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Bürgermeister André Feit (r.) und sein Stellvertreter Dirk Lindemann freuen sich, dass die alten Hohnstorfer Ansichten endlich installiert werden konnten. Foto: be

Hohnstorf bekommt seine Dorfansichten

Hohnstorf. Die Eisenbahnfähre, die zwischen 1864 und 1878 Hohnstorf mit Lauenburg verband, der alte Bahnhof und die 1945 zerstörte Elbbrücke – drei von sechs Mo tiven, die als überdimensionale Fotos seit Kurzem in Hohnstorf zu bewundern sind. Das Besondere: Die historischen Bilder stehen an den Standorten, von denen aus Fotografen sie vor vielen Jahrzehnten aufgenommen haben – der Vergleich mit der heutigen Ansicht ist möglich.

Alte Ansichten als überdimensionale Schwarz-Weiß-Fotos zu zeigen, und das genau vor den Objekten, so wie sie heute aussehen – Bürgermeister André Feit hatte so etwas auf Reisen gesehen. Um die Attraktivität der Gemeinde weiter zu steigern und auch, um an „alte Zeiten“ zu erinnern, stimmte der Gemeinderat dem Projekt zu.
„Es ist eine Open-Air-Entdeckungsreise“, erklärt der stellvertretende Bürgermeister Dirk Lindemann das Vorhaben. Entwicklungs- und Veränderungsprozesse im Ort sollen dargestellt und nachvollziehbar gemacht werden. Feit: „Einige der Örtlichkeiten sind leicht wiederzuerkennen, aber andere haben sich umfangreich verändert.“

Zügig machten sich die Hohnstorfer im vergangenen Jahr an die Arbeit. Das Bedrucken von Lkw-Planen mit den Motiven sei dann auch kein Problem gewesen, erklären Feit und Lindemann.
Das Problem lauerte an einer ganz anderen Stelle: Für die großen Motive, die an Stellwänden montiert werden sollten, musste eine Baugenehmigung vom Landkreis her – und das schon ab einem Format von einem mal einem Meter. Die zu bekommen sei „eine große Herausforderung“, sagte André Feit damals. Auch die Statik der Anlagen musste berechnet werden.
Mittlerweile liegen die Baugenehmigungen längst vor, mehrere Kubikmeter Beton wurden im Boden versenkt, und alle Fotos sind angebracht. „Wir haben uns strikt an alle Vorgaben gehalten“, versichert Bürgermeister Feit.

Eine Stellwand mit den Fotomaßen von zwei mal drei Metern steht am ehemaligen Hohnstorfer Bahnhof, der heute die Grundschule beherbergt. Eine weitere am Wohnmobilstellplatz mit vier Motiven, darunter vom 1950 begonnenen Bau der neuen Elbbrücke nach Lauenburg.
Zwei weitere, kleinere Motive wurden an Wänden angebracht: An der Grundschule und südlich des Wohnmobilstellplatzes. Ganz bewusst, so André Feit, habe man auf lange Erklärungstexte verzichtet: „Wir wollen keine Geschichtsstunde abhalten. Der Betrachter soll sich an den Bildern einfach erfreuen können.“

„Wir sind froh, dass es jetzt endlich so weit ist und die Bilder hängen. Es war ein Marathon“, sagt Feit. Er und Dirk Lindemann können sich durchaus vorstellen, die Aktion fortzusetzen. Feit: „Zwei weitere große Rahmen haben wir noch. Wir haben auch schon Standorte im Auge“.
Weitere mögliche Motive seien vorhanden, etwa vom alten Badestrand. Die jetzt gezeigten Motive stammen ausnahmslos aus den Fotoalben von Hohnstorfer Familien. „Original mit Zackenrand“, sagt Dirk Lindemann.

Von Ingo Petersen