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Eigentlich verboten: Viele Autofahrer nehmen die Abkürzung über die Bernsteinbrücke. (Foto: be)

Verkehrschaos in der Goseburg, und wie Sie ihm entkommen +++ Mit Karte

Lüneburg. Das ausgebrochene Verkehrschaos rund um die Autobahnanschluss-Stelle Lüneburg-Nord und die Abfahrt Adendorf ist nur ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen mag. Wegen Sanierungsarbeiten an der Landesstraße 216 / Hamburger Straße ist seit Montag nicht nur die direkte Verbindung zwischen Lüneburg und Bardowick gekappt. Auch das Gewerbegebiet Goseburg ist von Autobahn und Lüneburger Ostumgehung vorübergehend abgeschnitten. Die Umleitung ins Gewerbegebiet über die Bockelmannstraße verstopft zudem eine der Haupteinfallsstraßen in die Stadt Lüneburg. Damit wenigstens Lkw auf dem Weg ins Gewerbegebiet noch auf den zugeparkten Straßen rangieren können, werden dort seit Dienstag weitläufig Parkverbote verhängt.

Tausende stehen im Stau

Tausende standen am Montag in und rund um Lüneburg im Stau. Auch LZ-Leser Wilfried Riegel aus Brietlingen ärgerte sich: „Ich habe mit dem Auto von der Media-Markt-Kreuzung bis zur Lise-Meitner-Straße mehr als eine Stunde gebraucht.“ Die Strecke ist keine zwei Kilometer lang – und die Hauptverkehrszeit sollte da noch kommen. Auslöser des Verkehrsinfarktes sind die Bauarbeiten an der A39-Anschlussstelle Lüneburg-Nord. Wie berichtet, wird sie in zwei Bauabschnitten erneuert. Die Sperrungen sollen voraussichtlich bis einschließlich 25. März dauern. So lange kann allenfalls von Bardowicker Seite die Autobahn-Auffahrt in Fahrtrichtung Hamburg genutzt werden, beziehungsweise kann man von der B4 nach Bardowick abfahren. Der Weg von und nach Lüneburg ist gesperrt. Die Ampel indes blieb weiter geschaltet. Wer aus Bardowick auf die A39 wollte, hatte lange Rot, obwohl gar kein Gegenverkehr kommen konnte. Die Baustelle reicht bis in Höhe Wilhelm-Hänel-Weg, der Einmündung nach Ochtmissen.

Manche Autofahrer nutzten als Alternativ-Strecke zwischen Bardowick und Lüneburg die Route über Ochtmissen. Die führt über die Bernsteinbrücke, die offiziell nur für den landwirtschaftlichen Verkehr freigegeben ist. Auf LZ-Nachfrage, ob die Stadt Lüneburg die Brücke zumindest in der Baustellenphase offiziell für den Autoverkehr freigeben könnte, sagte Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck: „Das können wir uns nicht vorstellen. Die umliegenden Straßen sind für den Verkehr nicht ausgelegt.“
Über Stunden kam gestern der Verkehr auf der Bockelmannstraße in Richtung Innenstadt zum Erliegen. Mehr als 50 Anrufe gingen deswegen bis zum Abend bei der Polizeiwache ein. Die Umleitungsbeschilderung sei teilweise irreführend, hieß es. Die Polizei will heute mit der Stadt das Gespräch suchen. Der Rückstau bis nach Adendorf auf der Umleitungsstrecke ins Lüneburger Gewerbegebiet wurde zusätzlich verstärkt, da wegen geparkter Autos insbesondere in der Goseburgstraße viele Lkw schlichtweg stecken blieben. Ab Höhe Baumarkt beim Ilmenau-Center bis McDonald‘s Bei der Pferdehütte sollen an den Straßen nun absolute Halteverbote eingerichtet werden, sagt Annette Padberg von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Für alle anderen Verkehrsteilnehmer hat Suzanne Moenck einen Ratschlag: „Wer nicht ins Gewerbegebiet Goseburg will, sollte das Nadelöhr Bockelmannstraße weiträumig umfahren.“

„Die Bernsteinbrücke freizugeben, können wir uns nicht vorstellen. Die umliegenden Straßen sind für den Verkehr nicht ausgelegt.“ – Suzanne Moenck, Stadtpressesprecherin

Wer glaubte, zum Feierabend in Richtung Bardowick aus der Stau-Zone endlich herauszufahren, wurde bitter enttäuscht. Im Zuge der Hamburger Landstraße zwischen Lüneburg und Bardowick lässt der Landkreis Lüneburg derzeit den Landwehrkreisel erneuern. Die Arbeiten sollen eine Woche dauern. Der Kreisverkehr ist dafür zu zwei Dritteln gesperrt, der Verkehr wird mit einer Baustellenampel geregelt. Die Zufahrten zum Bauzentrum Friede und der Bypass zum Schwarzen Weg bleiben geöffnet.
Indes sollen die Arbeiten im Bereich der A39-Anschlussstelle Lüneburg-Nord am Wochenende abgeschlossen sein. Allerdings für den ersten Bauabschnitt. Die Sanierungsarbeiten gehen sofort weiter. Für den zweiten Bauabschnitt ab Montag, 26. März, soll die Ostumgehung zwischen Lüneburg-Nord und Adendorf komplett gesperrt werden – voraussichtlich bis 4. April. Padberg sagt: „Und dann geht es weiter mit der Kompletterneuerung der Richtungsfahrbahn Hamburg zwischen Lüneburg-Nord und Handorf.“ Diese Arbeiten sollen bis September dauern (LZ berichtete).

Eine einzige gute Nachricht für Autofahrer: Die Arbeiten im Bereich der Anschlussstelle Handorf sind abgeschlossen, die dortige Sperrung wurde aufgehoben.

von Dennis Thomas

Ampelphase an Stausituation angepasst

Die Stadt reagierte am Dienstag auf das Montags-Chaos mit Änderungen an den Ampelschaltungen an der Lise-Meitner-Straße und der Bockelmannstraße. „Jetzt kommen mehr Autos in einer Ampelphase aus der Goseburg raus“, sagt Pressesprecherin Suzanne Moenck. Zwar habe man die Phasen auch schon vor den Sperrungen angepasst, „aber das reichte leider nicht“. Damit Autofahrer künftig gar nicht erst unbeabsichtigt weit in die Goseburg hineinfahren, soll auch bei der Beschilderung nachgebessert werden, dann soll bereits in Höhe Moldenweg auf die „Sackgasse Goseburg“ hingewiesen werden.

„Uns ist bewusst, dass dies eine schwierige Situation ist“, versichert derweil Annette Padberg von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Ihr Team sei aber mit der Stadt und der Polizei „ständig im Gespräch, dennoch lassen sich Staus nicht gänzlich vermeiden“.

Umleitungsempfehlungen

Die Landesstraßenbaubehörde gibt Routenempfehlungen, um den größten Staus aus dem Weg zu gehen, denn die Hamburger Straße ist zwischen Autobahnanschluss und Wilhelm-Hänel-Weg komplett gesperrt.

  • Aus Bardowick durch Neu Wittorf auf die B404 und von dort in Handorf auf die A39 an der Anschlussstelle Adendorf abfahren, von dort geht es über Bockelmannstraße und Lise-Meitner-Straße weiter ins Industriegebiet Goseburg.
  • Wer aus Lüneburg nach Bardowick fahren will, kann über die Ostumgehung an der Ausfahrt Lüneburg-Nord abfahren.

(Bitte klicken Sie für eine Großansicht bzw. den Download der Karte auf das Bild)

Karte: Landesbehörde für Straßenbau

 

Galerie: Autofahrer-Albträume

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Von Dennis Thomas

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12 Kommentare

  1. Wenn ich mir heute die Verkehrssituation auf TomTom anschaue, ist im Bereich Lüneburg Nord / Goseburg alles im grünen Bereich. Es hat den anschein, dass eine große Masse an Verkehrsteilnehmern die Straßensperrungen gestern mit eigenen Augen bestätigt haben wollten, in der Goseburg stecken geblieben siend und sich dann lauthals beklagten. „Ich war bei Kaufland, habe für 900 m eine Stunde gebraucht…“, „totales Chaos hier, wer hat das geplant“… Sieht so aus, als wenn das gestern alles selbst verbock wurde.

    • Die Beschilderung ist einfach miserabel.
      Auf dem Schild steht, dass die Hamburger Straße gesperrt ist und man doch die Umleitung Goseburg nehmen möge.
      Die meisten Fahrer, darunter sehr viele LKWs, sind einfach davon ausgegangen, dass man am Ende wieder auf die Umgehung kommt. Das die Brücke auch komplett gesperrt wurde war mMn. vorher nicht annähernd ersichtlich.
      Jetzt die Schuld bei den Autofahrern zu suchen ist schlichtweg verkehrt. Mit vernünftgen Schildern wäre das Chaos vermieden worden. Sprich ein Hinweis, dass man auch durch die Goseburg NICHT auf die Umgehung kommt.
      (Nein ich war nicht betroffen, aber arbeite in der Goseburg.)

  2. Heimspielkibice

    „nur ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen mag“ – was kommt denn noch? Ich dachte gestern eigentlich schon, dass es schlimmer nicht mehr geht …

  3. Irmela Baumert

    Selbst verbockt???
    Bardowick – eine unendliche (Reise-)Geschichte: Mal kurz von Auf der Hude nach Bardowick. Mist. Im Industriegebiet verpackt! Alles quält sich zurück. ..Endlich nach 50 Minuten -Bardowick.
    Aber das War noch gar nichts: Zurück noch viel schlimmer! Aufführt auf die Autobahn gehT nur Richtung HH. O.K. dachte ich, fahre ich einfach Bis zur nächsten Abfahrt und dann wieder zurück. Ich wollte eigentlich zur B 216 Richtung Dahlenburg. Also Handarbeit wieder runter, aber leider keine Möglichkeit zu drehen also weiter, nächste rechts , dann immer Richtung LG und : auf einmal wieder in Bardowick!
    Also nächster Versuch: in Bardowick links Richtung Adendorf. Die Hauptstraßenführung immer weiter, bis es plötzlich nur rechts HH, links LG geht. Also diesmal lieber Richtung LG. Das Ende vom Lied – wieder in Bardowick! !!
    Schnauze voll!!!! Letzte Möglichkeit : an der Ampel in Bardowick Richtung Vögelsen. Dann an den Sülzwiesen vorbei, Kaltenmoorange und D.Eiern Richtung B 216. ……….unglaublich. Keinerlei Umleitungsstrecke ausgeschildert aus Richtung Bardowick!
    Wer hat das bloß verbockt? ??

  4. Ich bin beruflich im Straßenbau in Hamburg unterwegs. Da jammern auch immer alle. Die werde ich künftig nach Lüneburg verweisen, denn die Beschilderung der Baustellen grenzt an einen Schild(er)bürgerstreich!
    Die Koordinierung der Baustellen lasse ich mal unkommentiert, das klappt woanders ja auch nicht. Allerdings ist es ein Hohn, dass die Ampel zur A39 weiterhin in Betrieb ist – man kann die auch abdeckeln, geht fix und ist nicht teuer. In diesem Fall aber sinnvoll

  5. Das ist echt Hausgemacht… Alle folgen aus Süden kommend auf der Ostumgehung schon beschildert, brav der U1 (Umleitung 1) Ausschilderung in die Goseburg, weil die Hamburger Str. gesperrt ist laut Beschilderung und denken sie folgen einer Umleitungsausschilderung, um eine Baustelle herum. Nein, in Lüneburg, ist das die Ausschilderung in die Sackgasse Goseburg bis zur Baustelle und dann zurück über den Kauflandparkplatz. Hier hätte man eindeutig anders ausschildern können. Die Zufahrt in die Goseburg nur für Anlieger und Lieferanten mit einem Hinweis auf die Sackgasse am Ende. Und eine andere echte U(mleitung) die dann wieder an den Bardowicker Teil bzw. in die Stadt führt… :-))) Hmm… woanders wird das zumindest so gehandhabt. Hat wohl was mit der Pisa Studie zu tun…

  6. Nee, die Umleitung für Sie nach Kaufland :-)))

  7. Die so planen sollte man ihres Amtes enäheren erst denken dann planen

  8. Wieso wird zugelassen dass die Bernsteinbrücke verstopft? Wenn man die nicht freigeben will, dann bitte rund um die Uhr Kontrolle. Demnächst sind dort wieder zahlreiche Schüler auf Rädern unterwegs.
    Es kann doch nicht sein, dass die dann von den Autos bedrängelt werden….

  9. Das ist doch erst der Vorgeschmack für einen Umbau ab Lüneburg Nord zur A 39 mit einem Tunnel (geplante Bauzeit 3 – 5 Jahre) im Bereich Moorfeld etc.. Die Planer haben doch wohl nur ein Interesse, und zwar Sicherung ihrer Arbeitsplätze und guter Bezüge. Für die jahrelange Phase gibt es kein ausreichendes Um- und Ableitungskonzept. Daran wird erst gearbeitet wenn das Kind im Brunnen liegt. Eine Westumfahrung ist schon seit Jahren eine überfälliger Entlastung des Verkehrs um Lüneburg herum, aber nein der Verkehr muss durch das Nadelöhr Moorfeld und durch die Innenstadt (besonders dann wenn es auf der Ostumgehung Engpässe gibt). Was mir besonders auffällt, dass in diesen Tagen der Staubildung keine Ordnungshüter zur möglichen manuellen Verkehrslenkung zu sehen sind.

  10. Das sieht ja aus wie die Anfahrt zum Heimspiel der SVG in der neuen Arena am ehemaligen Schlachthof.

  11. Wilfried Bergmann

    Ich kenne viele Karten, ich fahre immer mit Karten, auch ins Ausland. Aber solch eine schlechte, so gut wie nichts erklärende Karte ist mir bei Reisen in mehr als vierzig jahren noch nicht untergekommen. Ich bin Lüneburg und weiß deshalb, wie ich fahren muss. Aber wenn jemand diese Karte sieht, der sich hier nicht auskennt, dann Gute Nacht. Solch ein Kuddelmuddel. Aber die Beschilderung, der ich als Lüneburg natürlich nicht folgen würde, scheint ja noch phantasievoller zu sein. Wieso geht es nicht einfach und verständlich?