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Plötzlich Sackgasse: Wer in die Goseburg möchte, kommt an der Kreuzung Hamburger Straße/Bei der Pferdehütte nicht weiter, genau so kommen Autofahrer wie hier aber auch nicht raus. Für sie heißt es wenden oder über den Kaufland-Parkplatz fahren. Foto: be

Kunden kommen nicht durch

Lüneburg. Die Lage in der Stadt in Sachen Stau-Chaos rund um die A39-Anschlussstelle Lüneburg-Nord blieb in den vergangenen Tagen angespannt. Zwar hatten die La ndesstraßenbaubehörde und die Stadt nachgebessert und so stellenweise für Entlastung gesorgt, doch vor allem ortsunkundige Auto- und Lkw-Fahrer landeten weiter an der Absperrung in der Hamburger Straße in Höhe Pferdehütte. Leidtragende der schwer zu durchschauenden Verkehrsführung sind auch Betriebe in der Goseburg, sie klagen über ausbleibende oder verärgerte Kunden.

„Durch die Baustelle ergeben sich in unseren Filialen erhebliche Beeinträchtigungen, vor allem in Bezug auf Umsatz und Kundenfrequenz“, erklärt Janina Wickel von der Kaufland Stiftung. „Dabei ist unsere Filiale an der Böcklerstraße stärker betroffen als die Filiale Am Alten Eisenwerk.“ Viele Kunden hätten sich dort über das enorm hohe Verkehrsaufkommen beklagt. „Zudem verlängern sich die An- und Abfahrten unserer Mitarbeiter zum Arbeitsplatz.“

Von einem deutlichen Kundenrückgang spricht auch Rüdiger Stieler, Geschäftsführer der ecpon GmbH Bei der Pferdehütte. Er selbst habe am Montag eine Stunde gebraucht, um in die Stadt zu kommen. „Die Leute werden durch das Umleitungsschild U1 an der Lise-Meitner-Straße in die Irre geführt. Viele dachten, es sei die Umleitung für die Hamburger Straße und merkten erst vor McDonalds, dass es nicht weitergeht.“ Dass auch gestern noch viele Kunden ausblieben, erklärt er sich damit, dass viele Lüneburger auf ihre Einkäufe in der Goseburg in den kommenden Tagen wohl wegen der Situation verzichten.

Umleitungsschilder führen in die Irre

Spürbare Einbußen verzeichnete auch der Handelshof. „Am Montag war es um etwa 30 Prozent ruhiger“, sagt Marktleiter Rolf Brunke, der ebenfalls von verärgerten Kunden berichtet. Nachdem die Stadt gestern an der Goseburgstraße Halteverbotsschilder aufgestellt hatte, entspannte sich die Lage etwas. „Vorher kamen wir mit unseren Lastwagen ja gar nicht mehr raus und waren auch für andere nicht erreichbar“, sagt Brunke, der sich künftig mehr Vorabinformationen und Abstimmungen seitens der Stadt und der Straßenbaubehörde wünscht.

Die Planung sei eine Kata­strophe, kritisiert Carsten Herbst, Geschäftsführer von Holz Herbst. „Wie kann man nach der Sperrung erst die Verkehrsleitung in Angriff nehmen. Und bis heute fehlt zu Beginn der Goseburgstraße ein Sackgassen-Schild“, sagte er gestern. Immerhin: „Heute ist es deutlich entspannter als am Montag.“

Dass der Verkehr am Dienstag wieder etwas besser fließt, hat auch Frank Tangermann, Geschäftsführer von Eisenvater & Stitz, registriert. Das könnte an den am Morgen aufgestellten Parkverbotsschildern liegen, mutmaßt er, „aber eventuell liegt es auch daran, dass sich inzwischen mancher überlegt hat, die Goseburg derzeit nicht anzusteuern“. Der Fachgroßhandel für Haustechnik hat 14 Lkw, die zweimal am Tag mit Waren rausfahren. „Am Montag ab 8 Uhr war es bereits schwierig, weil dort noch geparkte Autos in der Goseburgstraße standen.“ In der Zeit ab 9 bis 10 Uhr standen die Fahrzeuge dann im Stau an Brennpunkten wie der Lise-Meitner-Straße. Dadurch verlängerten sich die Fahrtzeiten um bis zu eineinhalb Stunden. Die Folge: Handwerksbetriebe, die mit Ware beliefert werden sollten, mussten warten.

Auf das Chaos am Montag reagierte der TÜV sofort. Regionalleiter Martin Schreiber verdeutlicht: „Wir haben die Abfahrpunkte für die Führerscheinprüfung verlegt.“ Denn eine Prüfung dauert 45 Minuten, wäre es vom Standort des TÜV an der Bessemerstraße losgegangen, hätten die Prüflinge gleich im Stau gestanden. Den Prüfbeginn nach Adendorf verlegt hatte auch die Fahrschule XXL, die ihren Sitz ebenfalls an der Bessemerstraße hat, bestätigte Geschäftsführer Bernd-Michael Rauh.

von Ulf Stüwe und Antje Schäfer

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One comment

  1. Zitat: Die Planung sei eine Kata­strophe, kritisiert Carsten Herbst, Geschäftsführer von Holz Herbst. „Wie kann man nach der Sperrung erst die Verkehrsleitung in Angriff nehmen…“

    Naja, wer glaubt Verkehrsplaner planen den Verkehr, glaubt auch dass Zitronenfalter Zitronen falten.