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Wer mit dem Hund Gassi geht, sollte bei den aktuellen Temperaturen Asphaltstrecken meiden. (Foto: Parilov)
Wer mit dem Hund Gassi geht, sollte bei den aktuellen Temperaturen Asphaltstrecken meiden. (Foto: Parilov)

Wann wird das Gassigehen zum Problem?

Lüneburg. Mal außerhalb des Geländes einen Spaziergang machen, das können Hunde des Lüneburger Tierheims zur „Gassigehzeit“. Im Sommer ist das auch donnerstags in den Abenstunden zwischen 18 bis 20 Uhr möglich. Doch bei den steigenden Temperaturen sollten die Tiere besser in Ruhe gelassen werden, ist eine Lüneburgerin überzeugt. Sie kritisiert, dass am vergangenen Donnerstag Hunde zum Spaziergang mit Ehrenamtlichen herausgegeben wurden, obwohl das Thermometer um 18 Uhr noch 34 Grad zeigte. Dabei hätte ein Tierpfleger zuvor noch zu ihr gesagt, dass die Grenzmarke 30 Grad sei.

Im Mai, als die Hitzewelle auf Touren kam, will sie gehört haben, dass die interne Tierärztin vorgegeben habe: Ab 27 Grad wird kein Hund mehr auf Gassi-Tour geschickt. Die Lüneburgerin appelliert, man solle die Hunde bei diesen Temperaturen doch im Zwinger lassen. Dort sei es für die Tiere auf den Fliesen angenehm kühler, als Auslauf könnten sie den Außenzwinger nutzen.

Die 27-Grad-Grenze

Laut Frauke Girus-Nowoczyn, Geschäftsführerin des Tierheims, sei nie die Rede von der 27-Grad-Marke gewesen. Sie kennt die Kritik der Frau, macht aber deutlich: „Sie war doch nie bei einem Gespräch dabei, bei dem unsere Tierärztin das angeblich gesagt hat.“ Natürlich habe man mit der Tierärztin Rücksprache gehalten angesichts der Hitze. „Sie hat gesagt, dass alle Hunde bis zu einer Temperatur von 30 Grad auf die Gassi-Runde gehen können. Jenseits dieser Marke müsse man individuell gucken, wie der gesundheitliche Zustand eines Tieres ist und welche Bedürfnisse es hat.“ An jenem Donnerstag habe das Tierheim lediglich zwei Hunde an Hundepartner rausgegeben. Darunter ein Tier, „das über eine Tierschutzorganisation aus Spanien zu uns gekommen und die Temperaturen sicherlich gewohnt ist“.

Sie verweist auch darauf, dass es im Umfeld des Heims schattige Wege und einen kleinen Gassi-Auslauf unter Bäumen an der Peripherie des Geländes gibt, die für die Spaziergänge genutzt werden sollen. Gleichzeitig verweist Frauke Girus-Nowoczyn aber auch darauf, dass die Tiere möglichst nicht 24 Stunden in ihren Zwingern verbringen, sondern Auslauf bekommen sollen. „Wir haben ausgebildete Tierpfleger mit langer Erfahrung, die im Sinne unserer Tiere entscheiden.“

Entscheidung stets im Einzelfall

Auch ein Lüneburger Tierarzt macht deutlich, dass immer im Einzelfall entschieden werden müsse, ob ein Hund bei diesem Wetter eine Tour machen sollte. Das hänge unter anderem vom Alter, dem Behaarungsgrad, der Fitness, möglichem Übergewicht und Stoffwechselerkrankungen ab. Eine kleine Runde empfehle sich möglichst früh am Morgen – oder in den späten Abendstunden. Wenn das Tier fit ist, sei ein kleiner Gang aber auch tagsüber möglich. Asphaltstrecken, die sich stark aufheizen, seien aber in jedem Fall zu vermeiden, ebenso Tobe- und Laufspiele. Im Anschluss sollten die Halter unbedingt reichlich Wasser bereitstellen. Und mancher Vierbeiner ist auch einer kurzen Dusche mit dem Rasensprenger nicht abgeneigt. as

One comment

  1. hunde zeigen ihre bedürfnisse sehr deutlich. aber auch unter ihnen gibt es unterschiedliche charaktere. der ängstliche, der mutige, der übermütige. man sollte es als zweibeiner erkennen, wenn man gern den boss spielen will.ansonsten finger weg.