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Mattis Sinemus (l.) und Christian Kaethner mit anderen ehemaligen Kindern, die in der Kita Campus betreut wurden. Foto: t&w

Erinnerungen an das große Spielzimmer

Lüneburg. Verwirrt steht Christian Kaethner auf dem Grundstück der Kita Campus, links von ihm lädt eine breite gelbe Rutsche zum Spielen ein. „Ich könnte schwör en, dass hier mal ein Klettergerüst stand“, sagt der 22-Jährige und lacht. „Darunter habe ich doch meine Schatzkarte vergraben.“

Es ist genau 20 Jahre her, dass Kaethner diese Rasenfläche auf der Rückseite der Kindertagesstätte zum ersten Mal betreten hat. Der junge Mann, der in Köln und Bonn studiert hat und jetzt in Hamburg arbeitet, war das erste Kind, das damals in der Lüneburger Einrichtung aufgenommen wurde. Die Kita war damals die erste auf dem Campus, jetzt hat sie ihren 20. Geburtstag gefeiert. Für den weiblichen Clown, die Zirkusaufführung der Kinder, Popcorn und Zuckerwatte sind auch etliche Ehemalige angereist.
Christian Kaethner und Mattis Sinemus haben sich in der Mäuse-Gruppe im März 1998 kennengelernt, sich seitdem nicht aus den Augen verloren. Durch ihre Eltern haben sie von der Einladung erfahren – für beide ein Grund, der Heimat mal wieder einen Besuch abzustatten. „Damals dachte ich, das wäre mein großes Spielzimmer“, erzählt Christian Kaethner, der ursprünglich aus Winsen stammt. „Mein Vater hat hier an der Leuphana studiert, anfangs ist er gependelt, dann sind wir nach Lüneburg gezogen.“

Vor allem Kinder von Studenten werden betreut

Die Räume seien ihnen damals viel größer vorgekommen, „aber auch leerer“, sagt der 22-jährige Sinemus, der inzwischen in Göttingen Rechtswissenschaften studiert. „Anfangs haben die Eltern Spielzeug von zu Hause mitgebracht, aus unserem Garten kommt sogar ein Baumstamm.“ Nach und nach seien dann eine Rutsche und ein Klettergerüst dazugekommen.

Die Zahl der Kinder, die in der Kita betreut werden, hat sich in den 20 Jahren allerdings nicht verändert. Noch immer tollen 38 Jungen und Mädchen durch die Einrichtung, 15 Krippen- und 23 Kita-Kinder. Wurden sie damals noch halbtags von vier Kräften betreut, ist das Team heute mit acht Betreuerinnen, drei „Springern“ und einer Hauswirtschaftskraft deutlich größer. Leiterin Constanze Merten hat die Kindertagesstätte, die heute Ganztagsbetreuung bietet, mitaufgebaut. Die Tür steht hauptsächlich jungen Eltern offen, die studieren. „Wir nehmen zu 70 Prozent die Kinder von Studenten auf.“ Die Nachfrage sei riesig. Merten sagt: „Die Plätze reichen nicht, wir haben 85 Namen auf der Warteliste.“ Vor allem die Krippenplätze seien begehrt.

Es ist auch das Klientel, das Constanze Merten so schätzt. Genau wie vor 20 Jahren seien es überwiegend junge Leute, die ihre Kinder in die Einrichtung geben würden. „Das sind Eltern, die richtig Lust haben, mitzuarbeiten. Wir haben immer volle Elternabende.“

von Anna Paarmann