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Victoria Gilga (16, M.) und Julia Steckl (21) sind nicht nur die einzigen weiblichen Mitglieder ihres Tüftler-Teams, zu dem auch Abed Zandir (20, l.), Marc Klug (16) und Mohamad Khalifeh (20, r.) gehören, sondern auch der gesamten 11a. Foto: t&w

Rasanter Start in die Oberstufe

Lüneburg. Die Zukunft beginnt mit einem Höhenflug. Und jeder Menge Anerkennung. Seit dem frühen Morgen hatten die neuen Elftklässler der Berufsbildenden Schulen II, Gymnasium Technik, in kleinen Gruppen an der Herausforderung getüftelt, zwei Probestarts absolviert und sich gegen Mittag dann dem Wettbewerb gestellt: Ziel war der harmonischste, aber vor allem höchste Flug einer selbst konstruierten Plastikflaschen-Rakete. Einen Preis für die beste Leistung erhofften sich die Teilnehmer auch: „Das Abitur“, sagte Samuel Morié vom späteren Siegerteam grinsend.

„Cooperative offene Lernform“

Zum bereits zweiten Mal hatte Lehrer Ulrich Foss gemeinsam mit seinen Kollegen den technischen Wettkampf anlässlich des Einstiegstags an der Bildungseinrichtung organisiert: „Damit wollen wir den neuen Schülerinnen und Schülern Teamgeist und Verantwortungsgefühl vermitteln“, sagt er, „sie sollen Probleme gemeinsam angehen und mit der Gruppe Lösungen erarbeiten.“ Zugrunde liegt dem Unterrichtsstart das pädagogische Konzept „COOL“, das seine Wurzeln in Österreich hat und für eine „Cooperative offene Lernform“ steht. Und die kam bei den neuen Elftklässlern gut an.

Ausgestattet mit einem Korken, einem Fahrradventil, Strohhalm, PET-Flasche, Klebeband, Tonpapier und Leitungswasser waren die Gruppen am Morgen an die Herausforderung gegangen. Einen Bauplan gab es ebensowenig wie einen Tipp – den brauchte aber auch keiner: An Sachverstand und Kreativität mangelte es nicht, alle Raketen hoben später problemlos ab und erreichten gute Flughöhen.

Innenraum der Flasche wird mit Wasser gefüllt

Ulrich Foss erklärt das Prinzip: „Um eine PET-Flasche zum Fliegen zu bringen, muss im Inneren Druck erzeugt werden. Dazu wird mit einer gängigen Fahrrad-Standpumpe Luft über das im Korken befestigte Ventil ins Innere befördert.“ Irgendwann entlade sich der Druck durch das Herausschleudern des Korkens aus dem nach unten gerichteten Flaschenhals, die Rakete hebe ab. Um den Druckaufbau zu beschleunigen, werde der Innenraum der Flasche mit Wasser gefüllt – aber nur bis zu einer gewissen Menge. Und die war wohl entscheidend, meinte zumindest das Siegerteam.

Eine unglaubliche Flughöhe hatte die Rakete von Kelvin Murphy (18), Samuel Morié (18), Manuel Will (16), Jonas Wilcken (17) und Fehdeyar Hussen (17) erreicht, sie brachte das Publikum samt Lehrerschaft zum Staunen. Kelvin Murphy erklärt: „Wir haben getestet, was am besten funktioniert, wollten genügend Flüssigkeit einbringen, aber auch nicht zu viel Gewicht aufladen.“ Das war ihnen gelungen. Die Jury um Schulleiter Hermann Rollwage, Stellvertreter Jürgen Rennekamp und Physiklehrer Ulrich Zocholl kürte die fünf Jungs zum Sieger. Einen Preis für die beste Flugschau gab es am Ende dann auch noch: einen Zollstock.

Von Ute Lühr

Kleinerer Jahrgang

Weniger Schüler wählen BBS II

Insgesamt rund 40 Jugendliche besuchen die beiden Klassen des jetzigen elften Jahrgangs der BBS II, darunter lediglich acht Schülerinnen. Im vergangenen Jahr hatten sich noch etwa 90 Heranwachsende für das berufliche Gymnasium interessiert. Lehrer Ulrich Foss hat eine Erklärung: „Dadurch, dass es mittlerweile möglich ist, an der Integrierten Gesamtschule das Abitur zu machen, werden wir weniger angewählt“, vermutet er. Das berufliche Gymnasium unterscheidet sich vom allgemeinbildenden durch das berufsbezogene Profil. Technik – in den Bereichen Bau, Elektro und Metall – ist Prüfungsfach.