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Amélie zu Dohna wird am Sonntag, 23. September, ab 14 Uhr mit einem Gottesdienst in ihr neues Amt als Pastorin für das Pfarramt I in Bardowick eingeführt. Foto: t&w

Zurück im Landkreis

Bardowick. Amélie zu Dohnas große Leidenschaft ist das Pilgern. Wie gut, dass sie damit künftig direkt von zu Hause aus starten kann, führt eine Variante des Jakobuswegs doch durch ihre neue Heimat: Vor einer Woche ist die 56-Jährige von Hannover nach Bardowick gezogen, sie tritt dort die Nachfolge von Pastor Willi Mann an. Am Sonntag, 23. September, 14 Uhr, wird sie in einem Gottesdienst von Superintendent Christian Cordes in ihr Amt eingeführt.

Den Zeitpunkt für den Start in ihre neuen Aufgaben hat sie perfekt gewählt: „Zeitgleich mit meinem Wohnortwechsel hat hier in der Gemeinde das Erntedankfest stattgefunden, das war natürlich ein toller Empfang“, sagt sie und lacht. Gemeinsam mit ihren beiden Kollegen hat sie die Erntekrone gesegnet – und sich vom Trubel treiben lassen.

Knapp acht Jahre war Amélie zu Dohna vorher in der Landeskirche in Hannover tätig, kümmerte sich dort um „Kirche unterwegs“, ein Angebot für Touristen in Niedersachsen. „Zu meinen Aufgaben gehörten unter anderem die Bereiche ,verlässlich geöffnete Kirchen‘ und Radwegkirchen, ich habe zudem kirchliche Anregungen für Urlauber im Westen der Landeskirche organisiert und gefördert sowie mich um den Bereich Pilgern gekümmert.“ Ein Anliegen, das sie auch an ihrer neuen Wirkungsstätte weiterführen möchte.

Vikariat in Embsen absolviert

Gestartet hat die gebürtige Oberpfälzerin ihre berufliche Karriere mit einer Stelle in Faßberge in der Südheide, bevor sie 1997 nach Göttingen wechselte, wo sie 2011 für ihre Osterpredigt den deutschen Predigtpreis erhielt. Auch der Kreis Lüneburg war schon eine Station in ihrem Lebenslauf: „Mein Vikariat habe ich zum Teil in Embsen absolviert“, erzählt sie. Das blieb nicht unbemerkt: „Eine Bardowickerin hat mich kürzlich darauf angesprochen“, sagt Amélie zu Dohna, „die war damals in meiner Konfirmandengruppe. Jetzt kommt ihre Tochter zu mir.“

Konfirmandenarbeit wird aber nur ein Bereich ihrer künftigen Tätigkeiten sein: Neben den originären Aufgaben rund um die Gestaltung der Gottesdienste, Angebote für Jugend und Senioren will sich die 56-Jährige um Themenfelder wie Glaubenskurse und Glaubensgesprächsmöglichkeiten kümmern. Zudem wird sie sich natürlich auch des Pilgerns annehmen: „Ich könnte mir vorstellen, gemeinsam mit Interessierten ein Stück des Weges zu gehen, Andachten zu halten, ihnen auch damit Impulse zu geben“, sagt sie. Zudem plant sie, im Nikolaihof möglicherweise eine Unterkunft für Pilger einzurichten.

Eigenes Buch zum Thema Pilgern veröffentlicht

Die notwendige Erfahrung dafür hat sie im Laufe der Jahre gesammelt, hatte während ihres Engagements in Hannover Pilgerpastoren ausgebildet, Stadtpilgerwege konzipiert und mit „Glaube auf dem Weg – Impulse zum Pilgern“ auch ein eigenes Buch zum weiten Thema veröffentlicht. Immer unterwegs ist sie deshalb aber nicht, widmet sich auch anderen Leidenschaften: „Ich lese gern, freue mich auf ausgiebige Radtouren durch meine neue Heimat und auf die Arbeit in dem schönen großen Garten“, sagt sie und lächelt.

Von Ute Lühr