Dienstag , 18. September 2018
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Die Grünen erheben Vorwürfe zur Planung für die Arena Lüneburger Land. Die Kreisverwaltung weist die deutlich zurück. (Foto: A/t&w)

Die geforderte Hilfe von Außen hat der Landkreis längst

Lüneburg. Kommt die Arena Lüneburger Land? Und wenn ja in welcher Form und mit welchem Betreiber? Nur einige Fragen, die seit vergangener Woche, als der Landkre is die Ausschreibungen für den Bau der Veranstaltungshalle vorerst gestoppt hatte, noch offener sind. Landrat Manfred Nahrstedt hatte am Montag den Kreisausschuss und die Presse informiert. Uneinig ist sich der Kreis mit dem Veranstalter FKP Scorpio über die Rahmenbedingungen des Betreibervertrags.

Zu Wort gemeldet hat sich jetzt der Grünen-Kreisverband, der mit der Planung unzufrieden ist. Kreistagsmitglied Michael Gaus sagt: „Das Verfahren stockt. Den Kreisoberen ist das wohl so unangenehm, dass sie den Kreisausschuss nicht mehr vollständig informieren. Deshalb schwindet unser Vertrauen in die Verwaltung. Jetzt zeigt sich, dass die Kreisspitze sich über Monate hinweg zu sehr auf einen Bieter verlassen hat. Der blendete zunächst mit hohen Mieteinnahmen. Nun, da er sich sicher wähnt und den Wettkampfsport nicht verdrängen darf, fordert er stattdessen Geld.“
Tanja Bauschke meint: „Wir fordern, dass der Kreis sich jetzt Hilfe sucht und diese auch annimmt. Das bisher übliche Vorgehen, mit ganz wenig Personal große Projekte meistern zu wollen, stößt an Grenzen.“ Die Kreistags-Fraktionsvorsitzende Petra Kruse-Runge sagt: „Es fehlen bei der Arena die externe Projektsteuerung und Vergabefachleute, die jetzt zusammen schnelle Ergebnisse erzielen.“

Externe Experten sind bereits involviert

Der Ansatz des Landkreises, das Projekt selbst zu bauen, „für den Betrieb des schnelllebigen Veranstaltungsgewerbes aber einen Fachbetrieb zu gewinnen“, sei richtig. Aber es brauche deutlich mehr Teamarbeit, um die Stimmung nicht vollends kippen zu lassen. Bei den Grünen in der Stadt sei die Begeisterung für die Arena ohnehin geringer.

Auf die Kompetenz im eigenen Haus und die Tatsache, dass sehr wohl schon externe Fachleute mit den Planungen für die Arena befasst sind, weist Kreispressesprecherin Katrin Holzmann hin: „Der Landkreis Lüneburg vergibt in jedem Jahr sehr viele Aufträge im Umfang von vielen Millionen Euro. Er verfügt über eigene Kenntnisse im Vergaberecht. Organisatorisch hat er eine eigene Submissionsstelle. Jede Vergabe wird vom Rechnungsprüfungsamt geprüft, wo im Vergaberecht speziell ausgebildete Fachkräfte eingesetzt sind. In Ausnahmefällen werden Fachanwälte eingesetzt. So wurde im Fall der Arena das Büro Deloitte bei einer besonderen Fragestellung beauftragt.“ Eine weitere Angelegenheit sei an eine Fachkanzlei in Hamburg herangetragen worden.
Holzmann weiter: „Eine externe Unterstützung in der Projektsteuerung findet statt durch Jörg Junker, der bereits am Bau der Barclaycard-Arena beteiligt war, Henning Müller-Rost von der Lüwobau und Carsten Rennecke von der Firma Bevenue, der sich in jeglicher Beziehung mit Sport- und Veranstaltungshallen auskennt. Bevenue wurde vom Europäischen Verband der Veranstaltungs-Centren in Frankfurt empfohlen. Als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater ist Ernst Hildebrandt von Dierkes & Partner beratend tätig.“

Stadt will Zahlen des Kreises abwarten

Die Arena war auch Thema einer Anfrage der Stadt-Grünen in der jüngsten Ratssitzung. Ulrich Löb wollte von Oberbürgermeister Ulrich Mädge wissen, ob durch die aktuellen Veränderungen der Ratsbeschluss noch gedeckt sei. Noch habe er keine neue Zahlen des Landkreises erhalten, sagte Mädge, „wir müssen sehen, was der Landkreis rübergibt“. pet

26 Kommentare

  1. Reiner Schultz

    Dies ist eine Lügen-Arena, die auf einem ungeeigneten und viel zu teuer eingekauften Grundstück gebaut werden soll, um zwei Lüneburger Privatunternehmern ihr Entertainement-Geschäft zu sichern.

    Stadt und Landkreis (also Mädge und Nahrstedt) haben bei diesem Bauprojekt nicht das Geringste verloren, betreiben aber trotzdem das Überbringen des Millionengeschenks, als würde es sich um ein Gemeinwohlanliegen handeln, – was nicht der Fall ist.

    • Richtig: Was haben Kreis und Stadt sich um das private Geldgeschäft mit einer Randsportart wie Volleyball zu kümmern? Sollen Bahlburg und Hoppe doch ihre Subventionsabgreifenergie mal in echte Unternehmercourage investieren und sich ihre Halle privat finanzieren. So würden sie drei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Erstens könnten sie nachweisen, dass der „Selbstläufer Mehrzweckarena“ tatsächlich die fette Kohle einspielt, welche die beiden Spezialisten des uneigennützigen Schaumschlagens verheißen, zweitens wäre ein Ersatz für´s Vamos und seinen armen Betreiber gefunden und drittens könnten Hoppe und Bahlburg „der Community“, die ihre Betriebe bisher mit öffentlichen Zuschüssen getragen hat, endlich einmal ihre Dankbarkeit zeigen, indem sie auf dem Schlachthofgelände die lange schon erstickende Parkplatznot durch den – ebenfalls privat finanzierten – Bau einer Sparkassen-Tiefgarage-Lüneburger-Land lösen und außerdem „dem Schulsport“ für die nächsten siebzig Jahre eine unentgeltliche Nutzung ihrer multimodalen Anlage (inklusive kostenlosem Shuttlebus- und Nahrstedtschem Tandemfahrrad-Transportbetrieb plus Schirmen und Regenbekleidung) notariell beglaubigt zusichern.

  2. Sehr geehrter Kreistagsabgeordneter Gaus

    Sie beklagen, Herr Nahrstedt und Herr Krumböhmer, die ja keinen Schritt ohne Herrn Mädge tun, hätten sich über Monate hinweg zu sehr auf einen Bieter verlassen, der zunächst mit hohen Mieteinnahmen geblendet habe. „Nun, da er sich sicher wähnt und den Wettkampfsport nicht verdrängen darf, fordert er stattdessen Geld.“

    — MEINE ERSTE FRAGE: Wie kommen Sie darauf, dass Herr Koopmans, der GF des ausgewählten Betreibers FKP Scorpio, mit hohen Mieteinnahmen nur „geblendet“ hat und diese nicht tatsächlich hätte erzielen können?

    — MEINE ZWEITE FRAGE: Sie sagen, Koopmans „dürfe“ den Wettkampfsport „nicht verdrängen“. Wer sagt das? Und geht es hier wirklich um unschuldigen „Wettkampfsport“? Oder geht es um eine private Unterhaltungsunternehmung aus der Sparte Profi-Volleyball? Geht es um die SVG-Spielbetriebs-GmbH von Herrn Bahlburg?

    Zur Arena: Der Kreis darf aus Gründen des Beihilferechts den Volleyballern finanziell nicht unter die Arme greifen. Zumal nicht der Verein, sondern Herrn Bahlburgs angegliederte Sportbetriebsgesellschaft, die privatwirtschaftliche, profitorientierte SVG-GmbH, offiziell als Hallennutzer auftreten würde. Dazu heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme des Kreises: „Die Sportbetriebsgesellschaft GmbH muss wie jedes andere Unternehmen auch für eine Nutzung [der Arena] ein angemessenes Entgelt bezahlen. […] Würde eine kostenlose Nutzungsüberlassung geregelt, wäre dies […] rechtswidrig. Denn der Landkreis würde aus Steuermitteln für einen Zweck, der nicht zu seinem Aufgabenkreis zählt, einem Privatunternehmen eine Zuwendung gewähren.“

    (Quelle: Vorlage 2018/037 in der Sondersitzung des Ausschusses für Hochbau und Energiesparmaßnahmen vom 13. Februar 2018, Antwort zu Frage 10 der CDU-Fraktion, Absatz 2 PDF, Seite 7): https://allris.lklg.net/bi/vo020.asp?VOLFDNR=4710)

    Herr Bahlburg hat aber deutlich gemacht, dass seine Privatunternehmung, die SVG-GmbH schon mit den Kosten für die jeweilige, vor Heimspielen notwendige Sportbodenverlegung (ca. € 4.000,-) überfordert wäre. (https://www.lzplay.de/index.php/2018/02/13/spielt-die-svg-nur-die-zweite-geige/)

    — MEINE DRITTE FRAGE: Wie kann die SVG die Halle nutzen, ohne durch Steuergelder — RECHTSWIDRIG — finanziert zu werden?

    Unabhängig von Ihrer Antwort, auf die ich gespannt bin, glaube ich, dass Sie die Vorlage 2018/037 vom 13. Februar 2018 einmal sorgfältig studieren sollten, weil sich aus dem dort Mitgeteilten eine ganze Reihe weiterer und hochgradig heikler Fragen in Richtung (ungesicherter) Kostenprognosen und (angeblichem) Gemeinwohlnutzen ergeben. Siehe das PDF auf: https://allris.lklg.net/bi/vo020.asp?VOLFDNR=4710

    MfG, Anne Heinen

    • Sehr geehrter Kreistagsabgeordneter Gaus

      Darf ich noch auf eine Antwort Hoffen?

      MfG, Anne Heinen

    • Hallo Kreistagsmitglied Michael Gaus

      Auf Ihre Antworten auf die Arena-Fragen von Frau Heinen bin ich ebenfalls sehr gespannt.

      Klaus Peter Burmeister

    • Sehr geehrter Kreistagsabgeordneter Fahrenwaldt

      Was sagen Sie denn zu den Arena-Fragen, die der Gellersener Grüne, Ihr Kreistagskollege Michael Gaus, nicht beantworten möchte? (Wahrscheinlich möchte der sie deshalb nicht beantworten, weil es ihm unangenehm ist, wie einfach sein Propagandamanöver zu durchschauen ist, mit dem er – von hinten durch die Brust ins Auge – die privaten und gemeinwohlschädigenden (weil hirnrissig unwirtschaftlichen und rechtswidrig aus Steuermitteln finanzierten) Geschäftsinteressen vom Unterhaltungsunternehmer Bahlburg unterstützt?

      Kurt Jansen

      • Kurt Jansen(leuphana)
        wie wäre es nur zu fragen, ohne eigene behauptungen und feststellungen? können studenten das?

    • Hallo Herr Fahrenwaldt

      Ein Arena-Gespräch zwischen Ihnen und Ihrem Kollegen Michael Gaus hier bei LZ-Online könnte viel Licht in die juristisch und ökonomisch fragwürddigen Schummerecken des Nahrstedt-Mädge-Bahlburg-Hoppe-Projektes bringen.

      Oder denken Sie vielleicht, die transparente Helligkeit eines gut illuminierten, für alle leicht einsehbaren Geländes sei bei diesem verkorksten „Leuchtturmvorhaben“ gar nicht unbedingt erwünscht?

      Sabine Werner

      • Karlheinz Fahrenwaldt

        Ich kann an dieser Stelle nur die Positionen der Kreistagsfraktion der Linkspartei darstellen: Wir waren gegen ÖPP – wurde nach 2 Jahren akzeptiert. Wir sind gegen den vorgesehenen Standort und für einen Landkreiseigenen Betreiber. Aber im Prinzip sind wir für eine Mehrzweckhalle für das Oberzentrum Lüneburg. Warten wir die weiteren Entwicklungen ab.

        • Hallo Herr Fahrenwaldt

          Mit anderen Worten: Wechselnde Lügengeschichten, Begünstigung und rechtswidrige Subventionen nehmen Sie hin, solange die Geldabgreifer nur nicht „von Außen“ kommen?

          Wenn Sie ehrlich sind, gibt es für den Bau DIESER Halle weder einen nachvollziehbaren Grund, noch eine aufs Gemeinwohlbessere zielende Legitimation und auch keine erkennbare legale Basis.

          Allein, für den „vorgesehenen Standort“ sind bereits 2,5 Millionen Euro Steuermittel in die Taschen eines bekannten Lüneburger „Investors“ transferiert worden. Das haben Nahrstedt und Mädge mit ihrer inferioren Arkanklüngelei zu verantworten. Wie sollen die von dem peu à peu (dt.: pö ah pö) ins Fiasko wachsenden Blödsinn noch abrücken, ohne ihre geldvernichtende Unfähigkeit eingestehen zu müssen?

          Alle Vernünftigen sagen, der ausbaufähige Sportpark (inklusive Fußballstadion U N D Ballsporthalle) muss her. Aber die SVG-Propagandatrommler, wollen immer nur alles für sich alleine. Die wollenn die gnadenlos überteuerte, dysfunktionale „Arena“ am ungeeigneten Ort im Gewerbegebiet, wo schon jetzt niemand mehr weiß, wie der momentane Verkehr und die seit Jahren bekannte Parkraumnot zu bewältigen sind, anstatt mit dem LSK und anderen Vereinen an einem Strang zu ziehen und – für das gleiche Geld – den Anfang für eine professionelle Anlage mit Zukunftspotential im Osten der Stadt (TKK, Flugplatz, Bilmer Berg II, etc.) voranzutreiben.

          MfG, Herbert

  3. Warum so ein Riesenunfug wie DIESE Arena, wenn „der Landkreis“ die geforderte Hilfe von Außen längst hat?

    Warum nicht erst nachdenken und dann handeln?

    Warum nicht wenigstens gleich ein geeignetes Areal auswählen, anstatt das falsche für 1,5 Millionen zu kaufen, eine weitere Million für unbrauchbare Vorplanungen zu bezahlen und dann noch zwei, drei Jahre auf der „Umsetzung“ zu beharren, nur um zuletzt doch abbrechen und woanders ganz neu wieder anfangen zu müssen?

    Sollte „die geforderte Hilfe von Außen“ nicht im Einsatz von ein paar Psychotherapeuten zur Behandlung und Betreuung „der Verwaltungsspitze“ bestehen?

  4. Nicht „der Landkreis [hat] die Ausschreibungen für den Bau der Veranstaltungshalle vorerst gestoppt“, sondern Landrat Nahrstedt ist seinem Freund Bahlburg zu Hilfe geeilt und hat vorletztes Wochenende die Krumböhmer-Planungen eigenmächtig über den Haufen geworfen.

    Ein Skandal (und ein Rechtsbruch) ist, dass sowohl Kreisausschuss als auch der Kreistag nicht mehr vollständig und rechtzeitig informiert werden.

    Siehe dazu die zahlreichen guten Leserkommentare:

    hier: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/1510862-potenzielle-arena-betreiber-muessen-neu-rechnen

    hier: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/1495602-nachfragen-unerwuenscht

    und hier: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/1481802-arena-ohne-volleyballer-wirtschaftlicher

    Miriam Hartig

  5. Für mich bleibt das Arena-Ding trotz all dem verswurbelten Gekurke des Reppenstedter Grünen Michael Gaus ein veritabler Skandal. Weil einmal mit viel Geld unnötige Planungsfehler verschleiert werden, zum Zweiten auf nicht geignetem Gelände nach den Maßgaben eines Investors gebaut wird, der sich mit dem gierig übereilten Kauf verhoben und vergaloppiert hat, und drittens ein abstoßendes Riesentheater um einen Privatunternehmer herum veranstaltet wird, der es geschafft hat, Stadt- und Kreisgremien dazu zu bringen, ihm einen für ihn praktisch kostenlosen Zweckbau maßzuschneidern.

  6. „Ein wichtiger [Arena-]Punkt ist der Verkehr. Unter anderem ist fraglich, ob die Media-Markt-Kreuzung den zusätzlichen Verkehr verkraftet, immerhin sind bis zu 3500 Zuschauer möglich. Müsste die Kreuzung umgebaut werden, könnten Kosten von einer Million Euro [oder mehr] auflaufen.“

    Quelle: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/1465242-politiker-loechern-koordinator-der-arena-mit-fragen#comment-140921

  7. Hallo Michael Gaus und Karlheinz Fahrenwaldt

    Warum und wozu brauchen die LüneBürger die Arena, die summa summarum vermutlich zwanzig Millionen Euro (oder mehr) kosten wird.

    Bitte nennen Sie mir DREI konkrete Gründe oder Zwecke der momentan geplanten Mehrzweckhalle an der Lüner Rennbahn, welche dem Gemeinwohl, also allen oder einer möglichst großen Zahl von Einwohnern unseres Kreises dienen. (Und bitte ersparen Sie mir und den anderen Lesern das haltlose Geschwafel über „Standortaufwertung“, „Oberzentrumsangemessenheit“ und „Leuchtturmfunktion“. Auch kann wohl Herrn Andreas Bahlburgs private Wirtschaftsunternehmung, die SVG-Spielbetriebsgesellschaft GmbH, nicht im Ernst eine zentrale Rolle bei der Nutzenargumentation spielen, da sonst erhebliche Konflikte mit § 266 StGB nicht auszuschließen wären.)

    Warum muss es diese Halle an diesem Standort sein? Warum wird das Geld nicht in eine entwicklungsfähige Sportanlage auf einem ausbaufähigen Areal für alle Ballsportarten gesteckt?

    Dietlof Marek

  8. Sehr geehrter Ratsherr Pauly

    Was denken Sie über die Problem-Arena? Seit dem Rücktritt des Jamaika-Häuptlings Niels Webersinn, der sich heldenmütig, aber sinnlos anstelle seines für alle Zeiten irreparabel desavouierten Parteikollegen Scharf geopfert hat, ist auch von Ihnen kaum noch etwas zu lesen.

    Doch als versierter Baufachmann mit ordentlichen Rechtskenntnissen sollten Sie zumindest als Staats- und Stadtbürger eine Meinung zu den aufgeorfenen Arena-Fragen haben:

    1. Gibt es einen Ausweg aus der Standortfalle? Oder ketten die im Vorfeld verbrannten 2,5 Millionen Euro alle Beteiligten an dieses ungeeignete Gelände mit den unlösbaren Verkehrsproblemen?

    2. Sehen Sie eine juristische Chance, dass der Spielbetriebsunternehmer Bahlburg mit seinem Entertainement-Geschäft die Arena nutzen kann, ohne die dafür erforderlichen Gebühren in wirtschaftlich angemessener Höhe zu bezahlen?

    3. Gefährdet der völlig unüberlegte Eingriff des Landrates vom vorvergangenen Wochenende, mit dem er das halbwegs plausible Krumböhmer-Konzept pulverisierte, wie es erst vier Wochen zuvor auf der Sondersitzung des Kreis-Ausschusses für Hochbau und Energiesparmaßnahmen vom 13. Februar 2018 mit ganz breiter Brust vorgestellt worden war (https://allris.lklg.net/bi/vo020.asp?VOLFDNR=4710), und so erneut Wirrnis, Chaos und Unübersichtlichkeit in die Kostenkalkulation gebracht hat, nicht die zugesagten Investitionsgrenzen der Stadt?

    4. Was würden Sie auf die Fragen von Dietlof Marek (oben) an Michael Gaus und Karlheinz Fahrenwaldt antworten, wenn diese an Sie gerichtet worden wären?

    LG, Werner Müller

  9. ARENA LÜNEBURGER KLÜNGEL

    „Klüngelingeling, Klüngelingelang, hier kommt der Volleyballmann: Manni, schau dir mal diese Arena-Pläne an. Volleyballbundesliga, Schul- und Breitensport ̶ Konzerte, Events, Kongresse an einem Ort. Grundstück, Architekt, Investor, Betreiber, Namensgeber gibt es schon, und wer bezahlt ist auch klar, denn die Arena dient schließlich ja dem Bürgerwohl.“

    Volleyball ist eine Randsportart in Deutschland und wird es auch immer bleiben. Noch deutlich hinter Handball, Basketball und Eishockey. Wenn beim Spartensender SPORT1 über Fußball getalkt wird, ist das für den Sender von größerer ökonomischer Bedeutung, als die Übertragung eines Ligaspiels in einer Randsportart. Auch wenn die großflächige Berichterstattung in der LZ anderes vorgaukelt, ist die Volleyballbundesliga den allermeisten Tageszeitungen nicht einmal Randnotizen wert. Schlimmer: Es werden weder die Ergebnisse noch die Tabelle abgedruckt. Der Werbewert der SVG Volleyballtruppe für Lüneburg tendiert gen null. Signifikant mehr ist auch nicht möglich.

    Die Volleyballbundesliga ist eine Operettenliga die auf „Eventisierung“ setzt. Im Zusammenhang damit wurden die Lizenzbedingungen so erhöht, dass die Zielstärke von 12 Mannschaften nicht erreicht wird. Derzeit spielen 11 Teams, davon 2 mit Ausnahmegenehmigungen (Lüneburg und Herrsching) und 1 dank einer WildCard (Innsbruck). Herrsching wird sich wohl nicht mehr um eine Lizenz bewerben und schon mehrmals haben Teams auf den Aufstieg in die 1. VBL verzichtet. Ein hallenbedingter Ausschluss der SVG ist daher reine Drohkulisse. Für 98% der Bevölkerung im Landkreis Lüneburg existiert ohnehin keine Gefahr, dass die Volleyballer Richtung Hamburg abwandern – aus dem ganz einfachen Grund, weil sie sich nicht für die internationale Söldner-Truppe der SVG Lüneburg Spielbetriebs GmbH interessieren. Ein Verweis auf die vielen SVG-Jugendmannschaften im Zusammenhang mit der Arena-Diskussion ist unsinnig, da diese eine solche in keiner Weise benötigen.

    Das abgekartete Spiel `Niemand hat die Absicht einen Volleyball-Hoppe-Dome zu bauen´ lief wie geschmiert bis ein zweiter Betreiber dazukam. Der muss jetzt wegen Nichtbeachtung der 1. Spielregel („Scheiß auf das Beihilferecht und Einnahmeverluste! Die Interessen der SVG Lüneburg Spielbetriebs GmbH sind vorrangig!“) neu rechnen. Und die Bürger dürfen draufzahlen, damit die Tingeltangel-Truppe, die es bei der letzten Wahl zur Lüneburger Sportmannschaft nicht einmal unter die ersten drei schaffte, kostenlos in der 10 Mio-Arena trainieren kann!

    Jo Bembel

    • Glänzende Arena-Lagebeschreibung!

      Sie haben zu erwähnen vergessen, dass Henrik Morgenstern und Dr. Thomas Buller, die beiden Mitarbeiter der SVG-GmbH in der CDU-Ratsfraktion der Stadt für das Projekt ihres Arbeitgebers geradezu besinnungslos agitiert und wie entfesselt geeifert haben. Und das, obwohl über die sie betreffende Frage nach dem nicht unwahrscheinlichen Inbetrachtkommen eines Mitwirkungsverbots in dieser Angelegenheit nicht nach den verfassungsgesetzlich vorgeschriebenen Regeln befunden wurde. (Dazu mehr im Kommentar, den Frau Susanne Jäger am 13. November 2017 um 22:04 Uhr eingestellt hat: https://jj12.wordpress.com/2017/11/06/lueneburgs-hausgemachtes-sylt-syndrom/#comment-1381)

      Außerdem existiert KEINE seriöse Bedarfsanalyse: E gibt KEINE Erhebungen, KEINE Zahlen, KEINE Daten. Von KEINER Seite. NICHTS! Weder OB Mädge, noch Landrat Nahrstedt, nicht Claudio Patrik Schrock-Opitz von der LMG und ebensowenig natürlich LHG-Geschäftsführer Ulrich von dem Bruch, kein Rats- und kein Kreistagsmitglied, ja, nicht einmal das SVG-Management um Andreas Bahlburg und GmbH-Sponsor Klaus Hoppe vom Vamos haben auch nur entfernt eine Ahnung davon, was die Arena wirtschaftlich, geschweige denn fürs „Lüneburg-Renommee“ Positives bewirken oder Negatives anrichten wird. Wer außer Mädge, Nahrstedt, Hoppe und Bahlburg diesen kostspieligen Zirkustempel auf ungeeigneten Gelände eigentlich möchte, ist unklar. Alles Gerede und Geraune über erfreuliche Image- oder Struktureffekte beruht auf Bauchgefühlen, Annahmen und reinem Wunschdenken. Einen realen Anhalt für die mit wildem Augenrollen gemachten Versprechungen gibt es nicht. Sogar Opa Schowski weiß diesmal beim besten Willen nicht zu sagen, aus welcher dunklen Quelle sich der phrasenreiche Lüneburger Hallenenthusiasmus speist.

      • Aber einer reibt sich schon die Hände und lacht sich ins Fäustchen weil er aus der Nummer raus ist. Der Verkäufer des Grundstücks. Er hat in gewisser Weise auch den Enthusiasmus für die Idee gezündelt. Ganz schön clever ;-). Dem muss ich fast schon Respekt zollen.

      • Es wird gemunkelt Hoppe hat schon einen Plan B in der Hinterhand. Wenn sich die Stadt für die Volleyballer verausgabt, weil ja auch Kostenplan und tatsächliche Kosten nach der neuen Regel stark auseinanderlaufen, wird er als Retter auftreten und die Anteile der Stadt an der LÜWO Bau großherzig übernehmen, damit die Stadt durch die „Privatisierungserlöse unter Freunden“ den Haushalt auf hübschen kann. Wenn er dann noch als Retter des abspringenden Hamburger Veranstalters auftritt, kann er beide Sektkorken springen lassen und wird als großer Gewinner des Gemauschels vom Felde ziehen. Ich sage schon mal Prost.

        • Würde mich auch nicht wundern. Einer Stadt die für ein paar Euro Sportplätze zu Bauland macht ist alles zuzutrauen. Auch der Verkauf von Tafelsilber an als Komparsen auftretende Strippenzieher.

  10. Andrea Schröder-Maack

    Die Narrstadt-Arena wird der Lüneburger Kämmerei noch viel Freude machen.

    Denn die Finanzierung der privatwirtschaftlichen Geschäftsbetriebe von Andreas Bahlburg und Klaus Hoppe aus Steuermitteln ist ein Zweck, der unmittelbar zum oberbürgermeisterlichen und landrätlichen Aufgabenkreis zählt.

  11. Hallo Landrat Fahrenwaldt

    Zur Arena gibt es eine Menge Nachfragen. Besonders nach dem Chaos, das Herr Nahrstedt ohne Mandat durch den Kreistag plötzlich in der elften Kalenderwoche (zwischen dem 12. und dem 18. März) angerichtet hat. Haben Sie sich diese Fragen alle notiert? Werden die von Ihnen und anderen in den zuständigen Ausschüssen und Gremien zu Gehör gebracht? Haben Sie jetzt vielleicht schon eine Antwort auf die Kern- und Schlüsselfrage, wozu die „Arena“, so wie sie augenblicklich ins Auge gefasst ist, eigentlich nütze sein soll? Geht es nur noch um Begünstigung der kommerziellen SVG-Unternehmung, an der kaum öffentliches Interesse besteht (siehe Jo Bembels Beitrag oben), mit ein bisschen Event-Hallodri zu Lasten der Steuerbürger im Kreis? Wo ist dann eigentlich der Gedanke ans Gemeinwohl? Oder geht es um mittel- und langfristige Sportförderung in ganzer Breite für Schulen, Vereine und Freizeitler? Dann taugt doch aber weder das einseitig spezialistische und geldverschlingende Konzept noch der Standort, da sich an der Lüner Rennbahn keine integrale Anlage entwickeln lässt, oder?

    Mit lieben Grüßen, Regina Schneider

  12. Die Bahlburg-Hoppe-Arena soll auch eine Stadthalle sein. Das war eine, inzwischen nicht mehr so häufig betonte, Nebenbegründung für diese zweite Spezialanfertigung auf besonderen Wunsch. Wird die Auslastung durch „Veranstaltungen“, wenn schon nicht an der „Schaumschlägertwiete“ wenigstens im Schlachthofgarten gelingen?

    Mehr dazu hier: https://jj12.wordpress.com/2017/04/25/die-arena-ein-landkreis-unter-druck/#more-168

    Wenn ich mich recht erinnere, sollte Stadthalle Nummer eins, der Libeskind-Bau schon 2016 über 300.000 Euro einspielen (und dann, so auch im letzten und in diesem Jahr, regelmäßig), indem Flächen an Externe vermietet werden, damit das sogenannte kelleresk verspounschte „Finanzierungskonzept“ aufgeht.

    „Stadt und Landkreis beteiligen sich bekanntlich mit insgesamt 7 Millionen Euro an den Baukosten des Zentralgebäudes, dürfen dafür insgesamt 30 Veranstaltungen im Jahr dort ausrichten“, stand in der LZ.

    Wie es aussieht, werden Stadt und Kreis große Schwierigkeit haben, dieses Jahr auf 30 Veranstaltungen zu kommen. Wenn ich richtig gezählt habe, stehen bis jetzt nicht mehr als vier tatsächlich zur Debatte. Wie es im nächsten Jahr werden wird, ist schwer zu sagen. Die Zahl zehn dürfte realistisch sein.

    Also ist das Gerede über die Notwendigkeit einer zweiten Stadthalle an der Lüneburger Rennbahn wohl genau das Zweckmärchen, für das es von vielen misstrauisch auf diese neue „Investition“ Äugenden auch gehalten wird.

    • So isses. Wer braucht eine Arena? Nahrstedt, Mädge, Hoppe und Bahlburg. Sonst niemand. Dass weder Stadt noch Kreis den behaupteteten Veranstaltungsbedarf haben, das bekommen jetzt sogar die Grünen und die CDUler mit. Nur Buller und Morgenstern, die SVG-Vertreter, zetern immer noch, die Schwachsinnshalle müsse sein.

  13. Hallo Herr Redaktor Petersen

    Hat auch der Landrat die nötige Hilfe von Außen?

    Otto Berg