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Auch in der Gemeinde Adendorf könnte bald ein Glasfasernetz verlegt werden. Foto: be

Adendorf vor dem Sprung

Adendorf. Hat am Dienstagabend um 20.31 Uhr die digitale Zukunft der Gemeinde Adendorf begonnen? Ganz so weit ist es noch nicht, aber ein erster konkreter Schri tt ist gemacht: Einstimmig erklärte der Ausschuss für Umwelt, Ortsentwicklung und Bauen des Gemeinderats, dass er es „begrüßt“, wenn der Münchner Internetanbieter NGN Telecom, unterstützt von der Elbmarsch Kommunal Service AöR (Elbkom) aus der Samtgemeinde Elbmarsch, ein Glasfasernetz in Adendorf verlegt. NGN-Geschäftsführer Matthias Theisen am Ende des Abends: „Auf zum Baggern.“

So weit ist es zwar noch lange nicht, aber für das positive Votum waren Theisen und Uwe Luhmann, Vorstand der Elbkom, nach Adendorf gekommen. Dort berichteten sie dem Ausschuss und den Zuhörern über die Chancen und die Vorgehensweise beim Ausbau eines leistungsfähigen Glasfasernetzes für die Gemeinde.
Eine Internet-Grundversorgung mit einer Bandbreite von 30 Mbit/s hat Adendorf, Gemeinde mit rund 10 600 Einwohnern und 6700 Haushalten – grundsätzlich jedenfalls. Es gibt aber auch Teile der Gemeinde, in denen es weit schlechter aussieht. Östlich des Kreisverkehrs an der Dorfstraße etwa sehe es „grottig“ aus, sagte Uwe Luhmann. Von Bandbreiten zwischen 2 und 3 MBit/s am östlichen Scharnebecker Weg berichtete ein Zuhörer nach der Sitzung.

Ausführliche Informationsbroschüren werden erstellt

Und angesichts der Tatsache, dass andere Kommunen in der Region, etwa in den Samtgemeinden Bardowick und Gellersen, bald mit Bandbreiten von bis zu 1000 Mbit/s ausgestattet werden, sagte Bürgermeister Thomas Maack (SPD) schon vor Wochen: „Wir müssen in die Zukunft denken und aufpassen, dass wir nicht irgendwann hinten runterfallen.“

Ausführlich erklärte Theisen die Vorzüge von Glasfaserkabel gegenüber dem herkömmlichen Kupferkabel, das ursprünglich einmal verlegt worden sei, „um darüber zu telefonieren“. Da Adendorf mit seiner Bandbreite von 30 MBit/s als grundversorgte Gemeinde gelte, dürfe die öffentliche Hand nicht bei einem Ausbau eingreifen. Wird ein Glasfasernetz in Adendorf verlegt, dann würde die NGN Telecom das „eigenwirtschaftlich“, also auf eigenes Risiko, tun.

Theisen erläuterte das konkrete weitere Vorgehen für die Gemeinde Adendorf nach dem positiven Votum: Zunächst werden ausführliche Informationsbroschüren erstellt, die an alle Haushalte verteilt werden. In etwa sechs bis acht Wochen sollen dann mehrere Informationsveranstaltungen folgen, zudem werden Info-Büros als Anlaufstellen für die Bürger eröffnet.

„Mitte 2020 könnten wir dann fertig sein“

In dieser Zeit und bis zum Spätsommer läuft dann auch die „Vorvermarktungsphase“, in der die Adendorfer Bürger einen Vorvertrag mit der NGN Telecom abschließen können – Kosten für die Verlegung des Glasfaserkabels bis zu ihrem Haushalt entstehen dabei nicht.

Kommen genügend Vorverträge zusammen – wie viel Prozent erreicht werden müssen, steht noch nicht fest – könnte mit den Tiefbauarbeiten Anfang 2019 begonnen werden. „Mitte 2020 könnten wir dann fertig sein“, erklärte Matthias Theisen, der auch sagte: „Wir bewegen uns in Richtung einer Gigabit-Gesellschaft.“

„Ich kann mir eigentlich keinen vernünftigen Grund vorstellen, keinen Vorvertrag abzuschließen“, fasste Ausschussmitglied Peter Bollmann (Grüne) seine Eindrücke zusammen. Und auch Ausschussvorsitzender Ronald Steinberg (SPD) war überzeugt: „Ich denke, das ist das Netz der Zukunft.“ Und neben den privaten Nutzern sei das Glasfasernetz vor allem auch „eine große Chance für Gewerbe und Handwerk“.

Von Ingo Petersen

Bardowick, Vögelsen und Reppenstedt

Warten auf Glasfaser-Entscheidung

Das Warten in den Dörfern Bardowick, Vögelsen und Reppenstedt geht weiter: Dort, wie auch möglicherweise in Adendorf, plant die NGN Telecom, ein Glasfasernetz zu verlegen. Die Vorvermarktungsfrist endete am 28. Februar – ob es mit den Arbeiten losgehen kann, sei noch nicht sicher, erklärte Theisen am Rande der Sitzung in Adendorf. Ende dieser oder Anfang nächster Woche soll die Entscheidung bekannt gegeben werden. Theisen: „Aber es sieht positiv aus, wir sind zuversichtlich, auch dort zu bauen. Aber es ist noch nicht endgültig entschieden.

In „unterversorgten“ Gemeinden innerhalb der Samtgemeinden Bardowick (Barum, Handorf, Mechtersen, Radbruch und Wittorf) und Gellersen (Dachtmissen, Südergellersen, Westergellersen, Kirchgellersen und Heiligenthal) werden die NGN Telecom und die ElbKom in Kürze mit den Arbeiten für ein Glasfasernetz beginnen. pet