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Die Siedlergemeinschaft Bardowick will das Forsthaus sanieren lassen. Finanzielle Hilfe gibt es vom Flecken und von der EU. Foto: t&w

Rosskur für altes Forsthaus

Bardowick. Wind pfeift durch die Ritzen des Mauerwerks, regnet es kräftig, dringt Wasser bis zur Dämmung ein. Das mehr als 120 Jahre alte Forsthaus am Vögelser Weg in Bardowick benötigt dringend eine Modernisierung. „Die Balken des Fachwerks sind morsch, haben Löcher und die ausgemauerten Flächen sind mit Rissen übersät. Außerdem müssen neue Fenster eingebaut werden“, verdeutlicht Horst Bosch von der Siedlergemeinschaft Bardowick den Handlungsbedarf. Der Siedlergemeinschaft gehört das Gebäude. Sie nutzt es unter anderem als Vereinstreffpunkt.

Horst Bosch betreut und verwaltet das Forsthaus und zieht gemeinsam mit dem Vorsitzenden Peter Marker die Fäden bei der geplanten Sanierung, die mit rund 130.000 Euro zu Buche schlagen wird und jetzt durch die finanzielle Hilfe der Leader-Region Achtern-Elbe-Diek in Sichtweite rückt. Eine 50-prozentige Beteiligung an den Kosten für Instandsetzung und energetische Sanierung des Forsthauses hat das EU-Förderprojekt zugesagt. Zur Leader-Region gehören die Gebiete der Gemeinden Seevetal und Stelle, der Kreisstadt Winsen sowie der Samtgemeinden Elbmarsch und Bardowick. Auch die Landkreise Harburg und Lüneburg sind beteiligt.

Private Spende von 10.000 Euro

„Wir sind bei der Finanzierung ein gutes Stück weit vorangekommen“, sagt Peter Marker. Denn neben der EU-Förderung beteiligt sich der Flecken Bardowick mit rund 15.000 Euro und ein Gönner hat dem Verband für Wohneigentum Bardowick, wie die Siedlergemeinschaft offiziell heißt, eine private Spende von 10.000 Euro zukommen lassen. „Wir führen darüber hinaus aber weitere Gespräche, um den Eigenanteil für die Siedlergemeinschaft noch zu senken, denn es ist schwierig für uns, die Restfinanzierung aus Bordmitteln alleine und komplett zu stemmen“, so Peter Marker. Sollte die Suche nach weiteren Partnern erfolgreich verlaufen, rechnet Marker mit dem Startschuss für die Sanierungsarbeiten im März.

Das Forsthaus ist seit 1990 das Domizil der Siedlergemeinschaft. Sie hatte es ein Jahr zuvor mit finanzieller Hilfe der Gemeinde von der Stadt Lüneburg gekauft. Um die laufenden Kosten für das Gebäude aufbringen zu können, mussten Einnahmequellen geschaffen werden. Es entstand eine Mietwohnung im Dachgeschoss, und im Erdgeschoss wurde die Vereinsgaststätte hergerichtet. Diese sollte als öffentliche, konzessionierte Gastwirtschaft die Haupteinnahmequelle bilden. Nachdem 1993 der große Clubraum für etwa 60 Personen und die angrenzenden Diele angebaut wurden, nutzen viele Mitglieder, aber auch Gäste, die Räume für ihre Familienfeiern.

Räumlichkeiten werden von Gastvereinen genutzt

Die Gaststätte wird von zwei Sparclubs, von Knobelrunden und vielen Stammgästen mit Leben erfüllt. Außerdem werden die Räumlichkeiten von Gastvereinen genutzt. „So übt beispielsweise der Lüneburger Shanty-Chor an jedem zweiten Montag bei uns, aber auch Politik und Wirtschaft des Fleckens und natürlich unsere Seniorengruppe treffen sich regelmäßig hier“, berichtet Horst Bosch. „Das Forsthaus hat den Charakter eines Dorfgemeinschaftshauses und ist zum wichtigen Treffpunkt vor allem für die älteren Mitbürger geworden“, ergänzt er. Daneben finden regelmäßig Neubürger den Weg ins Forsthaus. „Alles das sind gute Gründe für uns, das Gebäude zu erhalten und der Entwicklung entgegenzuwirken, dass immer mehr Gaststätten in den Dörfern schließen“, meint er. Dadurch bewahre die Siedlergemeinschaft eine wichtige ländliche Struktur im dem Bardowicker Ortsteil hinter der Bahn in Richtung Vögelsen und Radbruch.

Von Stefan Bohlmann

Weiteres Projekt

Anbau an die Turnhalle Stove

Gefördert wird in der Leader-Region Achtern-Elbe-Diek unter anderem auch der Anbau an die Sporthalle in Stove. Projektträger ist die Gemeinde Drage in Partnerschaft mit dem Turn- und Sportverein Schwinde. Ziel ist es, die gut und vielfältig genutzte Turnhalle Stove um einen Multifunktionsraum zu erweitern, und diesen für Angebote im Bereich des Präventions- und Gesundheitssports zu nutzen.