Mittwoch , 19. September 2018
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Gegenüber dem alten Bahnhofsgebäude soll der neue Bahnhaltepunkt Adendorf entstehen. (Foto: cm)
Gegenüber dem alten Bahnhofsgebäude soll der neue Bahnhaltepunkt Adendorf entstehen. (Foto: cm)

Bahn frei ab 2021?

Adendorf. Während sich die Bahn bei der Planung und Realisierung des neuen Bahnhaltepunktes in Adendorf noch zurückhält, setzen die politischen Gremien alles daran, das Vorhaben voranzutreiben. Bei der jüngsten Sitzung des Verkehrsausschusses der Gemeinde legten sich die Politiker nun auf eine der vier vorgestellten Lösungen fest. Zum Zuge kam Variante vier, die einen eingleisigen Bahnsteig gegenüber dem alten Bahnhofsgebäude vorsieht.

„Bei der Entscheidung haben die Einwände der Anwohner am Standort Waldwinkel wegen der Zahl der Parkplätze zwar eine gewisse Rolle gespielt“, sage Bauamtsleiter Christian Ninnemann während der Sitzung. Gleichwohl werde dieser Standort favorisiert. „Dort ist die einzige Stelle, an der es für die künftige Entwicklung die Option auf einen zweiten Bahnsteig gibt.“ Zwar wisse derzeit niemand, wie sich der Verkehr in Zukunft entwickele, doch halte sich die Gemeinde auf diese Weise alle Möglichkeiten offen.

„Park & Bike“

Adendorf gehört in die Bahnhofskategorie 6, die kleinste überhaupt mögliche nach den Statuten der Deutschen Bahn (DB). Vorgesehen ist danach ein Bahnsteig von 140 Meter Länge. Dazu ein Wetterschutzhäuschen, Beleuchtung, dynamische Schriftanzeiger sowie Wegeleit- und Informationssysteme. Dazu kommen noch Fahrradparkplätze, denn die Gemeinde Adendorf setzt bei ihrem neuen Bahnhof auf „Park & Bike“ – also Fahrradreisende. Daher sind auch relativ wenige Parkplätze vorgesehen. Dies war zuletzt auf Widerstand der Anwohner gestoßen, Kritik ist deshalb programmiert

Die endgültige Entscheidung jedoch fällt die Bahn. Rückmeldungen gibt es bislang aber nicht von allen beteiligten Töchtern der Bahn. Vor allen Dingen die DB-Netz-AG muss sich noch dazu äußern, ob sie die betrieblichen Einschränkungen, die bei einem eingleisigen Bahnhof entstehen, akzeptieren kann. Die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen, die das 1,077-Millionen-Projekt mit 75 Prozent bezuschusst, hat laut Gemeinde bereits ihr Einverständnis signalisiert.

Planung ist Sache der Gemeinde

Auf LZ-Anfrage sagte eine Sprecherin der Bahn: „Die Planung obliegt derzeit noch der Gemeinde.“ Der Prozess werde von der DB nur begleitet. „Erst bei der Ausführungsplanung wird dann die DB übernehmen.“

Die Gemeinde Adendorf drückt deshalb aufs Tempo, weil der Bau des neuen Haltepunktes bis September in der Baubetriebsplanung der Bahn angemeldet sein muss, damit nicht noch ein Jahr verstreicht, in dem nicht gebaut werden kann. Wenn das klappt, wird die Planung noch Ende 2018 abgeschlossen und die Förderanträge können im Mai kommenden Jahres offiziell eingereicht werden. Mitte 2019 könnte dann das Planfeststellungsverfahren beginnen. Wenn auch das abgeschlossen ist, könne der neue Bahnhaltepunkt Adendorf Ende 2021 in Betrieb gehen.

Der Gemeinderat Adendorf berät über den Bahnhaltepunkt unter anderem bei seiner nächsten Sitzung am Donnerstag, 23. August, ab 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses.

Von Claudia Misiek