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Volker Rosner-Horváth lebt am Hasenburger Ring, dort lässt die Stadt zurzeit den Straßenbelag erneuern. Die Begeisterung bei den Anwohnern hält sich in Grenzen. (Foto: t&w)
Volker Rosner-Horváth lebt am Hasenburger Ring, dort lässt die Stadt zurzeit den Straßenbelag erneuern. Die Begeisterung bei den Anwohnern hält sich in Grenzen. (Foto: t&w)

Die Sorge vor den Rasern

Lüneburg. Wenn die Teermaschine vor der eigenen Haustür anrückt, um die Straßenoberfläche zu erneuern, ist das häufig ein Grund zur Freude. Endlich wird‘s schöner. Anwohner des Hasenburger Rings dagegen freuen sich gar nicht darüber. Sie befürchten, dass die Ausbesserung dazu führen könnte, dass der Verkehr in der Siedlung zunimmt und Autofahrer künftig stärker aufs Gaspedal treten. Volker Rosner-Horváth hat seine Tochter bisher stets ohne Bedenken mit anderen Kindern auf der Straße spielen lassen. Nun hat er die Sorge, dass das bald nicht mehr möglich sein wird. Dabei könnte er sich eigentlich noch aus einem anderen Grund freuen: Denn anders als bei einer Grunderneuerung der Straße müssen die Anwohner in diesem Fall nichts bezahlen.

Schlaglöcher bremsen Autofahrer

Am vergangenen Freitag entdeckte Rosner-Horváth vor seiner Tür Halteverbotsschilder. Weil niemand in der Nachbarschaft den Hintergrund kannte, suchte er das Bauamt auf. „Man sagte mir, dass die Stadt die Straße erhalten möchte und dafür eine günstige Methode gefunden hätte.“ Auch hätte man ihm mitgeteilt, dass die Arbeiten insgesamt nur zwei Tage dauern. Dass das Zeitfenster nicht eingehalten werden kann, erfuhr er erst vor einigen Tagen. „Die Maschine ist wohl während der Arbeiten kaputtgegangen.“

Dass der Asphalt des Hasenburger Rings sanierungsbedürftig ist, sieht Rosner-Horváth ein. „Ich kann den Blickwinkel der Stadtverwaltung verstehen, aber für uns Anwohner bringt der neue Belag Nachteile.“ So führe der bisherige, nicht sonderlich gute Zustand dazu, dass Autofahrer nur langsam über den Ring rollen. „Das Viertel ist nachmittags wegen der vielen Kinder belebt“, sagt der 50-Jährige, der sich auch daran stört, dass die Nachbarschaft nicht über Handzettel informiert wurde. „Wir parken unsere Autos auf der Straße. Dass wir sie während der Maßnahme woanders abstellen müssen, hätte ich gern vorher erfahren.“

Nachbarschaft wurde nicht rechtzeitig informiert

Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck sagt, dass es bei Straßenbauarbeiten für die beauftragten Firmen die Auflage gebe, die Anwohner vorab möglichst konkret zu informieren. „Wenn wir Hinweise bekommen, dass es nicht klappt, weisen wir die Firmen ausdrücklich nochmal darauf hin – und haben das auch in diesem Fall getan.“ Die Maßnahme selbst begründet Moenck mit dem „schlechten Zustand“ der Straße, die Stadt müsse ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen. „Außerdem haben wir durchaus auch Rückmeldungen von Anwohnern, die auf eine Sanierung warten, weil sie den Zustand ebenso beurteilen wie wir.“ Die Prioritätenliste werde stets vom Bauausschuss beschlossen.

Zum Kaltasphalt-Verfahren sagt die Sprecherin, dass dieses die Lebensdauer einer Straße für einige Jahre verlängere, Schlaglöcher mit dieser Technik problemlos verfüllt werden könnten. Das Material härte schnell aus, deshalb könne die neue Fahrbahndecke relativ schnell wieder befahren werden. „Machen wir das nicht, gehen die Risse bald noch tiefer und dann hilft nur noch eine Grundsanierung mit Kostenbeteiligung für die Anwohner nach Straßenausbaubeitragssatzung.“

Kaltasphalt

Weitere Straßen

Aufgrund der Witterung im vergangenen Herbst und Winter konnte das Programm für 2017 nicht überall abgearbeitet werden. Andere Straßen, die zurzeit in Kaltasphalt-Bauweise überholt werden, sind:

  • Ostpreußenring (Parkbuchten)
  • Stettiner Straße
  • Elsterallee
  • Vögelser Straße (Teilstück/Fortsetzung)
  • Stöteroggestraße 67 (Vollsperrung Parkplatz)
  • Wilhelm-Reinecke-Straße (Teilstück)
  • Wilhelm-Leuschner-Straße (Teilstück)
  • Hinter der Bardowicker Mauer (Vollsperrung)
  • Bernhard-Riemann-Straße (Teilstück)
  • Düvelsbrooker Weg

Die Stadtverwaltung weist darauf hin, dass die Arbeiten an einigen Stellen schon abgeschlossen sein können. Insgesamt sollen die Maßnahmen voraussichtlich noch bis Ende nächster Woche dauern. Die Gesamtausgaben liegen bei mehr als 200 000 Euro.

Von Anna Paarmann

4 Kommentare

  1. Was man macht – macht man verkehrt. Die Leute beschweren sich gerne über alles.

    • wie das leben so spielt. als ich mein haus kaufte, war die zufahrtsstraße eine sackgasse. einige wenige jahre haben genügt und es wurde eine durchgangsstraße zum neubaugebiet. viele laster fuhren vorbei und machten die straße kaputt. die anwohner dürfen dann blechen. aber zuerst nur die eigenheimbesitzer. später wurden die kosten , wenn sie mieter hatten, auf sie umgelegt. der keine hatte, durfte allein blechen. es gibt gemeinden die haben eine lösung für die zukunft gefunden. reppenstedt sucht sie noch.

  2. Man kann die Straßen auch weiter verfallen lassen, dann ist eine Totalsanierung notwendig und das wird voll auf die Anwohner umgelegt. Ob der Herr aus dem Artikel dann für seine Nachbarn mit bezahlt? Er wollte die kleine Sanierung ja nicht.