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Landrat Manfred Nahrstedt (l.) überreicht Henning Banse vor rund 50 geladenen Gästen im Sitzungssaal der Kreisverwaltung das Bundesverdienstkreuz. (Foto: t&w)

Der „Fels in der Brandung“

Lüneburg/Bleckede. „Diese Auszeichnung, die Du heute erhältst, ist der bescheidene Dank des demokratischen Staates für herausragende, persönliche Leistungen“, sagte Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt. Im Namen des Bundespräsidenten verlieh der Landrat das Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an den Bleckeder Henning Banse (62). Seit nunmehr 45 Jahren engagiert sich Banse in der Freiwilligen Feuerwehr und hat sich insbesondere bei den Hochwassereinsätzen an der Elbe Anerkennung über die Landkreisgrenzen hinaus verdient. So koordinierte er beispielsweise als Abschnittsleiter für den Bereich Bleckede zeitweise mehr als 1000 Helfer beim Rekordhochwasser 2013. Über die Ehrung zeigte sich der „Fels in der Brandung“, wie Banse wiederholt tituliert wurde, sichtlich gerührt.

„Es hat mich etwas überwältigt, als ich die Nachricht von der Auszeichnung erhalten habe“, sagte Banse im Vorfeld der Verleihung. Der 62-Jährige macht selbst nicht viel Aufhebens um seine Person. In der Laudatio des Landrates wird Banse „bei Hochwasser als Ruhepol“ gewürdigt. Banse: „Ich muss wohl so etwas ausstrahlen“, sagt er bescheiden und lacht. Und fügt ernst an: „Eine Führungskraft muss auch Ruhe bewahren, wenn es hektisch wird.“ Das hat er bei vier kritischen Hochwassern 2002, 2006, 2011 und 2013 unter Beweis gestellt. Zugute gekommen ist ihm dabei auch seine berufliche Erfahrung als Wasserbauer beim Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg.

„Feuerwehr ist sein zweites Leben“

Bleckedes Bürgermeister Jens Böther schloss sich dem Lob an: „Wir sind richtig stolz auf Dich!“ Böther hob wie Nahrstedt hervor, wie Banse nicht nur den Hochwassereinsatz 2013 koordinierte, sondern auch den parallelen Presseansturm auf seine Person meisterte. Banse hatte es seinerzeit gelassen gesehen und gescherzt: „Drei Auftritte in der Tagesschau, das schafft nicht jeder.“ Damit Banse aber auch zukünftig als Botschafter der Elbstadt unterwegs sein kann, schenkte Böther ihm eine Bleckede-Flagge für sein Boot.

Lüneburgs Kreisbrandmeister Torsten Hensel nahm die außergewöhnliche Laufbahn Banses in der Freiwilligen Feuerwehr in den Blick: Der heute 62-Jährige war 1973 in die Feuerwehr Göddingen eingetreten, wurde schnell stellvertretender Jugendfeuerwehrwart, dann Jugendfeuerwehrwart und später übernahm er das Amt sogar auf Kreisebene von 1987 bis 1994. Zudem war er stellvertretender Ortsbrandmeister in Göddingen von 1986 bis 1995 sowie stellvertretender Stadtbrandmeister in Bleckede von 1989 bis 2001. Und dann Stadtbrandmeister von 2001 bis 2017. Parallel übernahm er auf Kreisebene den Posten des stellvertretenden Kreisbrandmeisters von 1993 bis 2017. Hensel lobte Banse für seine „Kontinuität und Leidenschaft“ sowie als guten Ratgeber. Auch das war Anlass für die Würdigung mit dem Bundesverdienstkreuz.

Banses Ehefrau Annelene zeigte sich ebenso erfreut über die Auszeichnung: „Ich finde das sehr schön! Feuerwehr ist sein zweites Leben.“ Obwohl Banse sich bereits vor einem Jahr aus der Führungsriege der Feuerwehr in Bleckede zurückgezogen hat, mangelt es ihm nicht an Aufgaben. „Wir gestalten im Außenbereich unseres Hauses gerade viel um. Da muss in den vergangenen Jahren wohl einiges liegen geblieben sein“, überlegte Banse laut. Dem fügte Landrat Nahrstedt launig an: „Dann werden wir uns häufiger wiedersehen. Ich habe auch einen Garten, den ich bald bearbeiten muss.“

Von Dennis Thomas