt es aus politischen Kreisen, man habe einer neuen Entwicklung für das Comodo nicht im Wege stehen wollen – um den Platz wiederzubeleben.

Bewegung ist inzwischen auch in die Verschlusssache altes Mäxx gekommen. Seit mehr als einem Jahr ist der Betrieb verrammelt. Die Stadt hatte die Lichter ausmachen lassen, weil Brandschutzvorgaben nicht erfüllt wurden. Nun liege ein Brandschutzkonzept vor, sagt Suzanne Moenck. Doch es müsse noch überarbeitet werden, um genehmigt zu werden.
Interessant ist ein vorsorglicher Hinweis aus der Bauverwaltung, der nach Pannen und angeblichen Missverständnissen Sinn macht: „Potenzielle Inte­ressenten (etwa an Comodo und Pavillon, gilt aber auch anderswo) sollten sich vom Vermieter die genehmigten Unterlagen oder zumindest eine Kopie erbeten, um vorab klären zu können, was geht und was nicht.“

Von Carlo Eggeling