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Von heute an tauschen Hunderte Fernreisende wieder ihre Erfahrungen beim Globetrotter-Treffen in Amelinghausen aus. Foto: t&w

Globetrotter rollen in die Heide

Amelinghausen. Das Reisefieber hat Carsten Rennecke schon seit Jahrzehnten gepackt. Auf seinen Abenteuer-Touren quer durch Länder und Kontinente wie Russland o der Afrika hat der 52-Jährige nicht nur viel gesehen und erlebt, sondern auch unzählige Herausforderungen gemeistert. Eine weitere steht ihm vom heutigen Freitag an bevor: nicht in der großen, weiten Welt – in Amelinghausen in der beschaulichen Lüneburger Heide. Carsten Rennecke organisiert zum ersten Mal das bekannte AMR-Globetrotter-Treffen.

Zum 21. Mal treffen sich drei Tage lang mehrere Hundert Abenteurer mit ihren teilweise ungewöhnlich aussehenden Expeditions-Reisemobilen und Off-Road-Fahrzeugen am Waldbad. 20 Jahre lang hatten Rita und Jörgen Hohenstein diese Veranstaltung ausgerichtet. Nach dem Treffen 2016 gab das Ehepaar die Leitung ab. Carsten Rennecke übernahm – und musste gleich einige große Probleme lösen. „Mit den Hohensteins haben fast alle anderen der rund 30 freiwilligen Helfer mit aufgehört“, sagt Rennecke. „Außerdem hat die Samtgemeindeverwaltung die Gebühren für die Nutzung des Areals beträchtlich angehoben.“

Tage lang telefonierte er sich die Finger wund, um wieder eine engagierte Helfer-Crew zusammenzubekommen. „Letztlich helfen mir jetzt Freunde und Bekannte bei der Ausrichtung, die mit Globetrottern sonst wenig zu tun haben.“ Der 52-Jährige freut sich sehr „über diese tolle Unterstützung“, hofft aber, dass sich in den nächsten Tagen durch Gespräche und Kennenlernen unter den Teilnehmern weitere Freiwillige für die Organisation in den kommenden Jahren bei ihm melden. „Wir haben ja alle den Anspruch, das bisherige hohe Niveau zu halten.“

Auf die Teilnehmer warten ab Freitag wieder spannende Reiseberichte und Vorträge aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt sowie ein privater Fahrzeug-, Ausbau- und Ausrüstungsteile-Flohmarkt als Tauschbörse. Rennecke selbst hält heute ab 20.15 Uhr in der Lopautalhalle einen Reisebericht in Bildern über seine Tour entlang der Trasse der Transsibirischen Eisenbahn von Sankt Petersburg über Moskau nach Wladiwostok. „So können mich die Teilnehmer kennenlernen und sehen, was ich für ein Typ bin“, sagt Rennecke.
Das Abenteuer von der Ostsee bis an den Pazifischen Ozean über 13 500 Kilometer und durch sieben Zeitzonen hat der 52-Jährige zweimal allein absolviert. „Ich war schon früh als Backpacker unterwegs, bin beispielsweise als 18-Jähriger nach Ungarn getrampt, und habe viel die damalige Sowjetunion bereist.“ Sein Herz schlägt aber auch für Afrika. „Da bin ich immer wieder.“

Rennecke wohnt in Berlin. Er ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Er ist Inhaber des Unternehmens Eventech, arbeitet als Berater für den Bau von Stadien oder Multifunktionsarenen. So war er am Bau des Stadions in St. Petersburg für die WM 2018 beteiligt. Aktuell ist er unter anderem beim vom Landkreis Lüneburg geplanten Bau der Arena Lüneburger Land als Berater mit im Boot. Zudem betreibt er eine Firma für Vermietung und Ausrüstung von Spezial-Geländewagen und ist Veranstalter von Off-Road-Reisen.

Rennecke hat früher jahrelang in der Event-Branche gearbeitet. So war er beispielsweise als Koordinator für den Auf- und Abbau von Bühnen bei Touren der Mega-Bands Rolling Stones oder U2 zuständig. „Das hat jede Menge Spaß und Freude gemacht.“ Das erhofft sich der 52-Jährige auch vom Globetrotter-Treffen in Amelinghausen, das er selbst 2009 erstmals besucht und schätzen gelernt hat. „Jeder ist willkommen, um sich über unsere Art des Reisens auszutauschen oder Tipps und Tricks für die eigenen Unternehmungen mitzunehmen.“
Das Programm beim aktuellen Globetrotter-Treffen ist unter www.amr-treffen.jimdo.com im Internet einzusehen.

Von Marcel Baukloh