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Straßensanierung
Die L219 musste gestern für den Verkehr gesperrt werden. Grund waren Reparaturarbeiten an der Fahrbahn. Die komplette Sanierung verschiebt sich auf das nächste Jahr. Die Maßnahme wird noch einmal ausgeschrieben. (Foto: be)

Die Preise explodieren

Lüneburg. Die Preisvorstellungen der Unternehmen lagen dann doch deutlich über dem, was die Straßenbaubehörden noch für bezahlbar hielten. Oder anders ausgedrückt: „Die Preise sind unangemessen hoch und wirtschaftlich nicht mehr vertretbar“, erklärt Gesa Schütte von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.

Federführend auch für den Landkreis Lüneburg hatte ihre Behörde die Sanierung der Kreisstraße 2 sowie der Landesstraße 219 zwischen Lüdersburg und Hittbergen ausgeschrieben. Doch die vollen Auftragsbücher der Tiefbauunternehmen schlagen sich auch in deren Preiskalkulationen nieder. Eine Entwicklung, „die wir bei Ausschreibungen zurzeit in ganz Niedersachsen zur Kenntnis nehmen müssen“, berichtet Schütte. Die Folge: Die geplante Sanierung der K 2 und der L 219 wird verschoben und im nächsten Jahr noch einmal neu ausgeschrieben. In der Hoffnung, dann moderatere Preise erzielen zu können.

Bohrkerne sollen Klarheit bringen

Gleichwohl musste die Landesstraße 219 am Donnerstag zwischen Hittbergen und Lüdersburg für den Verkehr wegen Bauarbeiten gesperrt werden. Der Grund: In der Fahrbahndecke hatte sich ein Riss aufgetan. Der Seitenbereich war nach Schüttes Worten abgesackt, dadurch gab es in der Fahrbahn einen gefährlichen zehn Zentimeter hohen Höhenversatz. Die Schäden wurden beseitigt, die Straße kann am Freitag für den Verkehr wieder freigegeben werden. Wodurch diese Fahrbahnschäden entstanden sind, darüber rätselt auch die Baubehörde noch. Bodenuntersuchungen und das Ziehen von Bohrkernen sollen Klarheit bringen.

Gute Nachrichten in anderen Bereichen hatte dagegen Betriebsleiter Jens-Michael Seegers, Chef des kreiseigenen Betriebs für Straßenbau und -unterhaltung (SBU), für die Mitglieder des Betriebs- und Straßenbau-Ausschusses des Landkreises Lüneburg: Das Jahresergebnis 2017 des Eigenbetriebs weist einen Überschuss von 670 000 Euro aus. Dafür gab es ein Lob von der Politik. Klar ist auch: Das Geld fließt nicht in den Landkreis-Haushalt zurück, sondern wird für die Sanierung der Infrastruktur zurückgelegt. Das beschloss der Ausschuss einstimmig bei seiner Sitzung in Embsen.

Ausschreibung für neuen zentralen Betriebshof

Bessere Radwege, sichere Straßen, weniger Schlaglöcher: „Mit der Rücklage können wir zusätzliche Projekte anschieben“, so der SBU-Betriebsleiter, „damit erhalten wir unsere Bausubstanz und verbessern die Verkehrsinfrastruktur für die Menschen im Landkreis.“ Dank Spitzenwetter im Sommer sind die laufenden Bauprojekte im Plan: Der Radweg an der Kreisstraße 2 von Rullstorf nach Jürgenstorf, dessen Bau 2017 wegen der Nässe stockte, ist inzwischen fertig. Aktuell wird die Kreisstraße 16 von Reinstorf über Holzen nach Neetze für gut eine Million Euro ausgebaut.

Mit Spannung erwarten SBU und die Lüneburger Kreispolitik nun die Ausschreibungsergebnisse für den neuen zentralen Betriebshof, der in Scharnebeck entstehen soll. „Am 19. September ist Abgabetermin für die Angebote zu den Tiefbauarbeiten, dann wissen wir mehr“, berichtete der Betriebsleiter. „Das Baugenehmigungsverfahren läuft auch, da erwarten wir keine Probleme.“ Im Spätherbst sollen die Bauarbeiten beginnen, die Hochbauarbeiten starten dann voraussichtlich im Frühjahr 2019. Etwa ein Jahr später sollen die Betriebshofs-Mitarbeiter das Gebäude beziehen können. In den Bau des neuen Betriebshofes investiert der Landkreis Lüneburg insgesamt rund 8,6 Millionen Euro.

Von Klaus Reschke