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Ein neuer Treffer weist auf Kurt-Werner Wichmann als Täter.

Wieder ein Treffer bei den Göhrde-Morden

Lüneburg. Die Polizei meldet einen weiteren DNA-Treffer im Fall der sogenannten Göhrde-Morde. Forensische Experten hätten erneut eine Spur von Kurt-Werner Wichmann in einem Auto der Opfer lokalisiert und analysiert. In diesem Wagen war bereits vor einem Jahr DNA Wichmanns gefunden worden. Das hatte die Polizei allerdings erst im vergangenen Dezember vermeldet. Damit verdichtet sich der Verdacht, dass er für den Tod zweier Paare verantwortlich ist, die 1989 nahe dem Forsthaus Röthen in der Göhrde umgebracht wurden. Wichmann hatte sich 1993 im Gefängnis das Leben genommen, er saß dort wegen anderer Vorwürfe ein.

Gab es einen Komplizen?

Wichmann gilt als mutmaßlicher Serientäter, der bis zu 20 Morde in Deutschland und im nahen Ausland begangen haben könnte. Die Polizei prüft derzeit Zusammenhänge in ungeklärten Mordfällen. Ziemlich sicher sind sich die Mitglieder einer inzwischen sechsköpfigen Ermittlungsgruppe, dass Wichmann Birgit Meier aus Brietlingen getötet hat. Deren Leiche war im vergangenen Herbst unter der Garage von Wichmanns ehemaligem Wohnhaus am Stadtrand gefunden worden. Die Frau eines wohlhabender Unternehmers war im Sommer 1989 verschwunden. Ihre Familie war schnell von einem Verbrechen ausgegangen. Polizei und Staatsanwaltschaft hatten nicht sonderlich intensiv gefahndet. Der Bruder Birgit Meiers, Wolfgang Sielaff, ehemaliger Chef des Hamburger Landeskriminalamtes, hatte schließlich die entscheidenden Hinweise gegeben.

Die Polizei geht davon aus, dass Wichmann einen Komplizen aus seinem engsten Umfeld gehabt haben könnte. Auch dem Mann wurde eine DNA-Probe entnommen. Das will die Polizei nicht weiter kommentieren. Allerdings soll es bei einem Abgleich noch keinen Treffer zu dem vorhandenen Spurenmaterial gegeben haben.

Von Carlo Eggeling