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Der Plan zeigt den schmalen Streifen der Kleingartenanlage Hopfengarten am Meisterweg. Rot umrandet ist das Areal, auf dem sich Baugruppen ansiedeln könnten. Grafik: Stadt Lüneburg

Baugruppen ziehen in die Kleingartenkolonie

Lüneburg. Die Kleingartenkolonie „Hopfengarten“, die sich zwischen dem Speicherquartier und Meisterweg befindet, wird seit Jahren immer spärlicher bewirtschaft et. Von den ehemals 21 Parzellen wurden bereits 15 Kleingärten aufgegeben. Mit dem Kleingärtner-Bezirksverband Lüneburg hat die Stadt vereinbart, dass es zu keinen Neuverpachtungen kommt. Künftig soll das knapp ein Hektar große Gebiet anders genutzt werden. Baugruppen und -gemeinschaften sollen sich hier ansiedeln können, machte Stadtbaurätin Heike Gundermann im Bauausschuss deutlich.

Das Areal der Kolonie hatte die Stadt im Zusammenhang mit dem Sanierungsgebiet „Ehemaliges StoV-Gelände“ erworben, dem heutigen Speicherquartier. Der Hauptteil der Fläche der Kolonie war bereits 2009 im Vorfeld der Entstehung des Neubaugebietes Hanseviertel durch einen Bebauungsplan erfasst worden. Damit war der alte Bebauungsplan, in dem Dauerkleingärten festgesetzt waren, zu einem Großteil bereits aufgehoben worden. Die Mitglieder des Bauausschusses votierten nun einstimmig dafür, dass der Bebauungsplan für die restliche Teilfläche aufgehoben wird und damit einer Bebauung nichts mehr im Wege steht.

Zweigeschossiges Gebäude mit Staffelgeschoss

Die Stadtbaurätin unterstrich, dass die restlichen Kleingärten Bestandsschutz haben. Geplant sei eine zeilenweise, schrittweise Bebauung, die auch davon abhängt, wann die derzeitigen Gärten aufgegeben werden. Inzwischen gebe es zwei Baugruppen, die dort gemeinschaftliche Wohnprojekte entwickeln wollen.

Im südlichen Teil könnte auf einem rund 860 Quadratmeter großen Grundstück ein Wohnprojekt der Gruppe „Meisterblick“ entstehen. Der Entwurf sieht ein zweigeschossiges Gebäude mit Staffelgeschoss vor, das auf 330 Quadratmeter Grundfläche acht Wohneinheiten für ungefähr 20 Bewohner bietet.

Grundstück ist circa 1300 Quadratmeter groß

Daran anschließen kann sich ein gemeinschaftliches Wohnprojekt der Gruppe „Gemeinschaft.Sinn GmbH“. Wie berichtet, hatte die Gruppe sich anfänglich für eine Fläche auf dem Gelände der ehemaligen Schlieffenkaserne interessiert. Da sich aber die Verhandlungen mit dem Bund über den Flächenerwerb fürs Hanseviertel Ost hinzogen, hatte die Stadt als Alternative das Grundstück am Meisterweg angeboten. Laut Stadtbaurätin liegt seit Ende des vergangenen Jahres ein Bauantrag für das Projekt vor.

Der Entwurf sieht ebenfalls einen zweigeschossigen Komplex mit Staffelgeschoss vor. Das Grundstück ist circa 1300 Quadratmeter groß, das Gebäude hat eine Grundfläche von 550 Quadratmetern. 12 Wohneinheiten unterschiedlicher Größe sollen 40 Menschen Wohnraum bieten. Geplant sind außerdem zwei Gemeinschaftsräume sowie ein Spielplatz für Kinder. Die Gruppe hat auch ein Mobilitätskonzept vorgelegt, wonach auf Rad, Bus und Bahn gesetzt werde, sodass lediglich acht Stellplätze vorgesehen sind.

Von Antje Schäfer