Mittwoch , 26. September 2018
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Im Ex-Comodo können die Bauarbeiten beginnen, im Lokal Peter Pane sollen Burger serviert werden. Dass neue Wirte ihr Glück versuchen, dürfte der schwächelnden Schröderstraße gut tun. (Foto: phs)

Das Leben kehrt zurück

Lüneburg. Einst galt der Schrangenplatz als Lüneburgs Sonnenterrasse, jetzt ist er häufig eher so belebt wie die Liegewiese des Freibads nach dem Abpfiff des Bademeisters. Das soll sich ändern. Ins ehemalige Comodo zieht das Burger-Lokal Peter Pane. „Wir haben die Verträge unterschrieben und die Fläche übergeben“, sagte am Mittwoch Jörg Lehrndorfer, Chef der Kerber-Grundstücksgesellschaft. Ihr gehört der ehemalige Kaufhauskomplex zwischen Schrangen-, Grapengießer- und Kuhstraße. „Die Handwerker können nun mit den Umbauten beginnen.“ Da Sanierungspläne für das seit zwei Jahren verwaiste Mäxx wohl nun auch umgesetzt werden können, könnte der Platz in den nächsten Monaten stärker wiederbelebt werden. Im Pavillon hat bereits ein Eiscafé eröffnet.

Wie berichtet, sollte Peter Pane das ehemalige Comodo schon zum Jahreswechsel übernehmen. Doch dann tauchten Schwierigkeiten auf. Da die neuen Betreiber aus Lübeck das Restaurant umbauen wollen, stand die geltende Konzession infrage. Inzwischen habe man alles geklärt, sagt Lehrndorfer. Auch Probleme, die sich durch ein Insolvenzverfahren des Vorgängerwirtes ergeben hatten, seien gelöst: „Aber all das hat zu Verzögerungen geführt.“ Lehrndorfer geht davon aus, dass Peter Pane seine Türen Mitte, Ende Juli aufschließen könnte.

Neues Lokal im ehemaligen Mäxx schon im Herbst?

Der Eigentümer rechnet mit einer langfristigen Partnerschaft: „Wir haben einen Mietvertrag über zehn Jahre abgeschlossen, mit der Option einer Verlängerung.“ Auch die anderen Geschäftsleute in dem Gebäudeensemble hätten langfristige Mietverträge unterzeichnet. Das ist am Rande auch eine gute Nachricht für die Stadt. Denn als das Kaufhaus Kerber 2005 pleite ging und schloss, fanden sich über Monate keine Nachmieter – nicht gut für die Innenstadt.

Wie berichtet, soll auch das ehemalige Mäxx reanimiert werden. Die Lünemäxx-Gesellschaft möchte das Haus nach eigenen Angaben kaufen. Die Stadt hatte den Betrieb vor knapp zwei Jahren stillgelegt – Brandschutzvorgaben waren trotz mehrerer Aufforderungen nicht erfüllt worden. Damals hieß das Lokal Belly‘s, war in die Pleite gesegelt.

Eine maßgebliche Rolle beim neuen Anlauf spielt Demir Tas, der vor Jahren mit der Familie des damaligen Mäxx-Wirts Mehmet Sevim zusammenarbeitete und ihr heute noch verbunden ist. Tas sagt, er übernehme die Baubetreuung bei den Umbauten. Auch über die Finanzen weiß er Bescheid. Gegenüber der LZ erklärte er, Kauf des Gebäudes, Sanierung und Ausstattung seien mit rund vier Millionen Euro veranschlagt. Eröffnen könne das Lokal, das ein neues Gesicht erhalten soll, im Herbst.

Aktuell nutzt die Fläche vor dem Haus der Coffee-Shop Nr. 1, Stühle und Tische laden zum Verweilen ein. Das macht die Tristesse etwas weniger schlimm.

Von Carlo Eggeling