Aktuell
Home | Lokales | Adendorf | DRK Kreisverband Lüneburg: Fast 1500 neue Mitglieder
Präsident Dieter Gerlach verlieh Anja Witte (v.l.), Fanny Eberhardt und Anja Köster für ihr jahrelanges herausragendes Engagement die Ehrenmedaille des DRK-Kreisverbandes. (Foto: t&w)

DRK Kreisverband Lüneburg: Fast 1500 neue Mitglieder

Adendorf. „Das ist eine stolze Zahl“ – da schwingt schon eine gehörige Portion Stolz mit, als Präsident Dieter Gerlach auf der Mitgliederversammlung des Roten Kreuzes im Adendorfer Hotel Teichaue die neue Mitgliederzahl des Kreisverbandes verkündete: 6892, „fast 1500 neue Mitglieder konnten wir gewinnen“, bilanzierte er.

„Mitglied werden und helfen!“, lautete das Motto der Kampagne, bei der die 35 Ortsvereine auch professionell unterstützt werden. Es gab nicht nur viele neue Mitglieder, sondern auch „sehr viele positive Rückmeldungen“, freute sich Gerlach.

DRK beschäftigt mehr als 300 Menschen

Der Präsident setzte vor den mehr als 100 Vertretern der einzelnen Gliederungen einen klaren Kurs: „Auch in Zukunft möchten wir unsere Angebote vorhalten und ausbauen.“ Dies können nur durch die Unterstützung von Fördermitgliedern fortgeführt werden.

Als Arbeitgeber von mehr als 300 Beschäftigten in der Kranken- und Altenpflege, im Rettungsdienst und in Kindertagesstätten sprach Gerlach aber auch aktuelle Probleme an. Pflege- und Rettungskräfte sowie Erzieher seien angesichts eines „leer gefegten Arbeitsmarktes“ immer schwieriger zu bekommen. Ein gegenseitiges Abwerben könne nicht die Lösung sein.

Noch deutlicher wurde Geschäftsführer Matthias Körte. Er sprach von einer „angespannten Situation“ bei der Vergütung. Zwar habe die Bundesregierung 130 000 neue Pflegekräfte bundesweit versprochen, doch damit allein gewinne man kein Personal. Körte: „Wir ergreifen die Initiative.“ Im Dialog mit Politikern, Kranken- und Pflegekassen, Gewerkschaften und Kommunen müsse abgestimmt werden, „wie unsere Aufgaben zukünftig zu erledigen sind“.

CDU-Bundestagsabgeordneter Eckhard Pols griff den Vorstoß in seinem Grußwort direkt auf. Bei der Erzieher-Ausbildung müsse die Politik Wege ebnen, die für eine höhere Attraktivität sorgen. So versprach er, sich dafür einzusetzen, dass anstelle des reinen Unterrichts ein duales Modell eingeführt wird. Auch ein „vernünftiges Einwanderungsgesetz“ sieht der Christdemokrat als Voraussetzung, damit länger hier lebende Migranten qualifiziert eingesetzt werden können.

Wolfram Kallweit, Fachbereichsleiter Ordnung und Umwelt beim Kreis, hatte auch positive Botschaften zu verkünden. Im Haushaltsentwurf 2019 sei Geld für die Rettungswache Ellringen vorgesehen, damit sie für aktuelle Anforderungen gerüstet sei. 100 000 Euro im Jahr will der Kreis zudem bereitstellen, um die Fahrzeugflotte für den Katastrophenschutz zu verbessern.

Appell zum positiven Denken

Elisabeth Gleiß vom Präsidium des DRK-Landesverbandes appellierte, positiver zu denken: „Es nutzt nichts, zu jammern. Wir müssen uns Gedanken machen über neue, gut verträgliche Rahmenbedingungen etwa im Pflegebereich.“ Die junge Generation denke anders. Das DRK müsse hervorheben, was seine Arbeit besonders, damit wertvoll für die Gesellschaft mache
„Es gibt ganz viele positive Beispiele“, bekräftigte die Oberin der DRK-Augusta-Schwesternschaft. Die wünsche sie sich auch von den Medien. „Wenn man das Fernsehen anstellt, werden nur negative Beispiele gezeigt“, kritisierte sie und erhielt viel Beifall.

Drei besonders positive Beispiele der Verbandsarbeit zeichnete zum Abschluss Präsident Dieter Gerlach mit der Ehrenmedaille des Kreisverbandes aus: Fanny Eberhardt (Vorsitzende im Ortsverein Ochtmissen), Anja Witte (seit 1992 Schatzmeisterin im Ortsverein Artlenburg) und Anja Köster (seit 2003 Mitglied des Katastrophenschutzes).

Von Marc Rath

Das DRK in Zahlen

Ein Blick auf den Kreisverband Lüneburg:

▶ 6892 Mitglieder engagieren sich ehrenamtlich
▶ 35 Ortsvereine leisten Sozialarbeit in der Region Lüneburg
▶ 22 486 ehrenamtliche Stunden leisteten die 135 Helfer der Bereitschaftsdienste bei insgesamt 50 Einsätzen
▶ 10 448 Frauen und Männer kamen 2017 zu den Blutspendeterminen
▶ 2355 Menschen wurden in 201 Lehrgängen in der Ersten Hilfe ausgebildet
▶ 50 Kinder und Jugendliche sind in vier JRK-Gruppen und Schulsanitätsgruppen aktiv
▶ 300 Mitarbeitende sind hauptberuflich in Einrichtungen des Kreisverbandes beschäftigt
▶ 115 Menschen leben im DRK-Alten- und Pflegeheim in Adendorf
▶ 240 pflegebedürftige Menschen werden vom ambulanten Pflegedienst betreut
▶ 47 Wohnungen stehen in der Seniorenresidenz Adendorf für „Wohnen mit Service“ zur Verfügung
▶ 14 002 Einsätze verzeichnen Rettungsdienst und Krankentransport
▶ 350 Kinder besuchen die vier Kindertagesstätten in Artlenburg, Embsen, Lüneburg und Melbeck
▶ 5244 Besuche zählte das Jugendzentrum in Dahlenburg

One comment

  1. Mitglied werden und helfen!“
    man muss nicht mitglied werden um dort zu helfen. eine monatliche spende reicht da aus. eine mitgliedschaft habe ich abgelehnt. warum? weil es gleichgesetzt werden kann, ansprüche erheben zu können. ich habe da keine ansprüche.