Dienstag , 25. September 2018
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Da schauen selbst die tierischen Bewohner ungläubig: Frauke Girus-Nowoczyn, Geschäftsführerin des Tierheims, zeigt die zertrümmerte Tür zum Hauptbüro. Foto: t&w

Tierheim braucht mehr Schutz

Lüneburg. Es ist der 28. Mai, als Frauke Girus-Nowoczyn morgens um 6.20 Uhr das Haupteingangstor des Lüneburger Tierheims aufschließt. Die Geschäftsführerin der Einrichtung wundert sich, dass das Zwischentor zu den Hundezwingern, das sonst immer abgeschlossen ist, weit offen steht. „Aber da habe ich noch nicht gerafft, was der Grund sein könnte.“ Der Schock trifft sie, als sie vor ihrer Bürotür steht. Aufgebrochen. Beim vorsichtigen Blick ins Zimmer sieht sie: Schubladen sind he­rausgezogen, Schranktüren stehen offen. Alles durchwühlt. Zitternd greift sie zum Handy, ruft erst den Vorsitzenden des Tierschutzvereins, Jan Pless, an, danach sofort die Polizei.

Das Tierheim war Ziel von Einbrechern. Die Schäden sind erheblich. „Damit das nicht wieder passiert, brauchen wir zusätzliche Maßnahmen zur Sicherung. Doch das kostet Geld. Aus Bordmitteln können wir das nicht finanzieren“, sagt Frauke Girus-Nowoczyn. Deshalb bitten die Mitarbeiter um Spenden.

Täter waren mit einem Kuhfuß am Werk

Die Geschäftsführerin wirkt angespannt, als sie beim Rundgang über das Gelände von dem Morgen berichtet. Nicht nur das Zwischentor zum Hundezwinger ist aufgehebelt, sondern auch die Gassitür, das Waldtor und das Tor gen Osten. Die unbekannten Täter waren mit einem Kuhfuß am Werk. Vermutlich durchs Osttor sind die Einbrecher aufs Gelände gekommen, das umgeben von Wald fernab vom nächsten Wohngebiet liegt. Mit Brachialgewalt brechen sie die Tür am Hauptgebäude zur Seite des Katzenhauses auf. Drinnen versuchen sie, die Tür zum Hauptbüro aufzutreten, setzen dann ihr Werkzeug an. „Dann haben sie den Tresor aus dem Schrank gerissen. Da war einiges drin.“ Und auch die Geburtstagskasse, die nette Besucher mit Spenden für Mitarbeiter bestücken, nehmen die Täter mit. Zutritt verschaffen sich sie sich auch zur Hundequarantäne, „da waren aber Gott sei Dank keine Tiere“, sagt Girus- Nowoczyn.

Versicherung trägt einen Großteil der Schäden

Glück im Unglück: Die Versicherung trägt einen Großteil der Schäden, auch für die kaputte Schließanlage. „Zum Teil sind die Reparaturen schon erfolgt. Aber wir müssen unbedingt weitere Maßnahmen zum Einbruchschutz umsetzen – auch im Sinne der Tiere, für deren Unversehrheit wir verantwortlich sind. Ich habe inzwischen ein Konzept entwickelt, das mit der Polizei abgesprochen wird“, berichtet die Geschäftsführerin. Das kostet. Geld, das die Einrichtung nicht hat. Auch weil inzwischen die Kosten zur Versorgung der tierischen Bewohner gestiegen sind. Als Gründe benennt Girus-Nowoczyn: Manche brauchen Spezialfutter und auch die medizinischen Behandlungen sind teurer geworden. Hinzu kommt, dass die Katzenboxen sowie das Hundehaus derzeit rappelvoll sind. „Wir gehen nun an die Öffentlichkeit und hoffen einmal mehr auf die Unterstützung von Lüneburger Tierfreunden.“

Spenden können entrichtet werden über die Homepage www.betterplace.org/p62920 oder auf das Konto des Tierheims unter Stichwort „Einbruchschutz“: IBAN DE87 2405 0110 0065 0616 73

Von Antje Schäfer