Donnerstag , 22. November 2018
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Rote-Rosen-Star Gerry Hungbauer führte durch die Lünale-Nacht im Palais am Werder. Foto: lz/t&w

Lünale 2017: Die rauschende Gala des Mittelstandes

Lüneburg. Premiere für die Lünale: Erstmals ging die Vergabe der wichtigsten regionalen Wirtschaftspreise der Region am Abend im „Palais am Werder“ des Hotels Bergström über die Bühne. Die rund 300 Gäste freuten sich über ein abwechslungsreiches, fast dreistündiges Programm, durch das ebenso charmant wie humorvoll Schauspieler Gerry Hungbauer führte, wohl jedermann bekannt durch die Lüneburger Telenovela „Rote Rosen“. Die musikalischen Highlights bei der diesjährigen „Oscar-Nacht“ der Wirtschaft setzten verschiedene Bands sowie Peer Frenzke und Sängerin Julia Bergen.

Wichtigster regionaler Wirtschaftspreis 

Wirtschaftsminister Olaf Lies hatte als Vertreter Ralf Borchers nach Lüneburg geschickt. Der Abteilungsleiter Mittelstand im Ministerium überbrachte die Grüße der geschäftsführenden Landesregierung, für die Hansestadt Lüneburg wandte sich Oberbürgermeister Ulrich Mädge nicht nur mit Grußworten an das Lünale-Publikum. Unter anderem forderte der OB die Unternehmer auf, sich politisch zu engagieren, denn die „Politik braucht Know how und das Wissen aus der Mitte der Gesellschaft“.

Die Gewinner der vier wichtigsten Wirtschaftspreise standen aber im Mittelpunkt des Abends, der traditionell von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Lüneburg mbH organisiert und mit Hilfe zahlreicher Sponsoren ausgerichtet wird.

Mit dem von Volksbank und Sparkasse ausgelobten „Gründerpreis impuls“ würdigte die Lünale Cezary Robert Pokorny, Gründer der Wattstunde GmbH aus Lüneburg. Das Unternehmen ist Spezialist für qualitativ hochwertige Solarmodule und Komponenten für autarke Solar-Insel­anlagen. Letztere kommen in abgelegenen Bushaltestellen, Messstationen, Parkscheinautomaten, Segelyachten und Wohnmobilen zum Einsatz. Den Handwerkspreis („Digitales Handwerk“) vergaben die gleichen Preisstifter an die Firma Hannebohm Heizung – Sanitär GmbH aus Adendorf. Das Familienunternehmen begeisterte die Jury mit einer konsequenten Umsetzung des diesjährigen Themenschwerpunkts.

Fasziniert von den Elektromobilen

Der Leuphana Ideenpreis, von der Rainer-Adank-Stiftung ausgelobt und der NBank unterstützt, ging an Florian Wunderling für sein Konzept „bestEV“. Das Thema Elektromobilität fasziniert den 28-jährigen Studenten schon seit Jahren. Jetzt plant er bis Ende 2017 eine Web­entwicklung, die Nutzern von Elektroautomobilen eine schnelle Übersicht über neue Produkte und Dienstleistungen verschaffen soll. Das innovative Suchmaschinen-Konzept lässt sich auch leicht auf andere Bereiche übertragen – wie zum Beispiel Wissenschaft, Software-, Kosmetik- oder Spieleindustrie.

Stolz nahmen Ulf Hinze und Sebastian Langlotz als Vertreter der Geschäftleitung der G.V.K. den Mittelstandspreis des Wirtschaftsforums Lüneburg e.V. entgegen, der seit 2010 im Rahmen der Lünale verliehen wird. Laudator Ralph G. Matzen würdigte die herausragenden Leistungen der vor fast 40 Jahren von Claus-Peter Langlotz und Horst Pletz gegründeten „Gesellschaft für visuelle Kommunikation“. Sie gehört seit vielen Jahren zu den Top Twenty der inhabergeführten Werbeagenturen Deutschlands und beschäftigt rund 100 Mitarbeiter.

Alle zwei Jahre verleihen die vier Preisstifter gemeinsam eine Sonderehrung für das Lebenswerk eines Unternehmers. Diesmal ging es um ein Duo – Hartmut Krome und Dr. Hans Windauer erhielten den Preis für Ihre Verdienste um den Aufbau der Werum Software & Systems AG. Günther Strube zeichnete den Erfolgsweg der Väter von Werum nach und bezeichnete sie als Visionäre. Werum wurde Ende 2013 in zwei Unternehmen aufgeteilt. Während die neu gegründete Werum Software & Systems CIS AG eigenständig blieb, wechselte die Werum IT Solutions AG unter das Dach der Körber AG. Beide Unternehmen entwickeln und vermarkten neue, einzigartige Produkte an einer stark internationalen Kundenbasis. Sie nutzen damit Wachstumschancen und schaffen zukunftsfähige Arbeitsplätze in der Region. Bereits im Jahr 2012 wurde Werum auf der Lünale mit dem Mittelstandspreis geehrt.

Die Geschichte im 360-Grad-Format

Ein überraschender Programmpunkt der Lünale war die Präsentation eines Virtual-Reality-Projekts vom Museum Lüneburg. Anhand von Kurzgeschichten, die als 360°-Storys gestaltet sind, sollen die Beziehungen zwischen Mensch und Natur von der Zeit des Neandertalers bis in die Gegenwart auf neue Weise erfahrbar werden, erläuterte Museumschefin Prof. Dr. Heike Düselder. Gleichzeitig helfen die 360°-Storys dem Besucher dabei, ausgestellte Museumsobjekte in ihrem historischen Kontext wahrzunehmen und emotional in die Geschichte einzutauchen. Das Projekt wird von der W. Marwitz Textilpflege GmbH, Lüneburg, finanziell unterstützt. Die Idee war anlässlich, des Workshops unter dem Titel “Hands on 360°“ Anfang April entstanden. Der Workshop wurde in Kooperation zwischen der nordmedia Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH und der Wirtschaftsfördergesellschaft Lüneburg durchgeführt und hatte überregional Beachtung gefunden.

Von Christoph Steiner