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Ausdrücklich lobt der Bürgerverein die Bau- und Sanierungsmaßnahmen in der Salzstraße am Wasser. Foto: skyimage21

Ein Gewinn für das Wasserviertel

Lüneburg. Die Lüneburger fühlen sich wohl in ihrer Stadt, soweit es Wünsche gibt, handelt es sich um Luxusprobleme. Regen sie sich auf, dann geht es oft um Verkehrsfragen. Es wird allerdings ein „wachsendes Unbehagen am Wachsen der Stadt“ registriert mit Folgen auch für den Verkehr, Stichworte sind auch die Außengastronomie oder die Diskussion um den Grüngürtel-West. So sieht es der Bürgerverein Lüneburg in seiner „Rot-Blau-Weißen Mappe 2018“, die er am Freitag öffentlich im Museum Lüneburg vorgestellt hat und in ihr als „Gewissen der Stadt“ wieder Lob, Tadel und Wünsche auflistet. Der Vorsitzende Rüdiger Schulz überreicht die Mappe Oberbürgermeister Ulrich Mädge, der OB nimmt zu den einzelnen Punkten Stellung.

Lob

Die Salzstraße am Wasser hat endlich ein bauliches Gesicht bekommen, das dem der gegenüberliegenden Ilmenauseite entspricht. Geplant ist, dass die Straße umgestaltet wird, sodass sie auch mit Fahrrädern „ohne eingebaute Stoßdämpfer“ zu nutzen ist. Mädge verweist hier auf das historische Straßenpflaster, es bedürfe einer intensiven Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege.

Das Abbrennen und Abfeuern von Böllern und Raketen ist zu Silvester in der Innenstadt und auf dem Kalkberg nicht mehr erlaubt, Rüdiger Schulz: „Lärm und Dreck und vor allem auch die Umweltverschmutzung können so vermieden werden. Und die Tiere brauchen sich nicht mehr in panischer Angst zu verstecken oder zu fliehen.“

Ein Lob gibt es für die Museen, etwa für die sonntäglichen Themenführungen im Museum Lüneburg und für das Salzmuseum, das 2017 mehr als 55 000 Besucher anzog und für das Umbaumaßnahmen geplant sind. Zum Zeitplan hier sagt Mädge: „Geplant ist, ab 2019 mit dem Umbau des Eselsstalls zu beginnen, um anschließend mit den Arbeiten im ehemaligen Siedehaus fortzufahren.“ Auch der hölzerne Solebehälter solle einbezogen werden, alle Arbeiten Ende 2021 abgeschlossen sein.

Tadel

Der trotz zweier Radparkhäuser ständig mit Fahrrädern zugestellte Bahnhofsvorplatz ist seit Jahren ein Ärgernis. Und auch 2018 kann der Oberbürgermeister nur auf die höchstrichterliche Entscheidung des Bundesgerichtshofs verweisen, es gibt dort keine Handhabe gegen die Radler. Auch die Verkehrsanbindung ist wieder Thema. Pendler und Besucher kommen laut Verein mit dem Zug, mit dem Bus trotz aller Einschränkungen im Busverkehr, mit dem Rad trotz vieler schlechter Fahrradwege in die Stadt – und mit dem Auto trotz verstopfter Straßen und knappen Parkraums. Hier verweist Mädge auf die Anstrengungen in den vergangenen zehn Jahren: „Die Betriebszeiten des Busverkehrs wurden ausgedehnt, zwei neue Linien eingeführt.“ Zudem seien weitere Gelenkbusse zur Entzerrung der Verkehrsspitzen angeschafft worden. Auch in die Radverkehrsförderung sei stark investiert worden. „Pläne wie der Ausbau des Radweges entlang der Bleckeder Landstraße versprechen einen weiteren Schub.“ Weitere Verbesserungen würden mit Inkrafttreten des Nahverkehrsplans, voraussichtlich 2019, sowie der „Radverkehrsstrategie Lüneburg 2025“ folgen.

Der Platz Am Sande ist verkehrsberuhigt, aber dennoch viel befahren. Immer wieder taucht die Idee auf, einen unterirdischen Großparkplatz unter dem Clamart-Park zu errichten. Schulz: „Obwohl die Mehrheit im Bürgerverein skeptisch ist, dass es sich um ein sinnvolles, finanzierbares Projekt handelt.“ Hier äußert der OB Überlegungen, dass die Fußgängerzone weiter beruhigt werden soll, etwa durch Einschränkungen der Ausnahmegenehmigungen und Beschränkungen beim Lieferverkehr. Und ein Parkdeck unter dem Park sei kein Thema: „Vorrang hat die Stärkung des ÖPNV.“

Der Verein kritisiert, dass öffentliche Flächen zunehmend von Gastronomie belegt werden, vor der IHK etwa. Hier argumentiert Mädge: „Lüneburg lebt wesentlich vom Tourismus und in den Geschäften und Restaurantbetrieben werden viele Arbeitsplätze gesichert.“

Zur Sache

Wünsche und Anregungen des Vereins

Der Bürgerverein Lüneburg hatte 2014 mit Unterstützung der Hansestadt eine Streuobstwiese in Kaltenmoor angelegt, eine solche Aktion würde er gerne wiederholen, braucht dazu aber eine neue Fläche. Oberbürgermeister Mädge hält das für eine „grundsätzlich gute Idee“, damals seien die Bäume gespendet worden: „Für die Wiederholung einer solchen Aktion müssten sich interessierte Bürger bei der Hansestadt melden.“
Um die Pflanzkästen im Clamart-Park aus der Urban-Gardening-Aktion kümmert sich niemand mehr, könnten die Kästen nicht verschenkt werden? Mädge bestätigt, dass Paten abgesprungen seien, die Abwasser, Grün und Lüneburger Service GmbH aber im Frühjahr dort bienenfreundliche Wildblumen eingesät hat. Für 2019 müsse überlegt werden, ob die Aktion fortgeführt wird oder die Kisten an Kindertagesstätten gehen. rast

von Rainer Schubert

2 Kommentare

  1. Oliver Rensch

    Böllern auf dem Kalkberg muss nun echt nicht sein aber in der Innenstadt ?

    Sie wissen schon das manche dann komplett andere Orte und Lokalitäten ansteuern ?

    Was den Bahnhof an geht frage ich mich echt warum man keinen Platz außer den Radspeicher findet wo man Fahrradständer anbringen kann ?!?

    • Oliver Rensch
      schon mal was von brandschutz gehört? aber hauptsache spaß, oder? und wenn die altstadt dabei abfackelt auch nicht schlimm, es werden wieder ein paar bauplätze frei, oder?