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Aus allen Nähten platzt schon seit Jahren das Feuerwehrhaus in Radbruch. Ein Neubau wird derzeit in der Nähe des alten Gebäudes geplant. Überlegt wird auch, private Wohnungen darin unterzubringen. Foto: t&w

Wohnen über dem Gerätehaus

Radbruch. Der Raumkomfort des Feuerwehrgerätehauses in Radbruch ähnelt immer mehr dem einer Sardinenbüchse. Die Einsatzfahrzeuge für die ehrenamtlichen Brandschützer werden immer größer, nur die Gerätehäuser nicht. Und dabei haben die Radbrucher Einsatzkräfte schon seit Jahren nicht einmal genügend Platz, um sich akkurat umzuziehen. Doch jetzt gab die Kommunalpolitik im Samtgemeinderat Bardowick erste positive Signale für einen Neubau in Radbruch. Allerdings verknüpft mit dem Wunsch, gleichzeitig Wohnungen zu schaffen. Diese Idee zum „feuerwehrnahen Wohnen“ schien auch Radbruchs Gemeindebürgermeister Rolf Semrok (CDU) überrascht zu haben.

Trägerin der Feuerwehren in den Gemeinden Radbruch, Barum, Bardowick, Vögelsen, Mechtersen, Handorf und Wittorf ist die Samtgemeinde Bardowick. So lag es nun in der Verantwortung des Feuerschutzausschuss des Samtgemeinderates, eine Vorentscheidung für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Radbruch zu treffen. Einen Vorschlag hatte zuvor das Samtgemeindekommando der Feuerwehr entwickelt.

Einstellplätze für Fahrzeuge

Der Standort ist auf der heutigen Freifläche an der Luhdorfer Straße Ecke Rottorfer Straße vorgesehen mit einer Zufahrt für Einsatzkräfte und Parkplätze zur Straße Am Rüdel. Nach einem ersten Entwurf sollen auf rund 500 Quadratmetern Fläche eine Fahrzeughalle, Schulungsräume, Küche, Sanitärbereich und Umkleiden entstehen. Die Fahrzeughalle, inklusive Lager und Werkstattbereich, soll künftig drei Einstellplätze für Fahrzeuge bereithalten. Und: „Wir können uns auch vorstellen, im Obergeschoss Wohnungen einzurichten“, sagte Arndt Conrad, allgemeiner Vertreter des Samtgemeindebürgermeisters.

Über die Idee, Wohnungen in dem Gerätehaus einzurichten, gab es zumindest im Fachausschuss keinen Dissens. Allein Manfred Mundt (SPD) wollte in den Beschlussvorschlag an den Rat reingeschrieben haben, dass in jedem Fall Wohnungen eingerichtet werden, während die Verwaltung das Vorhaben zumindest noch auf Wirtschaftlichkeit geprüft wissen wollte. Der Fachausschuss sprach sich schließlich für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses inklusive Wohnungsbau aus. Die Umsetzung der Planungen erfordere laut Conrad voraussichtlich einen „siebenstelligen Betrag“.

Bebauungsplan muss geändert werden.

Während der öffentlichen Beratung war noch Bürgermeister Semrok in den Zuhörerreihen aufgesprungen und zu seinem Ortsbrandmeister gelaufen, um sich zu vergewissern: „Sag mal, ist da vorher mit euch drüber gesprochen worden?“ Seinen Unmut dokumentierte Semrok dann in der Einwohnerfragestunde. Denn die Gemeinde hatte bereits einen Bebauungsplan für das neue Feuerwehrhaus auf den Weg gebracht, Wohnungen seien damit aber nicht abgedeckt. So müsste nun der Bebauungsplan geändert werden.

Semrok fragte nun in der öffentlichen Runde den Fachausschuss: „Wer soll den Bebauungsplan ändern?“ Darauf Conrad von der Samtgemeindeverwaltung: „Die Gemeinde wird das machen.“ Semrok: „Das heißt, wir bezahlen das auch?“ Conrad: „Ja.“ Semrok: „Werden wir auch an den Mieteinnahmen der Wohnungen beteiligt?“ Conrad: „Nein. Die Gemeinde beteiligt sich ja auch nicht an den Investitionen der Samtgemeinde für das Feuerwehrhaus.“ Das letzte Wort hat der Samtgemeinderat.

Von Dennis Thomas