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Mehr als 400 Beschäftigte des Öffentlichen Dienstes sind am Donnerstag in Lüneburg auf die Straße gegangen und haben für mehr Geld demonstriert. Foto: be

Gewerkschaften lassen Muskeln spielen

Lüneburg. Die Steuerschatullen füllen sich, Beschäftigte des öffentlichen Dienstes im Bund und in den Kommunen fordern ihren Anteil. Rund 400 Kollegen demonstri erten am Donnerstag in der Stadt für mehr Geld – und damit doppelt so viele wie von den Gewerkschaften erwartet. Der stellvertretende ver.di-Bezirksgeschäftsführer, Matthias Hoffmann, und Katja Wingelewski vom Landesverband Niedersachsen-Bremen sehen die Arbeitgeber nach zwei gescheiterten Tarifrunden in der Pflicht, sich zu bewegen. Die wiederum weisen darauf hin, dass sie mit erheblichen Ausgaben zu kämpfen hätten. Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge, gleichzeitig 1. Vizepräsident des Kommunalen Arbeitgeberverbandes (KAV) Niedersachsen, führt einen „Investionsrückstand“ ins Feld. Stichworte sind etwa marode Straßen und Schulen.

Kein neues Personal in Sicht

Die Gewerkschafter zogen vom Arbeitsamt zum Marktplatz. Neben Erzieherinnen und Sozialarbeitern aus Stadt und Kreis waren auch Mitarbeiter des Bauhofes, des Wasser- und Schifffahrtsamtes und der Sparkasse gekommen.

Mehrere Redner, darunter vom Deutschen Beamten Bund und komba, klagten, dass sie immer mehr zu tun hätten, kein neues Personal in Sicht und Nachwuchsgewinnung angesichts mäßiger Konditionen schwierig sei. Es sei nicht fair, Investitionen in die Infrastruktur gegen Ausgaben für das Personal zu stellen: Man leiste gute Arbeit, wolle gut entlohnt werden, zumal der öffentliche Dienst bei der Bezahlung der freien Wirtschaft hinterherhinke.

Sechs Prozent mehr Lohn

Die Gewerkschaften fordern sechs Prozent mehr Gehalt, aber mindestens 200 Euro pro Monat mehr und für Auszubildende ein Plus von mindestens 100 Euro.
Schwerpunkt der Kundgebungen waren in Niedersachsen Hannover, der Großraum Braunschweig sowie Bremen, während sie Meppen nur auf mehrere hundert Teilnehmer kamen. Vor allem waren Pendler betroffen durch Warnstreiks bei Bussen und Bahnen. In Städten wie Hildesheim mussten Eltern oft improvisieren, weil einige Kitas komplett geschlossen waren. Anders als ihre Kollegen in Bremen verzichteten die Beschäftigten des Klinikums der Region Hannover wegen der Grippewelle auf eine Beteiligung am Warnstreik.

„In Hannover sind weder Bus noch Bahn gefahren, und am Airport kam es zu Behinderungen bei der Abfertigung der Passagiere“, so Matthias Büschking von ver.di. Insgesamt beteiligten sich laut ver.di in Niedersachsen und Bremen rund 9000 Beschäftigte an den Warnstreiks und Kundgebungen.

von Carlo Eggeling

4 Kommentare

  1. „Hinten schrien sie: VORWÄRTS!, vorne schrien sie Zurück“!

  2. irgendwie komisch, wenn diese herrschaften erfolg haben, sagen wir mal 5% lohnerhöhung, kommt der staat und will mehr geld für kita ,müllabfuhr usw. wenn derjenige dann seine kinder in die kita bringt und wenn ihm der müll entsorgt wird, darf er mehr dafür bezahlen und die 5% erhöhung ist schnell wieder weg. wenn derjenige richtig pech hat, wird er nach dieser erhöhung weniger in seiner gelbörse finden als vorher. ob die krankenkassen wohl schon lauern? schmunzeln.

    • Klaus Bruns hat die Grundlage unseres Wirtschaftssystems verstanden !!

    • Ja, ist doch klat Herr Bruns. Das System ist ausgeklügelt. So ausgeklügelt,daß man real immer nich beim gehalt von 1995 ist und wenn etwas dazu kommt, hat niemand aus Berlin Skrupel, zackig abzuziehen. Den Wähler gefällt das System doch. Dafür wird woanders (EU, Türkei usw. ) kräftig gezahlt.Was wollen Sie?
      Es ist wie es J. Fischer in seinem Buch „Risiko Deutschland“ beschrieb, in dem er sagte, “ es müsse soviel wie möglich Geld den Deutschen genommen werden, es könne auch sinnlos in der Welt verteilt werden-hauptsache die Deutschen kriegen es nicht.“