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Die Mitglieder des Barskamper Dorfvereins „bereiten den Boden“ für das große Fest. Foto: t&w

Ein Netzwerk der Gemeinschaft

Barskamp. Morgens halb 10 Uhr in Barskamp. Etliche Dorfbewohner haben sich in Dolges Gasthaus versammelt und frühstücken, die Stimmung ist ausgelassen. Die belegten Brötchen haben sich die großen und kleinen Helfer – der jüngste, Jonas, ist drei Jahre, die älteste, Henny Hartwig, 98 Jahre alt – redlich verdient: Hier wird seit Stunden gewerkelt, denn am 10. August feiert der Dorfverein im Festsaal seinen fünften Geburtstag – und da soll er in altem Glanz erstrahlen. „Den Tanz auf dem Parkett mit Live-Band eröffne ich“, freut sich Henny Hartwig schon jetzt.

Strukturen schaffen, die Bestand haben

„Wir müssen noch ganz schön in die Hände spucken, es gibt viel zu tun: Wir wollen sauber machen, räumen, schmücken, das Unkraut im Garten ziehen“, erzählt Sonja Berning, die Vorsitzende des Dorfvereins. Das diesjährige Dorffest soll etwas ganz Besonderes werden. „Es geht uns zum einen darum, Präsenz zu zeigen im Dorf und uns bei den Leuten vorzustellen, die uns noch nicht kennen, das Fest soll aber auch ein Dankeschön an all unsere Vereinsmitglieder für ihr tolles Engagement sein“, so Berning. 2013 hatte sie den Verein ins Leben gerufen, inzwischen zählt er 100 Mitglieder, keine schlechte Bilanz bei gerade mal 900 Einwohnern. „Die ältere Generation ist offener, wir würden gerne noch mehr junge Familien ansprechen“, so Berning. Dennoch ist sie positiv überrascht, wieviel Zulauf der Dorfverein hat.

Die alte Dorfgeschichte aufleben lassen

Sonja Berning selbst ist keine Ur-Barskamperin, erst 2008 zog es sie mit ihrer Familie aus Lüneburg aufs Land. Hier habe man sie mit offenen Armen empfangen, erinnert sich die Sozialpädagogin mit strahlenden Augen. Obwohl sie selbst noch mitten im Leben steht, denkt sie viel darüber nach, wie man im Alter leben kann, gerade auf dem Land.

So sei schließlich auch die Idee mit dem Dorfverein entstanden. „Ich dachte, wir müssen Strukturen schaffen, die Bestand haben. Es ist wichtig, rechtzeitig gute Netze zu knüpfen.“ Dafür habe es ein größeres Maß an Verbindlichkeit gebraucht, das seit fünf Jahren der Verein biete.

Sich gegenseitig helfen

Je näher man in die Lebenswirklichkeit der Menschen vordringe, desto eher erreiche man sie, so Berning. Wie mit der Nachbarschaftshilfe, die unter der Federführung von Claudia von Bernstorff aus dem Dorf inzwischen kaum noch wegzudenken ist. „Wir wollen uns gegenseitig helfen, in existenziellen, ganz niedrigschwelligen Dingen, sei es Babysitten, das Einkaufen oder einfach nur nette Gesellschaft“, so von Bernstorff. Aber auch die schönen Dinge des Lebens sollen dabei nicht zu kurz kommen, zum Beispiel regelmäßige Kino-Abende oder eben ein rauschendes Dorffest. Dafür hat sich der Verein mächtig ins Zeug gelegt, das Motto: „Barskamp erzählt“, und zwar, was früher im Dorf gewerblich los gewesen ist. An mehr als zehn Stationen wird ein Stück Dorfgeschichte aufleben und an altes Handwerk erinnert, Kinder und Erwachsene können sich im Schnitzen und Kornmahlen ausprobieren. Sonja Berning: „Wir wollen uns auf Spurensuche begeben und unsere bisherigen Erfolge feiern, dazu laden wir auch alle NichtBarskamper ganz herzlich ein.

Programm

Party am Abend

Ab 15 Uhr: „Barskamp erzählt“, verschiedene Stationen mit Aktionen im Dorf, Treffpunkt am Marktplatz.
Ab 18 Uhr: Bier und Würstchen vor Dolges Gasthaus.
Ab 19 Uhr: Live-Musik und Party.
Theater unter der Gerichtslinde, Beginn jeweils um 15.30, 16.30, 17.30

von Lea Schulze

Mehr dazu:

Nachbarschaftshilfe Barskamp: Dem Glück so nah