Aktuell
Home | Lokales | Lüneburg | Busse sollen abends länger fahren
Der Platz Am Sande soll entlastet werden – um rund 170 Busfahrten pro Tag. (Foto: t&w)
Der Platz Am Sande soll entlastet werden – um rund 170 Busfahrten pro Tag. (Foto: t&w)

Busse sollen abends länger fahren

Lüneburg. Mancher Buskunde ärgert sich darüber, dass die Stadtlinien gerade mal bis spätestens 21 Uhr rollen und es am Sonntag frühestens Angebote ab der Mittagszeit gibt. Deutliche Verbesserungen soll es da ab Ende 2019 geben. Das geht aus dem Entwurf des Nahverkehrsplanes (NVP) für den Zeitraum 2018 bis 2023 des Landkreises hervor, der für die Sicherstellung des sogenannten straßengebundenen Öffentlichen Personennahverkehrs in Stadt und Landkreis Lüneburg zuständig ist. Die Stadt konnte Stellungnahmen zu dem Entwurf abgeben, mit denen die Attraktivität und Umweltfreundlichkeit des ÖPNV weiter verbessert werden soll. Das ist eines der Themen im Verkehrsausschuss, der am Montag, 13. August, von 15 Uhr an im Huldigungssaal des Rathauses tagt.

Entsprechend dem Wunsch der Stadt sollen die Betriebszeiten für Buslinien im Stadtverkehr erweitert werden. Gefahren werden soll montags bis freitags von 5 bis 22 Uhr, sonnabends von 6 bis 21 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 9 bis 20 Uhr. Außerdem sollen die Takt-Raster verbessert werden, die Busse künftig alle 15 oder 30 Minuten rollen. Zu den Hauptverkehrszeiten unter der Woche von 6 bis 8 Uhr sowie von 16.30 bis 18.30 Uhr soll es gegebenenfalls sogenannte Verstärkerfahrten geben.

Platz Am Sande soll entlastet werden

Und das soll unter anderem noch umgesetzt werden: Um den stark vom Busverkehr frequentierten Platz Am Sande zu entlasten, sollen Buslinien aus Bleckede, Neetze, Dannenberg und Hittbergen künftig am ZOB am Bahnhof enden. Die Buslinie 5019 (Wendisch Evern) sowie die Linie 520 (Deutsch Evern), die in den Stadtbusverkehr integriert werden sollen, rollen dann ebenfalls nicht mehr über den Sand. Das könnte zu einer Entlastung des Platzes um 170 Fahrten pro Tag führen.

Die 5020 steuert künftig direkt über die Willy-Brandt-Straße und die Universitätsallee nach Deutsch Evern. Dadurch werden die Haltestellen Feldstraße und Rote Bleiche in der gesamten Woche bedient. Neben dieser Linie soll eine veränderte Schleifenführung der Linie 5012 für eine bessere Bus-Anbindung der Uni sorgen. Die Fahrgastzahlen sind hier in den vergangenen Jahren enorm gestiegen sind.

Ab 2030 nur noch mit Elektrobussen

In den Entwurf aufgenommen wurde auch die Forderung der Stadt, die 5004 (Hanseviertel-Linie) zu erweitern. Sie führt dann vom ZOB über die Horst-Nickel-Straße, Lübecker Straße, den Anna-Vogeley-Weg zur Bleckeder Landstraße und von dort über die Stadtkoppel ins Industriegebiet Hafen zum Bilmer Berg.

Auch zum Regionalverkehr hat die Stadt Vorstellungen eingebracht. Außerdem hält sie bestimmte Umwelt- und Qualitätsstandards der eingesetzten Busflotte für notwendig. Laut Vorlage zum Ausschuss müssen alle Fahrzeuge bis 2023 über die Euro-5-Norm oder höher verfügen. Ab 2028 müssen alle Busse mit Euro-6-Standard beziehungsweise dem aktuellen Umweltstandard ausgestattet sein. Ab 2025 sollen 40 Prozent der gesamten Flotte Elektrobusse sein, ab 2030 sogar 100 Prozent. Alle Fahrzeuge sollen barrierrefrei sein, sprich elektrische Rampen unter anderem für Rollstuhlfahrer haben.

Von Antje Schäfer