Donnerstag , 15. November 2018
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Die Samtgemeindebürgermeister Josef Röttgers (Gellersen, l.) und Heiner Luhmann (Bardowick), freuen sich auf den Breitbandausbau in zehn ihrer Gemeinden - für den Flecken Bardowick, Vögelsen und Reppenstedt reicht die Anzahl der Vorverträge noch nicht. Foto: dth

Glasfaser kommt (vielleicht)

Bardowick. Das Warten auf eine endgültige Entscheidung geht weiter: Auch gestern konnte Matthias Theisen, Geschäftsführer des Internetanbieters NGN Telecom aus München, noch nicht abschließend sagen, ob der anvisierte Ausbau eines Glasfasernetzes für die Gemeinden Bardowick, Vögelsen und Reppenstedt stattfinden wird. Theisen erklärte: „Wir wollen bauen, brauchen aber noch zusätzlich Verträge. Diese werden wir versuchen bis spätestens Ende Juni zu gewinnen.“

In den zurückliegenden Tagen und Wochen war zwischen Geschäftsführung und Investoren der NGN Telecom hart über das weitere Vorgehen gerungen worden. Bardowick, Vögelsen und Reppenstedt gelten mit Bandbreiten von 30 Mbit/s als „grundversorgt“. In diesen Bereichen, ist es privaten Anbietern vorbehalten, die Netze auszubauen. NGN Telecom würde den Ausbau in den genannten Bereichen „eigenwirtschaftlich“, das heißt auf eigenes Risiko, vorantreiben.

Angestrebte 50 Prozent an Vorverträgen wurden verfehlt

Zunächst bis Ende Januar, dann bis Ende Februar waren Bardowicker, Vögelser und Reppenstedter aufgerufen, sich zu entscheiden, ob sie am Glasfaserausbau teilhaben wollen – angestrebte 50 Prozent an Vorverträgen wurden verfehlt. Matthias Theisen: „Nach Verlängerung der Frist gab es zuletzt in jedem zweiten Haus Interesse und die Bereitschaft, sich den Anschluss ans Netz der Zukunft zu sichern. Bezogen auf die Haushaltszahl wurde die avisierte Beteiligungsquote aber nicht erreicht.“

„Wir wollen bauen, brauchen aber noch zusätzlich Verträge.“ – Matthias Theisen, NGN Telecom

Um den Ausbau dennoch zu ermöglichen, „prüfen und optimieren wir nun intensiv die Ausbauplanung und werden jene Teilbereiche gezielt adressieren, in denen die Teilnahme bislang unterdurchschnittlich ist“, sagt Theisen weiter. „Wir sind zuversichtlich, mit diesen Maßnahmen noch im zweiten Quartal eine positive Ausbauentscheidung treffen zu können und bitten alle Bürgerinnen und Bürger, die bereits mitmachen, um noch etwas Geduld.“

Die Räte der Gemeinden Bardowick, Vögelsen und Reppenstedt hatten den Ausbau des Glasfasernetzes in ihren Bereichen im Vorwege begrüßt. Heiner Luhmann, Bardowicker Samtgemeindebürgermeister und Gemeindedirektor des Fleckens Bardowick, sagt: „Wir müssen uns jetzt erst einmal zusammensetzen, wie wir weiter nach vorn gehen wollen. Ich gehe weiter davon aus, dass das Projekt umgesetzt wird.“

Ausbau in unterversorgten Gebieten der Samtgemeinde läuft wie geplant

Während es also noch offen ist, ob der Glasfaserausbau für die Gemeinden Bardowick, Vögelsen und Reppenstedt durch die NGN Telecom stattfindet, läuft der Ausbau in den unterversorgten Gebieten der Samtgemeinden wie geplant an. In der ersten Phase des Projektes Glasfaser Bardowick/Gellersen hatten sich bereits 75 Prozent der Haushalte für den Ausbau ausgesprochen. Noch im vergangenen Jahr erfolgte der symbolische Baustart in Wittorf und Kirchgellersen. Der Ausbau soll jetzt, wenn die Frostperiode für diesen Winter zu Ende ist, von dort aus vorangetrieben werden.

Rund 3500 Gebäude in Barum, Handorf, Mechtersen, Radbruch, Wittorf, Dachtmissen, Südergellersen, Kirchgellersen, Westergellersen und Heiligenthal sollen in Kooperation mit der „ElbKom“, dem Eigenbetrieb der Samtgemeinde Elbmarsch, mit Glasfaser-Anschlüssen versorgt werden. Das Netz soll später von der NGN Telecom gepachtet und betrieben werden.

Während die NGN Telecom weiter für die Verwirklichung ihrer Pläne arbeitet, ist auch das Unternehmen Kabel Deutschland in Bardowick aktiv. „Unser Koaxialkabel ist in etwa 2000 Bardowicker Häusern verfügbar und wir können fast in jedem eine Bandbreite von 400 MBit/s liefern“, erklärt Olaf Grothe, Vertriebspartner der Vodafone Kabel Deutschland AG.

von Ingo Petersen