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Auf diesem Areal westlich des Sportparks in Ochtmissen soll die Ausgleichsfläche entstehen. Überlegungen, dort eine Aussichtsplattform einzurichten, sieht der Nabu kritisch. Foto: t&w

Ochtmissen: Idee für Aussichtsplattform sorgt für Kritik

Lüneburg. Westlich des Sportparks in Ochtmissen soll eine Ausgleichsfläche entstehen. Das begrüßt im Prinzip auch der Nabu. Kritik kommt vom Vorsitzenden Thomas Mitschke jedoch bezüglich einer Aussichtsplattform, die dort errichtet werden soll. Dazu hatte Peter Zurheide, Bereich Grünplanung, im Ortsrat Ochtmissen vorgetragen. „Diese Aussichtsplattform konterkariert das eigentliche Ziel dieser Ausgleichsmaßnahme“, bemängelt Mitschke.

Änderung des Bebauungsplans Schlieffenpark 

Wie berichtet, muss die Stadt den Bebauungsplan Schlieffenpark 129 erneut ändern. Der Grund dafür ist das Hanseviertel-Ost, das die Stadt demnächst entwickeln will. Da die Versickerung dort nicht optimal ist, soll das Wasser abgeleitet werden in ein Regenrückhaltebecken, das im nördlichen Teil des Hanseviertels entstehen soll. Dafür muss der dortige Bebauungsplan geändert werden und Ausgleichsmaßnahmen, die darin verankert waren, an andere Standorte im Stadtgebiet verlagert werden. Eine der Flächen soll in Ochtmissen entstehen.

Mitschke verweist auf den Umweltbericht zum Bebauungsplan 153 für das Hanseviertel-Ost, in dem es unter anderem um die Ausgleichsfläche in Ochtmissen gehe. Darin heiße es, dass es derzeit dort schon einen „hohen Nutzungsdruck“ durch Spaziergänger und Hunde gebe. Eine Aussichtsplattform lockt aus Sicht von Mitschke noch mehr Menschen auf das Areal.

Aussichtsplattform zur Naturwertvermittelung

Der stellvertretende Vorsitzende Jörg-Dietrich Kaufmann macht deutlich: „Der Nabu unterstützt die Entwicklung der Fläche zu einem Sand- und Magerrasenbiotop, in dem auch Zaun- und Waldeidechse sowie seltene Pflanzen, die auf der Roten Liste stehen, einen zusätzlichen Lebensraum haben. Das aber lässt sich von einer Aussichtsplattform nicht beobachten, so dass eine solche eher Ermutigung wäre, in diese Flächen hineinzugehen und sie dabei ernsthaft zu beschädigen.“ Mitsch­ke erklärt außerdem, dass es im Umweltbericht heiße, dass die Ausgleichsfläche in Ochtmissen eingezäunt werden solle. Davon sei im Ortsrat nichts gesagt worden.

Angesprochen auf die nachträgliche Kritik des Nabu-Vorsitzenden, der sich im Ortsrat nicht dazu geäußert hatte, sagt Peter Zurheide: „Ich denke, ein Aussichtspunkt, der ja auch gern zurückhaltend und am Rand der Fläche eingerichtet werden kann, ist eine Chance, Menschen den Wert dieser Fläche nahezubringen. Stichwort Umweltbildung. Bislang ist alles nur eine Idee, über die ich mich gern weiter austausche, gern auch mit dem Nabu.“ as