Mittwoch , 26. September 2018
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Für Heinz Tobies war es logisch, das Auto abzugeben und aufs Fahrrad umzusatteln. (Foto: privat)

Einfach mal umgesattelt

Lüneburg. Mehr als 70 Jahre haben Autos im Leben von Heinz Tobies eine große Rolle gespielt. Als ehemaliger Kfz-Mechaniker schraubte er an Motoren und Karosserien, privat fuhr er auch kurze Strecken mit dem Wagen. Im vergangenen Jahr dann aber die Wende: Der damals 91-Jährige sattelte im wahrsten Sinne des Wortes um. Nun ist er zum „Umsteiger des Monats“ gekürt worden.

„Im vergangenen September habe ich mir ein besonderes Fahrrad gekauft“, erzählt der Rentner, „ein Dreirad mit elektrischer Tretunterstützung.“ Abgegeben hat Heinz Tobies dafür sein Auto – eine Vernunftsentscheidung, wie er sagt: „Ich kann zwar noch denken und fahren, aber das Alter macht eben alles etwas schwieriger.“ Für ihn sei es deshalb logisch gewesen, nach all den Jahren nun auf seinen Wagen zu verzichten.

„Solange ich meine Beine bewegen kann, trete ich selbst“

Nicht verzichten wollte der 92-Jährige hingegen auf Mobilität und Flexibilität. Im Internet suchte er lange nach einem fahrbaren Ersatz, dabei hatte er konkrete Ansprüche: „Ich wollte ein Elektrofahrrad, mit dem ich auch weitere Strecken zurücklegen kann. Zudem sollte es so schmal sein, dass ich damit durch die Supermarktkassen komme“, fasst der Lüneburger zusammen. Die Suche nach einem passenden Modell führte ihn schließlich nach Hannover – dort fand er ein modernes Dreirad, das nicht nur Tretunterstützung bietet, sondern auch ausschließlich mit Elektromotor fahren kann. „Diese Funktion benutze ich gar nicht. Solange ich meine Beine noch bewegen kann, trete ich selbst“. Bis zu 15 Kilometer legt Heinz Tobies am Tag zurück.
Wer wie Heinz Tobies bei der Aktion „Umsteiger des Monats“ des Landkreises Lüneburg mitmachen möchte, kann sich per E-Mail an inga.masemann@landkreis.lueneburg.de bewerben. lz