Dienstag , 25. September 2018
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Verkehrskonzept Adendorf
An der Adendorfer Kreuzung Amselweg/Kirchweg/Sandweg sieht das Verkehrsentwicklungskonzept künftig einen verkehrsberuhigten Bereich vor. (Foto: skyimage21)

In neuen Wegen denken

Adendorf. Neue Tempo-30-Zonen in Durchgangsstraßen, ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich sowie die Aufwertung des Radverkehrs unter Einbeziehung des geplante n Bahnhaltepunktes. Das sind Kernmaßnahmen, die der Gutachter Rainer Dargel vom Büro „Planungsgemeinschaft Verkehr“ (PGV) aus Hannover der Gemeinde Adendorf vorschlägt. Die Ergebnisse seiner Untersuchung stellt er jetzt dem Adendorfer Bauausschuss vor. Bürgermeister Thomas Maack (SPD) sprach von einem „Meilenstein für die weitere Siedlungsentwicklung“. Deutliche Kritik gab es hingegen von Anwohnern der Straße Im Suren Winkel.

Zusätzliche Tempo-30-Zonen

Die wohl weitestgehende Maßnahme, die Dargel vorschlägt, ist die Einrichtung eines „verkehrsberuhigten Geschäftsbereichs“ am Kirchweg an der Kreuzung Sandweg und Amselweg in Höhe des Sky-Marktes. Laut Dargel sei dort eine besonders hohe Konzentration von Kfz-, Rad- und Fußgängerverkehr zu beobachten. Deshalb sei dort die Einrichtung einer Tempo-20-Zone sinnvoll. Der Radverkehr soll zudem auf die Straße umgeleitet werden. An den Adendorfer Radwegen ließ Dargel ohnehin kein gutes Haar: „Die Zeichen für den Radverkehr, gehen so nicht.“ Und: „Es gibt in Adendorf keine Strecke, die Radfahrer bevorzugt behandelt.“ Das könnte sich mit der Einrichtung einer Fahrradstraße zum geplanten Bahnhaltepunkt ändern.

Weitere Vorschläge sind die Einrichtung zusätzlicher Tempo-30-Zonen im südlichen Abschnitt des Kirchwegs, im westlichen Teil der Dorfstraße ab der Einmüdung von der B 209 sowie in der Straße Im Suren Winkel, die zukünfig auch noch ausgebaut werden soll.

„Die Zeichen für den Radverkehr gehen so nicht. “ Rainer Dargel, Verkehrsgutachter

Dass Adendorf grundsätzlich ein Verkehrsproblem hat, belegte der Gutachter mit einer Verkehrsmessung vom vergangenen Jahr. Besonders in den Blick nahm er die Strecken, die durch ihre Sammelfunktion als Durchgangsstraßen gelten. Im Wohngebiet sind das hauptsächlich die Verkehrsachsen Dorfstraße von West nach Ost, sowie der Kirchweg und die Straße Im Suren Winkel, die parallel zu einander den Ort von Süd nach Nord erschließen. 6400 Fahrzeuge am Tag ist der Spitzenwert, den der Gutachter für den Kirchweg gemessen hat, im Abschnitt zwischen Ecke Von-Stauffenberg-Straße und Amselweg. Der Rest des Kirchwegs schwankt zwischen 5600 und 6000. Die Dorfstraße hat abschnittsweise Tagesbelastungen von 4400 bis 5700 Kfz.

Spitzenreiter ist der Einmündungbereich Grüner Weg

Spitzenreiter im Wohngebiet ist der Einmündungbereich Grüner Weg an der B 209 mit 10 100 gezählten Fahrzeugen. An der Geschäftsmeile entlang der B209 wurden sogar 16 700 bis 17 700 Fahrzeuge festgestellt. Die Straße Im Suren Winkel kommt in der Spitze auf 4800 Kfz. Diesen Zahlen schenkt allerdings Hausbesitzer Reinhard Wolff keinen Glauben. Seine Kritik: „Veranstaltungen an Wochenendtagen, bespielsweise bei einem Eishockeyspiel in Adendorf, wurden gar nicht berücksichtigt.“ Nach Wolffs Ansicht sei die Verkehrsbelastung in der Straße Im Surenwinkel dann besonders hoch. Mit anderen Anwohnern fordert er eine Nacherhebung. Laut Bürgermeister Maack müsse das die Politik entscheiden. Die hat ohnehin noch Redebedarf. Der Verkehrsentwicklungsplan soll zunächst in den Ratsfraktionen weiter beraten werden.

Von Dennis Thomas

One comment

  1. Zusätzliche Tempo-30-Zonen für lüneburg? warum nicht?