Donnerstag , 18. Oktober 2018
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Wilfried Buß gehört zur Oldtimer-Gruppe der Feuerwehr. Er erklärt Besuchern, wo der Magrius Deutz aus dem Jahr 1955 im Einsatz war. Foto: ca

Feuerwehr Lüneburg: Sie passen auf ihre Stadt auf

Lüneburg. Man verlässt sich auf sie, doch selbstverständlich ist ihr Einsatz nicht: Die knapp 240 Feuerwehrmänner und -frauen in Lüneburg versehen ihren Dienst ehrenamtlich. Am Sonnabend öffnete die Wache Mitte im Lünepark ihre Tore, um sich vorzustellen. Rund 4000 Besucher kamen, sie erlebten bei strahlendem Sonnenschein ein spannendes Programm.

Vier Feuerwehren in Lüneburg

In Lüneburg bestehen vier Feuerwehren: in Rettmer, Häcklingen, Oedeme und in der Mitte. Letztere ist die größte mit rund 120 aktiven Mitgliedern. Ortsbrandmeister Rainer Utermöhlen freute sich, dass seine Kameraden mitanpackten. Sie präsentierten ihre mächtigen Fahrzeuge, zeigten, wie sie bei Bränden und Verkehrsunfällen vorgehen. Für Kinder gab es unter anderem ein Karussell – doch auch die jüngeren Gäste waren eher davon fasziniert, wie viel Technik in den roten Kolossen steckt und wie die Helfer sie einsetzen.

Dass die Feuerwehr in einem Konzert der Hilfe mitspielt, zeigte sich auch daran, dass befreundete Organisationen selbstverständlich vertreten waren: Polizei, Technisches Hilfswerk, die Rettungsdienste von DRK und ASB und auch die DLRG, die gemeinsam mit der Feuerwehr Bootstouren auf der Ilmenau anbot. Für den guten Ton sorgte in bewährter Manier das Stadtorchester Lüneburg.

Großes Interesse freut Einsatzkräfte

Eine Menge Fragen konnte Wilfried Buß beantworten, ein Urgestein der Feuerwehr, seit 1960, also mehr als einem halben Jahrhundert, ist er dabei. Buß zählt zur Oldtimer-Gruppe. Stolz erzählte er über einen Magirus Deutz aus dem Jahr 1955 mit dem Namen Carl Erich: „Das steht für den Malermeister Carl Erich Cramm, der den Wagen einst gefahren hat.“ Damals waren die roten Laster wie eben das Tanklöschfahrzeug TLF 16 mit einem 2300-Liter-Wassertank und einer Pumpleistung von 1600 Litern in der Minute festen Fahrern zugeordnet.

Eine kleine Besonderheit ist das alte Nummernschild BN 47-55 33: „Das steht für Bundesland Niedersachsen, 47 war die Zahl für Lüneburg und 55 das Jahr der Zulassung.“
Nicht nur der Ortsbrandmeister Utermöhlen war begeistert vom Besucherandrang, auch Stadtbrandmeister Thorsten Diesterhöft lächelte mit Blick auf den sonnigen Himmel. „Die Resonanz ist toll. Und Petrus ist ein Feuerwehrmann“, sagt Lüneburgs Feuerwehrchef zufrieden. ca

Fahrzeug-Übergabe: „Der verlängerte Arm des Einsatzleiters“
Wenn man gut Bescheid weiß, fällt die Hilfe leichter – das gilt als Motto für den neuen Einsatzleitwagen der Feuerwehr. Der rund 150 000 Euro teure Kleinbus ist mithilfe der Feuerwehr in einem Erbstorfer Spezialbetrieb für die Anforderungen der Brandbekämpfer maßgeschneidert worden. „Wir haben drei PC- und vier Funkarbeitsplätze“, sagt Peer Henze von der Kommunikationsgruppe.

Über eine Datenbank und Internet-Verbindungen können sich die Fachleute beispielsweise die Daten von 120 Gebäuden in der Stadt aufrufen: Welche Zufahrten gibt es etwa für die Kita am Krankenhaus? Wie sieht der Grundriss aus? „Für uns ist es wichtig, dass nicht alle Fahrzeuge zum selben Punkt fahren“, erklärt Henze. Die Helfer gruppieren Fahrzeuge so, dass genug Platz für den Rettungsdienst bleibt und eben nahe an Hy­dranten. Damit werde das Fahrzeug zum „verlängerten Arm des Einsatzleiters“.

Zudem hat die Feuerwehr gemeinsam mit der städtischen Servicegesellschaft zwei VW Caddy in den Dienst gestellt, die die beiden benachbarten Organisationen nutzen. ca