Donnerstag , 13. Dezember 2018
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Landesbeauftragte Jutta Schiecke (M.) dankt Amelinghausens Samtgemeindebürgermeisterin Claudia Kalisch für die gute Zusammenarbeit bei der Dorfentwicklung. Carsten Brammer gehört zu den privaten Antragstellern, die von der Förderung profitierten. (Foto: t&w)

Dorfentwicklungsprogramm in Amelinghausen abgeschlossen

Amelinghausen. Normalerweise kommt Jutta Schiecke vorbei, wenn das Land Fördermittel zu verteilen hat. Diesmal war es anders. Der Besuch der Landesbeauftragten und Chefin des Amts für regionale Landesentwicklung (ArL) auf dem Hof von Carsten Brammer im Amelinghausener Ortsteil Etzen markierte das Ende einer elfjährigen, außergewöhnlichen Förderung: Seit Mitte 2006 war die Gemeinde Amelinghausen mit den Ortsteilen Etzen und Dehnsen zunächst im Landesprogramm Dorferneuerung, später Dorfentwicklung. In dem Zuge wurde Amelinghausen Teil eines Modellprojekts zur Umnutzung landwirtschaftlicher Altgebäude und Hof­anlagen. Der Hof Brammer ist ein Beispiel, wie mit Hilfe der Landesförderung alte dörfliche Bausubstanz mit neuem Leben erfüllt wird.

„Sie haben wichtige Projekte umgesetzt und Sie haben Pionierarbeit geleistet“, sagte Jutta Schiecke im Beisein von Amelinghausens Samtgemeindebürgermeisterin Claudia Kalisch und Gemeindedirektor Michael Göbel. In den vergangenen elf Jahren sind insgesamt 1,2 Millionen Euro Fördermittel in die Gemeinde geflossen zur Unterstützung von acht kommunalen Vorhaben sowie 66 privaten Projekten und einem kirchlichen. Göbel sagte: „Wir sind froh, dass vor allem viele private Hauseigentümer die Chance des Förderprogramms genutzt haben.“

Förderungen im sechsstelligen Bereich

Hofeigentümer Carsten Brammer räumt ein: „Ohne die Förderung hätte ich den Umbau unseres Hofes wahrscheinlich nicht gewagt.“ Bei einer Drittelförderung erhielt er insgesamt rund 100 000 Euro Unterstützung, um in mehreren Bauabschnitten das Haupthaus mit einem ehemaligen Kuhstall zu Wohnzwecken umzugestalten, inklusive Wintergarten. Sogar der Schweinestall wurde weitgehend wieder hergerichtet, dient nun allerdings als Carport. Und genau darum ginge es, sagte Diplom-Ingenieur Matthias Rei­nold vom gleichnamigen Planungsbüro, das im Auftrag der Gemeinde die Umsetzung des Förderprogramms begleitete: „Es ging darum, historische ortsbildprägende Bausubstanz im Dorf zu erhalten und gegebenenfalls einer neuen Nutzung zuzuführen.“ Nachdem die ersten privaten Projekte in der Gemeinde angelaufen waren, hätte es damals eine Eigendynamik bekommen.

So hatten die privaten Maßnahmen mit fast einer Million Euro auch den größten Anteil an den erhaltenen Fördermitteln. Bei 67 Projekten verteilt auf 44 private Antragsteller sowie die Hippolit-Kirchengemeinde, die die Außenanlage der Kirche neu gestalten ließ. Laut Annika Wangerin, Dezernatsleiterin Strukturförderung ländlicher Raum im ArL Lüneburg, lag der Schwerpunkt bei den privaten Projekten ansonsten bei Dacherneuerungen.

Städtebau-Förderprogramm geht weiter

Der Schwerpunkt der öffentlichen Maßnahmen lag beim Ausbau des Schulweges und der Straße Am Bahndamm in Amelinghausen. Gestalterisch aufgewertet wurden zudem der Friedhof sowie der Promenadenweg am Lopausee. Weitere Fördermittel flossen in das Markthus (Sitz der Tourist-Info), den Jugendzeltplatz und die Oldendorfer Straße. Insgesamt erhielt die Gemeinde für ihre Maßnahmen eine Förderung von mehr als 250 000 Euro.

Für Amelinghausen endet nun zwar die Dorfentwicklungs-Förderung, nicht aber die weitere Entwicklung des Ortes. So profitiert Amelinghausen beispielsweise weiterhin vom Städtebau-Förderprogramm „Kleinere Städte und Gemeinden“ beim Umbau des Grundschul-Areals zum Mehrgenerationen-Campus.

Laufende Verfahren

Nach dem Ende der Dorfentwicklung in Amelinghausen betreut das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) in dem Programm noch insgesamt fünf Verfahren im Kreis Lüneburg: Dabei sind Bleckede Nord mit den Ortsteilen Brackede, Garlstorf, Garze, Karze, Wendewisch und Radegast, die Gemeinde Barum (Samtgemeinde Bardowick) mit den Ortsteilen Barum, Horburg und St. Dionys, der Südergellerser Ortsteil Heiligenthal (Samtgemeinde Gellersen) und Reins­torf (Samtgemeinde Ostheide).

Jüngst dazugekommen ist die Dorfregion Gellersen mit Kirchgellersen, Westergellersen und dem Reppenstedter Ortsteil Dachtmissen. Ziel des von der EU mitfinanzierten Förderprogramms ist die „Erhaltung ortsbildprägender Bausubstanz“ in den Dörfern. lz

Von Dennis Thomas