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Doris Christmann berät Schulen beim Thema Inklusion. (Foto: t&w)
Doris Christmann berät Schulen beim Thema Inklusion. (Foto: t&w)

Ein Herz für Sonderpädagogik

Lüneburg. Das Thema Inklusion bleibt auf der Agenda: Zum Schulbeginn ist das Regionale Beratungs- und Unterstützungszentrum Inklusive Schule Landkreis Lüneburg an den Start gegangen, kurz RZI. Geleitet wird es von Doris Christmann, 54, die bis vor den Sommerferien noch selbst unterrichtete und somit die perfekte Ansprechpartnerin für SchülerInnen, Erziehungsberechtigte und Schulen ist. Seit 1997 war sie zunächst Förderschullehrerin an der Johannes-Rabeler-Schule, dann Konrektorin und schließlich Schulleiterin. „Mein Herz schlägt für die Sonderpädagogik und Kinder mit Schwierigkeiten.“, so Christmann. „Ich freue mich sehr auf meine neuen Aufgaben.“ Ihr Wunsch: Vertrauensperson zu sein für Ängste und Nöte, zu helfen, zu beraten und zu unterstützen.

„Ich möchte weiterhin gerne für besondere Kinder und deren Eltern da sein, nur jetzt eben auf einem anderen Weg. Wenn Eltern zum Beispiel nicht wissen, welche Schule die richtige für ihr Kind ist, dann dürfen sie sich gerne an mich wenden. Aber auch Lehrer stehen oft genug vor offenen Fragen: Wenn sie feststellen, dass ein Kind nicht richtig hören kann oder es an motorischen Fähigkeiten hapert, dann stelle ich die erforderlichen Kontakte für Untersuchungen her, das erspart viel Telefoniererei.“ Für sie sei das RZI eine Schnittstelle, an der man etwas bewegen könne. Den Fokus ihrer Arbeit wolle sie aber weiterhin auf die Schüler legen. „Ich glaube, dass das im Behördenalltag manchmal untergeht“, räumt sie ein.

Was fehlt ihr denn jetzt in dem Behördenzentrum Auf der Hude, so als Vollblutpädagogin? „Natürlich meine Schüler! Sie kamen schon morgens auf dem Pausenhof auf mich zugelaufen, hier geht es sehr viel ruhiger zu, Verwaltung eben…“, sagt sie schmunzelnd. Sie freut sich, dass der Abschied wenig abrupt ist: „Momentan ist der Kontakt zu meiner alten Schule noch sehr eng, um den Übergang zu erleichtern.“ Ein besonderes Anliegen sei es ihr, Vorurteile gegenüber der inklusiven Beschulung abzubauen.

„Wo es Probleme gibt, bin ich da“

„Ich wünsche mir, dass die Menschen sich der Inklusion mehr öffnen und Ängste verlieren .“ Ihr Credo: Wo ein Wille ist, da ist ein Weg. „Die Hauptlast tragen natürlich die Grund- und Oberschulen. Dort arbeiten sehr engagierte Kräfte, es wird intensive Arbeit geleistet, die weit über das normale Maß hinausgeht. Das muss honoriert werden.“ Sie wisse, dass Inklusion nicht leicht sei. „Aber nicht selten hat sie eine sehr bereichernde Wirkung, zum Beispiel eine engere Klassengemeinschaft. Mir ist bewusst, dass Menschen denken, dass ich da idealisiere. Aber Lernen am positiven Modell ist das richtige!“

Dass die Förderzentren Lernen nach und nach abgeschafft wurden, findet sie richtig und wichtig: „Die Benachteiligung muss aufhören und das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der wir uns alle stellen müssen. Ich habe gemerkt, dass die Haltung der Schulleiter vor Ort sehr viel bewirkt. Alle Schulleiter der Grundschulen haben die inklusive Beschulung gefördert und das ans Kollegium weitergegeben. Die Sonderpädagogen wurden an den R

egelschulen mit offenen Armen empfangen, die Kollegen arbeiten Hand in Hand zusammen.“ Was Christmann noch wichtig ist: Probleme gebe es oft nicht mit lernbeeinträchtigten Kindern, sondern eher im emotionalen-sozialen Bereich. Es werden aber nur die Förderschulen Lernen abgeschafft, diese betreffe das gar nicht. „Ich stelle immer wieder fest, dass da Begrifflichkeiten durcheinandergeworfen werden. Ängste resultieren oft aus Unwissenheit. Wer Fragen zu dem Thema hat, der soll sich gerne melden. Wo es Probleme gibt, bin ich da!“

Zur Sache

Regionalabteilung der Schulbehörde

Das Regionale Beratungs- und Unterstützungszentrum Inklusive Schule Landkreis Lüneburg befindet sich in der Regionalabteilung Lüneburg der Niedersächsischen Landesschulbehörde Auf der Hude 2 und ist telefonisch unter der Nummer 04131 15-2075 oder per E-Mail an doris.christmann@nlschb.niedersachsen.de zu erreichen.

Von Lea Schulze

One comment

  1. hier ist eindeutig zu erkennen, wie schädlich die wirtschaft für den menschen agiert. sie ging schon immer über leichen. immer mehr menschen fallen auf sie rein. und warum ? sie hoffen oben anzukommen. da stören nur menschen , die nicht so ticken, wie der raubtierkapitalismus es will.