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Neben der Musik spielt vor allem der gesellschaftliche Faktor beim "lunatic" eine Rolle. "Das Gesamtkonzept stimmt einfach", sagt Alena Noelle Sixt (3.v.r.). Foto: kg

lunatic 2018: Festival mit Minibar

Lüneburg. Mitten auf dem Festivalgelände, irgendwo zwischen Mensa- und Spielwiese, steht ein Kühlschrank. Geht die Tür auf, sitzt Patrick Folkerts drin. Shaker, Wodka, Gin, Mozartlikörchen, der Hamburger mixt, was gefällt. Ein paar Meter quillt jetzt Nebel auf die Bühne, und es geht los mit dem 15. lunatic-Festival, das wie immer ehrenamtlich, nachhaltig und komplett von Studierenden organisiert wird.

lunatic 2018 – die Bildergalerie

Einer der ersten, der übers Gelände schlendert samt Sohn Paul, ist Axel Bornbusch. Er kennt lunatic seit Beginn, gehörte als Student zum Team, das über zwei Semester das Festival betreut. Bornbusch war später selbst Festivalleiter, dann übernahm er – nicht allein – die Seminare, die im Komplementärstudium laufen und den Studierenden den Weg zur Festivalkompetenz ebnen.

Eine, die in diesem Jahr in die Verantwortung ging, ist Viviane Schnitzler. Sie leitet den Kunstbereich, zu dem eine Soundinstallation auf den Spuren der Natur gehört. Für sie ist lunatic „ein krasses Lernprojekt“, bei dem man viel über Organisation, Inhalt und Durchführung lernt. Und: „Man bekommt auch mit, wie man eigentlich selbst tickt.“

Es ist noch ruhig am späten Nachmittag, das Gelände füllt sich, die Stimmung ist komplett entspannt. Und Simon Laumayer, der Mann für die PR, verbreitet Optimismus. Gewitter würden am Festival vorbeiziehen. Der angedrohte Regen am Sonnabend hoffentlich auch.

Patrick Folkerts serviert aus seiner Minibar heraus. Foto: lz

Zwei ausverkaufte Tage

Jedes lunatic-Team bringt Neues ein. Bei der Auswahl der Künstler zum Beispiel habe man auf Geschlechtergerechtigkeit geachtet, sagt Booking-Chefin Aliyah Patillo. Allein macht sie das Booking nicht, es gibt für jeden Bereich ein Team. Außerdem „arbeiten wir konsensbasiert“, sagt Laumayer, lange Diskussionen inklusive. Aber die sind vorbei, jetzt ist Festival. 3500 Besucher fasst das Gelände, beide Tage sind ausverkauft.

Neben der Musik und der Kunst gibt es Workshops, stellen sich Gruppen vom mosaique-Haus der Kulturen bis zum Kurzfilmfestival IM.Kasten vor. An den Ständen wachsen die Schlangen, es gibt ausschließlich vegetarisches und veganes Essen. Das Programm startet um 14 Uhr, Headliner ist die Band „Roosevelt“ alias Marius Lauber mit Band. Wenn sie spielen, wird Patrick Folkerts Minibar bzw. seine „performative Installation mit Genussfaktor“ jedoch geschlossen haben. Er braucht ohnehin Pausen, 90 Minuten am Stück schafft er es im Schneidersitz, dann muss er sich mal gerade machen – und vielleicht eine Runde Tanzen.

von Hans-Martin Koch und Katja Grundmann