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Achmed Date und Jutta Ossenkopp vor dem Banner, auf dem die Arbeiterwohlfahrt Bleckede bereits auf das Reparatur-Kaffee hinweist. Foto: kre

Reparieren statt wegwerfen

Bleckede. Von der „Geiz ist geil“-Kampagne hat sich Jutta Ossenkopp noch nie angesprochen gefühlt. Im Gegenteil. Warum sollte man ein nicht mehr funktionstüchtiges Gerät wegwerfen, wenn es doch noch repariert werden kann? „Das schont die Umwelt, das schont Ressourcen und nicht zuletzt den Geldbeutel“, mahnt die stellvertretende Ortsvereins-Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Bleckede. Deshalb soll demnächst auch in Bleckede ein „Reparatur Kaffee“ angeboten werden – in den Räumen der AWO Bleckede in der Breiten Straße 39.

Keine Konkurrenz zum Handwerk

„Reparieren statt Wegwerfen“, lautet unser Motto“, sagt denn auch AWO-Vorsitzender Achmed Date und präzisiert: „Unsere Initiative ist nicht als Konkurrenz zu den örtlichen Handwerks- und den Fachbetrieben zu verstehen, sondern als organisierte Nachbarschaftshilfe.“ Ehrenamtliche Reparaturhelferinnen und helfer geben dabei ihr Wissen an Laien weiter und leisten so Hilfe zur Selbsthilfe. Wie genau das funktionieren soll, erfahren Interessierte während einer Info-Veranstaltung am Donnerstag, 15. August, ab 18 Uhr im AWO-Bürgerzentrum in der Breiten Straße 39.

In Lüneburg, Adendorf, Scharnebeck oder auch in Reppenstedt gibt es bereits „Repair-Cafés“. Nun soll ein weiteres in der Elbstadt Bleckede seine Pforten öffnen. „Es wird dann das erste im Landkreis unter dem Dach der Arbeiterwohlfahrt sein“, freut sich Date. Der Trend, Gerätschaften wieder in Gang zu bringen, die sonst womöglich auf dem Schrott gelandet wären, schwappte aus den Niederlande nach Deutschland. Inzwischen gibt es bundesweit mehr als 700 solcher Repair-Cafés.

In Bleckede rühren nun Achmed Date und Jutta Ossenkopp fleißig die Werbetrommel für die Idee der „Reparaturgesellschaft“, in der mehr Dinge wiederhergestellt und weitergegeben als ausrangiert werden. „Dazu suchen wir aber noch sachkundige, ehrenamtliche Reparaturhelfer“, erklären die beiden und denken dabei an Ruhe- oder Vorruheständler, die über technischen Sachverstand verfügen und noch eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung suchen.

Gute Erfahrungen mit der Fahrradwerkstatt

Das ein solches Angebot auch in Bleckede gut angenommen wird, beweist bereits der „Fahrradkeller“, den die Arbeiterwohlfahrt in Räumen der Kurt-Löwenstein-Schule betreibt. Jetzt will die AWO mit ihrer neuesten Initiative defekte Bügeleisen, Staubsauger, Kofferradios, aber auch kaputtes Spielzeug vor der Müllhalde bewahren. „Letztlich entscheidend ist aber, wie viele fachkundige Reparaturhelfer bei uns mitmachen werden“, sagt Date. Angesprochen fühlen dürfen sich deshalb gerne handwerklich versierte Menschen – „bis hin zum Goldschmied“, listet Jutta Ossenkopp auf.

Die Reparaturen werden kostenlos durchgeführt, die anfallenden Kosten für das Material übernimmt die Arbeiterwohlfahrt. „Wir freuen uns aber über Spenden“, sagen Date und Ossenkopp, die aber auch darauf hinweisen, das für die ausgeführte Arbeiten keinerlei Haftung besteht.

Offiziell losgehen mit dem Reparatur-Kaffee soll es dann am Donnerstag, 12. September, 15 bis 17 Uhr. Und – wie der Name des Projekts bereits verrät – soll auch die Geselligkeit nicht zu kurz kommen: Bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen.

Weitere Infos zum Reparatur Kaffee gibt AWO-Ortsvereinsvorsitzender Achmed Date unter Tel.: 05852/587

Von Klaus Reschke