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Was sind allgemeine Trends und Trends im Verbraucherverhalten? Auch diese Fragen sollen beantwortet werden. (Foto: t&w)
Was sind allgemeine Trends und Trends im Verbraucherverhalten? Auch diese Fragen sollen beantwortet werden. (Foto: t&w)

Tante-Emma oder Shopping Mall?

Lüneburg. Wie sollte sich der Einzelhandel in Zukunft entwickeln? Dieser Frage möchte der Landkreis Lüneburg auf den Grund gehen und hat deshalb ein Gutachten in Auftrag gegeben. „Ziel ist es, eine flächendeckende Versorgung im Landkreis langfristig sicherzustellen“, sagt Stabsstellenleiterin Lena Schlag. Bis Mitte August wird das Hamburger Büro „Dr. Lademann & Partner“ den bestehenden Einzelhandel im Landkreis erfassen, sich Geschäfte und Märkte vor Ort genauer anschauen.

Hintergrund des Projektes ist die Neuaufstellung des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP). Dabei hat der Landkreis Themen-Schwerpunkte gebildet, zum Beispiel: der Landkreis in der Metropolregion Hamburg; Klimaschutz und Klimafolgenanpassung; die Entwicklung eines energieautarken Landkreises; das Zentrale-Orte-Konzept oder die Gewerbeentwicklung. Auch der Einzelhandel spielt in dem Prozess eine zentrale Rolle. „Grundsätzlich soll die Sicherung und Entwicklung des Einzelhandels neben vielen weiteren Versorgungsfunktionen zur Herstellung dauerhaft gleichwertiger Lebensverhältnisse beitragen“, erklärt Kreissprecherin Urte Modlich.

Schon jetzt schreibt das RROP für den Einzelhandel verschiedene Dinge fest. Dazu gehört etwa, dass Lüneburg, Adendorf und Bardowick als oberzentraler Verbundstandort gelten und Bleckede als Grundzentrum eine „mittelzentrale Teilfunktion Einzelhandel“ zukommt. Auch Einzelhandelsgroßprojekte sind in dem bisherigen RROP festgeschrieben.

Überarbeitete Regeln zwingen zum Handeln

Nun wurden in einer Neuauflage des Landesraumordnungsprogramms 2017 die Regeln zur Entwicklung der Versorgungsstrukturen überarbeitet. Damit verbunden waren Handlungsaufträge für die Regionalplanung – in diesem Fall für den Landkreis Lüneburg.

Für die Neuaufstellung des RROP soll nun in Form eines Fachgutachtens Folgendes passieren. Erstens: Das bestehende Einzelhandelsgutachten muss aktualisiert werden. Zweitens: Der Einzelhandelsbestand muss erfasst und bewertet werden. Drittens: Es müssen Handlungsempfehlungen gemacht und mit den Anforderungen aus dem Landes-Raumordnungsprogramm abgeglichen werden.

Konkret soll das Gutachten diese Bausteine enthalten:

  • Trends im Einzelhandel: Was sind allgemeine Trends und Trends im Verbraucherverhalten? Wie entwickeln sich die Betriebsformen?
  • Bestandserfassung: Ermittlung der relevanten Kennzahlen zum Einzelhandel für das Kreisgebiet gegliedert nach Samt-, Einheitsgemeinden und Städten und auf Ortsteilebene. Zu den relevanten Kennzahlen zählen: Bevölkerungsentwicklung, Kaufkraft, Nachfrage, Einzelhandels­struktur (differenziert nach periodischen und aperiodischen Sortimenten), Einzelhandels-standorte (kartographisch verortet), Verkaufsflächen, Umsätze, Flächenproduktivität, Branchenstruktur.
  • Bewertung der Versorgungssituation: Wie sollte sich der Einzelhandel wo entwickeln? Welche Vorgaben macht die Landesraumordung? Welche Möglichkeiten sollen in welchen Orten eröffnet werden? Diese und weitere Fragen gilt es dann auch auf Basis des IST-Zustandes zu bewerten.

Bis Ende des Jahres soll das Gutachten fertig sein und in der Runde der Hauptverwaltungsbeamten des Landkreises Lüneburg sowie im Fachausschuss vorgestellt werden. off

4 Kommentare

  1. tante emma wäre die bessere wahl. dort wird wenigstens noch miteinander aug in aug gesprochen. und die wege sind kürzer.

    • Jahrtausendstark

      Ja das waren noch Zeiten… als man beim Schlachter Müller, Schmidt, Meyer oder im Tante Emma Laden um die Ecke mit Namen begrüßt wurde. Wurden mal die Kinder zum Bäcker nebenan zum Kuchen holen geschickt wusste man dort das sie sicher keine Schokorollen für die Eltern kaufen sollten ;).
      Im übrigen… „Shopping Malls“, auf deutsch Einkaufstempel können auch gerne in den USA bleiben, genau so wie deren Waffengesetze und Gesundheitssystem.

  2. Dezentrale Nahversorgung wäre eine feine Sache.
    Es wäre ein intelligenter Schritt in Richtung zur Fussgänger-freundlichen Stadt.
    (Nachdem sich die Auto-freundliche Stadt ja bereits in den frühen 70er als Schuss in den Ofen abgezeichnet hat. (Btw: Die Fahrrad-freundliche Stadt ist nur eine Spielvariante der Auto-freundlichen Stadt und wird – sofern Intelligenz nicht verboten werden sollte – in ein paar Jahren auch als Schuss in den Ofen erkannt werden.))

    Werde ich aber nicht mehr erleben, da die Rotstiftakrobaten mittlerweile in Wirtschaft und Politik die Lufthoheit übernommen haben.
    Und die Generation Schneeflocke macht den Einkauf sowieso „über ´ne Äpp“ – da muss man Intelligenz eh gar nicht erst verbieten.

  3. Die Innenstädte werden in weinigen Jahren sowieso veröden, da ist ein Shoppingcenter mit kostenlosen Parkplätzen mir viele lieber. Ich sehe nicht ein den Immoblienspekulanten die Yacht zu finanzieren, nichts anderes tut man beim Einkauf in der Innenstadt. Ich kauf online billiger und bequemer gehts nicht.