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Im Rathaus sind es derzeit um die 26 Grad. Die wirken in diesen Tagen tatsächlich erfrischend - für Besucher und Touristenführerin Sabine Büschelberger.

Hier gibt’s Abkühlung in der Stadt

Lüneburg. Seit Wochen hält sich die Hitze beständig über Deutschland. Und so sehr sich die Menschen anfangs über den So nnenschein und die angenehmen Temperaturen gefreut haben – mittlerweile haben viele genug von Schweiß und Sonnenbrand. Schattige Plätzchen, am besten mit einem leichten Durchzug, werden auch in der Stadt immer begehrter. Funktionierende Klimaanlagen zaubern den Leuten ein Lächeln auf‘s Gesicht. Die LZ hat sich in der Stadt mal umgesehen und ein paar Oasen der Kühle zusammengetragen.

Rathaus Lüneburg: Eigentlich ist es ein Symptom für schlechtes Wetter, wenn die Führungen durch das historische Rathaus im Sommer regen Zulauf erhalten. Doch in diesem Jahr ist es anders. „Die Touren sind bei den heißen Temperaturen etwas gefragter“, berichtet Judith Peters, Leiterin der Touristen-Information. Denn während draußen das Thermometer nur noch nachts unter die 30-Grad-Marke fällt, sind es in dem alten Gemäuer nur 26 Grad. Und davon profitieren nicht nur die Touristen. Führerin Sabine Büschelberger liebt ihren Arbeitsplatz in diesen Tagen besonders: „Vor allem bei Kostümführungen ist das Klima im Rathaus eine Wohltat.“ In den historischen Gewändern liegen mehrere Lagen dicker Stoff auf der Haut auf – „schweißtreibend ohne Ende“.

Der Sprung in die Ilmenau lohnt sich – dort zeigt das Thermometer 21 Grad. (Foto: Schulze)

Die Stadtkirchen: „Wenn die Besucher den Kirchenvorraum betreten, sagen sie oft. ‚Ach, ist das schön hier‘“, berichtet Siegrun Maluck, Kirchenwächterin in der St. Nicolai-Kirche. Sie und ihre Kolleginnen in St. Johannis und St. Michaelis berichten unisono, dass die Kirchen in diesen Tagen als Oasen der Erfrischung dienen – und der Einkehr. „Sie bleiben oft länger, als sie es ursprünglich vorhatten, finden hier Zuflucht vor der Hitze.“ Der Geheimtipp ist die Unterkirche in Michaelis – 19 Grad zeigt dort das Thermometer. Doch der Jahrhundertsommer macht sich auch in den Gotteshäusern bemerkbar, mit Temperaturen zwischen 26 und 27 Grad ist es in den Kirchenschiffen so warm wie selten. Trotzdem sind sie eine spürbare Wohltat, auch wenn der Unterschied zu den Außentemperaturen gering ist.

Die Kinos: Für angenehme 23/24 Grad Celsius sorgt die Klimaanlage in den Sälen des Scala-Kinos. Ein Zufluchtsort für Hitzegeplagte sind sie dennoch nicht. „In der vergangenen Woche waren es in den Nachmittagsvorstellungen eher ein paar weniger Besucher“, sagt Geschäftsführerin Ruth Rogée. „Tagsüber kommen gerne auch etwas ältere Leute, und die meiden einfach die heißesten Stunden in der Stadt.“ Ingesamt könne sie kaum Veränderungen zu den Vorjahren feststellen. Der Sommer laufe eigentlich immer ganz gut im Scala.
Im Lüneburger Filmpalast werden die Säle und das Foyer sogar auf etwa 21 Grad heruntergekühlt. Trotzdem bedeuten die ersten sonnigen Wochen des Jahres immer einen Besucherrückgang, berichtet Kinoleiterin Annette Wörsdörfer: „Alle sind sonnenhungrig. Aber je länger das Sommerwetter anhält, desto mehr normalisieren sich die Besucherzahlen.“ Ob durch die anhaltende Hitze mehr Filmliebhaber kämen, könne sie aber nicht sagen. „Bei Regenwetter in den Sommerferien ist das eindeutig so“, sagt die Kinochefin. Am Getränke- und Snacktresen des Großkinos macht sich die Wärme allerdings schon bemerkbar: Auf alkoholische Getränke und Softdrinks werde aktuell eher verzichtet. Stattdessen wird eher Mineralwasser getrunken – und viel Eis gegessen.
Der Wasserturm: Kühle lässt das alte Gemäuer vermuten. „Wie bei Karstadt im Erdgeschoss ist es hier nicht“, sagt Manuela Paul vom Wasserturm-Team, „aber angenehmer als draußen auf jeden Fall.“ Im Eingangsbereich zeige das Thermometer um die 30 Grad, doch auf den Zwischen-ebenen sei es ganz gut auszuhalten. Weil auf der Plattform ganz oben immer ein leichter Wind gehe, „kann man den wunderbaren Ausblick über die Stadt auch an heißen Tagen wirklich genießen“. Mehr Besucher als üblich kämen aber nicht: „In der Ferienzeit haben wir immer guten Zulauf“, sagt Paul.

Bade-Orte: Zuletzt – das ist natürlich kein Geheimtipp – ist doch nichts erfrischender als der Sprung ins kühle Wasser. Um die 26 Grad warm ist das Wasser in den Freibädern Adendorf und Hagen, noch kühler ist da die Ilmenau. 21 Grad zeigt das Thermometer an diesem Fließgewässer. Also: nichts wie hinein!

Von Klaus Bohlmann und Robin Williamson