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Heidekönigin Anika Kuklinski in ihrem neuen Kleid, das „nicht zu verspielt“ sein sollte. Foto: phs

Heidekönigin 2017: Ihre Majestät auf Shoppingtour

Amelinghausen/Lüneburg. Die Qual der Wahl hat die frisch gebackene Amelinghausener Heidekönigin gestern Vormittag nun selbst: Sie steht in einem Lüneburger Gesc häft für Abend- und Brautkleider und muss sich entscheiden, welches festliche Gewand sie in ihrem Jahr als Amelinghausener Majestät zu Umhang und Heidekrone tragen möchte. Es ist doppelt schwierig: Zur Aufregung kommt hinzu, dass sie sich sonst nicht viel aus langen Kleidern macht. „Vielleicht mal im Sommer“, sagt Anika Kuklinski, „aber sonst finde ich das eher unpraktisch“, fügt die 23-Jährige hinzu, die derzeit Bauingenieurwesen im Master an der Technischen Universität Braunschweig studiert.

Heidekönigin mit Hang zur Mathematik 

Die Tochter eines Berliners und einer Lüneburgerin ist in Amelinghausen aufgewachsen. Dabei habe sich ihre Einstellung zum Leben auf dem Lande im Laufe der Zeit stark gewandelt. „Mit 16 Jahren habe ich mich schon oft geärgert, dass man dort für Unternehmungen nicht so einfach wegkommt.“ Auf der anderen Seite weiß sie die Vorzüge der Heideregion sehr zu schätzen. Heute mehr als damals. „Auch mit 18 Jahren wäre ich noch nicht auf die Idee gekommen, mich als Heidekönigin zu bewerben.“ Obwohl sie früher sogar schon Hofdame war. Doch im Laufe der Zeit und aus der Distanz habe sich die Sichtweise auf Amelinghausen geändert. „Amelinghausen hat eine tolle Dorfgemeinschaft, es ist ein schöner Ort zum Leben, und die Landschaft ist wunderschön.“

„Fürs Studium werde ich jetzt wohl einige Wochenenden weniger Zeit haben, um zu lernen.“
Anika Kuklinski, Heidekönigin

Dass die junge Frau mit einem Hang zur Mathematik jetzt mit der Wahl zur Heidekönigin einen Mädchentraum leben darf, fängt sie langsam an zu realisieren. „Verstanden habe ich schon, was da passiert ist. Fürs Studium werde ich jetzt wohl einige Wochenenden weniger Zeit haben, um zu lernen.“ Selbst schätzt sich Anika Kuklinski zuweilen als „eher schüchtern“ ein. „Manchmal fehlt der eine Schritt, sich zu etwas zu überwinden.“ Ihren ersten großen Auftritt hat sie jedenfalls bei der Wahl auf dem Kronsberg souverän gemeistert, nachdem Freunde und Familie sie zuvor immer wieder mit Fragen gelöchert haben, ob sie denn nun antritt. Und sie erhofft sich von den kommenden Auftritten als Heidekönigin, „viele Erfahrungen und neue Herausforderungen“.

Die ersten Termine stehen schon

Kürzer treten wird die 23-Jährige zugunsten ihrer neuen Repräsentationspflichten für Amelinghausen wohl auch in anderen Bereichen. Gezeigt hat sich das bereits am Krönungstag. Sie engagiert sich seit Jahren bei der DLRG Amelinghausen, betreute früher das Kinderschwimmen im Amelinghausener Waldbad. Und auch beim Heideblütenfest hat sie mit den DLRGlern tatkräftig mit angepackt. „Wir helfen zum Beispiel auf dem Kronsberg beim Aufstellen der Bänke und beim Zeltaufbau hinter der Bühne.“ So war es auch dieses Jahr, mit einer Einschränkung: „Beim Abbauen habe ich diesmal nicht mehr helfen können.“ Da trug sie schon die Heidekrone und führte den Festumzug durch den Ort an.

Die ersten Termine für die nächsten Wochen stehen auch schon fest, sofern die sich mit dem Studium der neuen Heideregentin zeitlich vertragen: das Schützenfest in Betzendorf, das Kartoffelfest in Rotenburg oder die Sülfmeistertage in Lüneburg stehen zumindest beim Heideblütenfestverein schon rot im Kalender. Als Betreuerinnen stehen vom Festverein Mareike Witte und Petra Hoja zur Seite. Ganz persönlich freue sich Anika Kuklinski beispielsweise darauf, Amelinghausen bei der Grünen Woche in Berlin vertreten zu dürfen. „Ich habe davon bisher nur Gutes gehört. Und mein Vater hat sich auch schon freiwillig als Begleiter angemeldet.“

Doch zunächst steht am Mittwoch in der Heide das erste offizielle Foto-Shooting für die neue Amelinghausener Heidekönigin an. Natürlich im neuen Kleid.

Von Dennis Thomas