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Was wird aus der Scharnebecker Ortsmitte, wenn Edeka auszieht und sich am Ortsrand ansiedelt? Diese Frage wird mitentscheidend dafür sein, ob es mit dem neuen Einkaufszentrum klappen wird oder nicht. Foto: phs

Scharnebeck: Weiterhin Hürden für Einkaufszentrum

Scharnebeck . Die Planungen laufen seit Jahren, doch zu sehen ist von einem neuen Einkaufszentrum (EKZ) am Schiffshebewerk in Scharnebeck noch immer nichts. Weil das Projekt größer werden soll, als es die Raumordnung für das Gebiet zulässt, braucht es für die Realisierung eine Ausnahmegenehmigung (LZ berichtete). Die Verhandlungen darüber laufen seit Monaten, nun könnte sich eine Entscheidung ankündigen. Für die Planer und Investor Jürgen Sallier ein Etappenziel.

Das konkrete Problem: Nach den Regeln der Raumordnung dürfte ein Einkaufszentrum in einem Ort wie Scharnebeck 2000 Quadratmeter nicht überschreiten. Das Projekt mit einer Vergrößerung des Aldi-Marktes (1200 Quadratmeter) sowie dem Bau eines Edeka- und Drogeriemarktes (1500 und 600 Quadratmeter) würde aber deutlich größer werden. Ein weiterer Knackpunkt: Das Einkaufszentrum liegt am Dorfrand und nicht wie in der Raumordnung vorgesehen im Ortskern. Aussicht auf Erfolg gibt es für die Planer dennoch – vorausgesetzt sie erfüllen die Bedingungen, die Kreis und Land für eine Zielausnahmeregelung vorschreiben.

Eine Voraussetzung: Die Einwohner müssen das Einkaufszentrum mit dem Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) problemlos erreichen können. „Das Konzept dafür liegt bisher nicht vor, aber die Samtgemeinde ist in der Sache in Abstimmung mit dem Landkreis“, sagt Kreissprecher Hannes Wönig. Ein weiteres Muss: Für die Ortsmitte, aus der sich der Edeka-Markt beim Bau des EKZ am Hebewerk zurückziehen würde, muss ein Nachnutzungskonzept erstellt werden. Investor Jürgen Sallier hat Pläne geschmiedet, will dort Gastronomie und kleinere Geschäfte ansiedeln.

Ob das gelingt, daran zweifeln einige Scharnebecker. Bürgermeister Hans-Georg Führinger (CDU) liegt viel daran, dass es eine „verlässliche und vernünftige Nachnutzung“ für den Ortskern gibt. Bevor er das Thema zu Abstimmung in den Gemeinderat gibt, hat er am Montagabend deshalb zu einer öffentlichen Informationsveranstaltung zur Nachnutzung eingeladen. Nur wenn auch die Gemeinde einer Änderung des Bebauungsplanes zustimmt, hat das Projekt eine Chance auf Realisierung.

Zunächst muss allerdings eine Genehmigung der Zielausnahme vorliegen. Hält der Landkreis alle dafür geforderten Unterlagen in den Händen, „können wir die Erteilung einer Ausnahme von der Raumordnung abschließend prüfen“, sagt Kreissprecher Wönig. Etwas optimistischer äußert sich Scharnebecks Samtgemeindebürgermeister Laars Gerstenkorn (CDU): „Wenn die Bedingungen alle erfüllt sind, hat uns der Landkreis signalisiert, eine Genehmigung zu erteilen.“

Damit es dann wirklich losgehen kann, müssen die Samtgemeinde und die Gemeinde noch den Flächennutzungs- sowie den Bebauungsplan ändern. Außerdem muss eine Baugenehmigung des Landkreises vorliegen. Ein erster Spatenstich dürfte wohl nicht vor 2018 erfolgen.

Von Anna Sprockhoff