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Hilke Kohfahl, Lüneburger Beauftragte für die Begabungsförderung Kunst, plant gemeinsam mit zwei Kollegen einen Schnuppertag. Sie möchten besonders talentierte junge Menschen fördern. Foto: t&w

Förderung über den Unterricht hinaus

Lüneburg. Sie möchte Schüler mit besonderem Talent über den Unterricht hinaus unterstützen. Deshalb hat sich Hilke Kohfahl für eine Begabungsförderung im Fach K unst eingesetzt. Ende 2016 wurde sie von der Landesschulbehörde beauftragt, ein solches Programm für den Raum Lüneburg zu entwickeln. In Braunschweig, Hannover, Hildesheim und Oldenburg existieren diese Begabungsförderungen im Fach Kunst schon seit vielen Jahren.

In Lüneburg steht das Projekt jetzt in den Startlöchern: Ein Schnuppertag soll talentierte Schüler mit den Organisatoren zusammenbringen. Er findet am Sonnabend, 2. September, von 10 bis 16 Uhr im Gymnasium Johanneum statt.

Drei Schulen, eine Mission

Hilke Kohfahl ist seit 26 Jahren Kunstlehrerin, 18 Jahre lang arbeitet sie schon in Lüneburg. „Man sieht einem Schüler sein Talent an – am Zugang, am Zeichenstrich, an der Fantasie. Man sieht es an dem Umgang mit dem Handwerkszeug, an der Art des Arbeitens“, sagt die 56-Jährige, die genau diese jungen Menschen über den Schulunterricht hinaus fördern und ihnen ihre beruflichen Möglichkeiten aufzeigen möchte. Unterstützt wird sie dabei von Katherine Dom­browski, sie arbeitet am Johanneum, und Roland Kraushaar (Bernhard-Riemann-Gymnasium).

Kohfahl ist sich sicher, dass viele Schüler ihre Begabung gar nicht bewusst wahrnehmen. „Wir wollen sie mitnehmen und ihnen durch ein besonderes pädagogisches Angebot zeigen, was in ihnen steckt.“ Die Initiative, die auf Langfristigkeit abzielt, soll als Workshop-Format stattfinden. So ist geplant, dass alle vier Wochen am Sonnabend von 10 bis 16 Uhr ein Kunsttag im Johanneum stattfindet – mit praktischen Übungen und Theorie. Das erste Halbjahr ist schon geplant, der erste Termin soll der 23. September sein.

„Wir werden Ausstellungen, Künstlerateliers besuchen, an anderen Orten arbeiten, mal vor die Tür gehen“, sagt Kohfahl. Auch sei es wichtig, individuell mit den Schülern zu arbeiten, Themen und Impulse vorzugeben. „Wir möchten auch auf die besonderen Begabungen der Schüler eingehen. Interesse für Plastikarbeiten, Malerei, Grafik oder Fotografie – all das soll zusammenkommen.“

Orientierung in Richtung Uelzen denkbar

Momentan plant Hilke Kohfahl, Jugendliche ab der 7. Klasse zu fördern. Aber Ausnahmen sollen möglich sein. „Letztes Jahr ist mir eine Sechstklässlerin aufgefallen, da war sofort klar, dass sie unbedingt dabei sein muss.“ Sicher ist aber, dass sich das Angebot zunächst nur an weiterführende Schulen im Gymnasialbereich richtet. Einladungen zum Schnuppertag seien außerdem an die Gesamtschulen und an die Waldorfschule gesendet worden. „Später würden wir das Ganze gern ausweiten, uns vielleicht auch in Richtung Uelzen orientieren.“

Ein Jahr lang soll erstmal fleißig gearbeitet werden, dann steht eine Werkschau an. Dort sollen die Schüler die Möglichkeit erhalten, ihre gesammelten Arbeiten vorzustellen. Hilke Kohfahl und ihre Kollegen sind da auf Mithilfe angewiesen, so benötigen sie beispielsweise einen Ausstellungsort in Lüneburg.

▶ Schüler, die Interesse haben an dem Schnuppertag teilzunehmen, werden gebeten, sich an ihre Kunstlehrer zu wenden. Sie sind über die Begabungsförderung informiert. Rund 20 Plätze stehen zur Verfügung, sechs sind bislang belegt.

Von Anna Paarmann

One comment

  1. Während ich grundsätzlich Förderung von Begabten sehr befürworte:

    Warum bitte zuerst die Förderung von Kunst?
    Ist es nicht sinnvoller, erst einmal mit den Schülern anzufangen, die in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern besonders begabt sind?
    Diese Wissenschaftler und Forscher von morgen sind diejenigen, die die Herausforderungen der Zukunft, die mannigfaltig sind, meistern müssen.
    Ein netter Gesangsvortrag im Dunklen und Kalten mag zwar die Laune kurzfristig heben, löst langfristig aber keine Probleme der Menschheit, wenn das Öl und das Gas alle sind…