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Mit einer tschechischen „CZ“ von 1961 schlängelt sich Werner Schaaf aus dem Westerwald durch den Trial-Parcour, belegte bei den „Classic-Experten“ seiner Kategorie den ersten Platz. Foto: t&w

Classic Trial in Embsen: Über Stock und Stein +++ mit Video +++

Embsen. Zum 60-jährigen Jubiläum des „Motorrad-Trials“ im Landkreis Lüneburg gingen am Sonnabend 99 Teilnehmer von Skandinavien bis Garmisch-Partenkirchen mit ihren Maschinen an den Start, gestern waren es nochmal 65, die dann am nunmehr achten Lauf im Deutschland-Cup mitfuhren. Sowohl für den Cup als auch für die „Hanse-Classics“ hatte der ADAC-Ortsclub Lüneburg die hügelige Strecke in Nachbarschaft zum Fahrsicherheitszentrum Embsen aufwendig hergerichtet. „Im Deutschland-Cup sind wir hier der nördlichste Lauf, der gefahren wird“, sagt der Rullstorfer Gerald Franz, Spartenleiter Classic-Trial beim Ortsclub Lüneburg.

Mit von der Partie war auch Lokalmatador Manfred Westermann aus Reppenstedt, mit 87 Jahren zugleich Lüneburgs ältester Trialfahrer neben dem 80-jährigen Werner Piepho (LZ berichtete). In der Kategorie „Pre 65 – Classic-Historik“, also mit Maschinen bis Baujahr 1965, waren die beiden unter sechs Wettbewerbern mit an den Start gegangen, belegten die Plätze vier (Piepho) und fünf (Westermann). Doch Platzierungen sind beim Classic-Trial sowieso relativ.

Schwere Maschinen als sportliche Herausforderung

Spartenleiter Franz sagt: „Beim Classic-Trial, beim Fahren mit alten Motorrädern, geht es nicht ganz so sehr darum, dass man hinterher den Pokal in Händen hat und gewonnen hat, sondern es geht eher darum, dass ältere Leute mit älteren Maschinen historisches Kulturgut artgerecht halten.“ Dafür versuchen die Veranstalter, die Spuren so abzustecken, wie sie 1960, 1970 oder 1980 waren und die Strecke nicht so radikal zu gestalten, wie sie sonst mit modernen Maschinen gefahren werden könnte. Eine sportliche Herausforderung ist es allemal, zumal die älteren Maschinen einiges an Gewicht mitbringen, das in dem Hügel­parcours genauso bewegt werden will.

„Es geht darum, dass ältere Leute mit älteren Maschinen historisches Kulturgut artgerecht halten.“
Gerald Franz, Spartenleiter Classic-Trial

Mit der Startnummer 105 präsentierte beispielsweise Hans Hammel aus dem rheinland-pfälzischen Pirmasens seine Royal Enfield Bullet 350 aus dem Jahr 1954, fuhr damit jetzt auch um Punkte im Deutschland-Cup mit. Und die Maschine bringt immerhin 127 Kilogramm auf die Waage. Seit mehr als 18 Jahren nennt er die Bullet sein Eigen. „Und seitdem dient sie mir treu und brav in jedem Wettbewerb“, sagt der 71-Jährige stolz. Zwölf Läufe absolviere er damit pro Jahr, deutschlandweit und in europäischen Nachbarländern.

Mit einer „CZ“ mit 250 Kubik, Baujahr 1961, nahm Werner Schaaf (64) aus dem Westerwald gestern an dem Wettbewerb teil. „Nicht zum ersten Mal“, wie er betonte. Knatternd und tuckernd steuerte er sein Zweirad, ohne mit dem Fuß abzusetzen, den schmalen Pfad am Hügel durch die engen und steilen Kurven.

Der jüngste Teilnehmer im Feld aus Lüneburg war übrigens Nathanad Bay (16). Er belegte unter anderem in der Kategorie „Twinshock für Fortgeschrittene“ am Sonnabend den dritten Platz unter 17 Startern.

Von Dennis Thomas